Urlauber zahlen bald drauf: England führt Touristensteuer ein – und niemand weiß, wie teuer es wird
StartseiteVerbraucherGroßbritannien führt Touristensteuer ein – und lässt Bürgermeister freie HandStand: 10.09.2026, 22:53 UhrKommentareUns auf Google folgenGroßbritannien plant eine Touristensteuer: Bürgermeis...
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Großbritannien führt Touristensteuer ein – und lässt Bürgermeister freie Hand
Stand: 10.09.2026, 22:53 Uhr
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Großbritannien plant eine Touristensteuer: Bürgermeister sollen selbst über die Höhe entscheiden – die Branche schlägt Alarm.
Manchester – Die britische Regierung will Regionalbürgermeistern in England künftig die Möglichkeit geben, eine Abgabe auf Übernachtungen zu erheben. Entsprechende Pläne für die sogenannte Touristensteuer stellte Wohnungsbauministerin Angela Rayner den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern vor, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Vorgesehen ist ein prozentualer Aufschlag auf den Übernachtungspreis. Wie hoch die Abgabe für Übernachtungsgäste ausfällt, sollen demnach die jeweiligen Bürgermeister oder regionale Verantwortliche entscheiden. Eine landesweite Obergrenze ist nicht geplant. Der Nachrichtenagentur PA zufolge wird in Regierungskreisen allerdings davon ausgegangen, dass die Abgabe in den meisten Fällen nur wenige Prozent betragen dürfte. Auch in den Niederlanden gab es vergangenes Jahr bereits eine Steuererhöhung.
Bürgermeister versichern, dass Touristensteuer unter fünf Prozent bleiben soll
Die zehn Labour-Bürgermeister – darunter auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan – versicherten laut PA, die Abgabe unter fünf Prozent des Übernachtungspreises halten zu wollen. Mit der Maßnahme will die Regierung lokalen und regionalen Entscheidungsträgern mehr finanzielle Befugnisse einräumen. Die aus der Abgabe erzielten Einnahmen sollen in den jeweiligen Regionen verbleiben und dort etwa in Bereiche wie Infrastruktur und Verkehr investiert werden können.
„Diese Maßnahme gibt den Bürgermeistern die Möglichkeit, Gelder dort zu beschaffen und zu reinvestieren, wo sie am dringendsten benötigt werden“, sagte Rayner britischen Medien zufolge, so die dpa. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf will die Regierung demnächst im Parlament einbringen. Vertreter der Hotel- und Tourismusbranche sehen die Pläne kritisch. Urlauber könnten durch die Abgabe weniger Geld in der Tasche haben, befürchtet etwa Allen Simpson, Chef des Branchenverbands UKHospitality.
Weitere Details: Wer betroffen ist – und wer die Pläne scharf kritisiert
Nach Angaben der BBC gilt die Abgabe für Hotels, Bed & Breakfasts und ähnliche Unterkünfte, betrifft also In- und Ausländer gleichermaßen. Ganze Orte von der Steuer auszunehmen, ist Bürgermeistern jedoch nicht erlaubt. UKHospitality warnte, „Arbeitsplätze“ seien nun „in Gefahr“, während der konservative Schattenminister David Simmonds von einem „doppelten Schlag durch Labour“ sprach, da auf die Abgabe zusätzlich Mehrwertsteuer anfalle. Reform-UK-Chef Nigel Farage kündigte an, seine beiden Bürgermeister würden die „Urlaubssteuer“ nicht anwenden. Als Vorbild gilt laut BBC Edinburgh, wo seit Juli eine auf fünf Nächte begrenzte Abgabe von 5 Prozent erhoben wird – dort kürzte etwa das Scottish Ballet als Reaktion sein Programm.
The Guardian ergänzt, UKHospitality-Chef Allen Simpson habe Urlaub in Großbritannien wegen der ohnehin hohen Mehrwertsteuer als „bereits teurer“ bezeichnet, als es scheine, und eine 5-Prozent-Abgabe als einen der höchsten Tourismussteuersätze Europas eingestuft. Anders als in Paris, Rom oder Berlin gebe es hier keine Deckelung, kritisierte Simpson laut Guardian. Zum Vergleich: In Wales soll ab April 2027 stattdessen eine feste Abgabe von umgerechnet rund 1,50 Euro pro Person und Nacht gelten. Ihre Ausgabenpläne müssen Englands Bürgermeister laut Guardian bis März 2028 vorlegen. Nicht nur England wird teurer: 2026 mussten Urlauber in mehreren Ländern bereits tiefer in den Geldbeutel greifen. (Quellen: dpa, BBC, The Guardian) (tt)