Gelungene Premiere: MT Melsungen siegt beim Champions-League-Debüt gegen Vardar Skopje
StartseiteSportMT MelsungenStand: 10.09.2026, 22:42 UhrKommentareUns auf Google folgenMachte viel Druck aus dem Rückraum: Melsungens Reynir Thor Stefansson (mit Ball, hier vor Leon Ljevar und Wiktor Jankowski)....
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Stand: 10.09.2026, 22:42 Uhr
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Die MT Melsungen hat ihre Premiere in der Champions League bestanden. Dabei fehlte ausgerechnet der erfahrenste Königsklassen-Spieler des Kaders.
Kassel – Was für ein Abend! Was für eine Premiere! Was für ein Kampf! Was für ein wichtiger Sieg! Die Handballer der MT Melsungen haben ihre Feuertaufe in der Champions League bestanden und den nordmazedonischen Vertreter Vardar Skopje mit 33:31 (16:15) bezwungen. In der vergangenen Saison hatten die Nordhessen zweimal gegen dieses Team verloren. Nun fuhren sie zwei wichtige Punkte ein und übernahmen zunächst die Tabellenführung in ihrer Gruppe.
In einer Woche (17. September) geht es zu Wisla Plock nach Polen. Zuvor muss die MT aber noch in der Bundesliga gegen den TVB Stuttgart (Sonntag, 18 Uhr) ran.
Eine bittere Pille mussten die Melsunger schon vor dem Anwurf schlucken: Daniel Dujshebaev stand wegen einer lädierten Hand nicht zur Verfügung. Ausgerechnet der Akteur, der mehr Erfahrung in der Champions League vorweisen kann als jeder andere MT-Akteur. Schon vor elf Jahren lief er als Nachwuchsmann für den FC Barcelona in diesem Wettbewerb auf – gegen Vardar Skopje. Am Donnerstagabend musste er hinter der Bank Platz nehmen.
Für ihn rückte Youngster Leander Altena in den Kader. Er war damit einer von mehreren Melsunger Spielern, der erstmals Königsklassen-Luft schnupperte. Von denen, die in der Anfangsformation der Nordhessen standen, hatten zumindest fünf Akteure schon die große Bühne betreten: Torwart Nebojsa Simic, Abwehrchef Adrian Sipos, die Rückraumkräfte Olle Forsell Schefvert und Dainis Kristopans sowie Kreisläufer Ruben Marchan. Das erste MT-Tor des Abends erzielte Dimitri Ignatow – ein historischer Treffer. Das 2:2 markierte Reynir Thor Stefansson – seine Eltern waren extra gestern aus Island angereist.
Die Stimmung unterm Hallendach war von Beginn an eines Königsklassenspiels würdig. Dazu trugen auch einige Hundert Anhänger der Nordmazedonier bei, die aus allen Teilen Deutschlands nach Kassel gekommen waren. Klar: Es war die Rückkehr ihres Klubs in die Königsklasse.
Im März hatten die Melsunger in der European League gegen Vardar auf dem Messegelände 25:34 verloren. Diesmal gingen die Nordhessen mit einer ganz anderen Intensität die Aufgabe an. Aus einem 3:4 machten sie durch Tore von Marchan und Florian Drosten ein 7:4 (12.). Es ließ sich aus MT-Sicht gut an. Simic steuerte einige Paraden bei. Die wenigen technischen Fehler waren der Nervosität geschuldet, die dieses Ereignis mit sich brachte. Um Kristopans zu entlasten, wurde Stefansson vorübergehend in den rechten Rückraum beordert. Die Aufbaureihe komplettierten dann Luca Sigrist und Erik Balenciaga.
Skopje war vor 2437 Zuschauern der erwartet unbequeme Gegner. Vardar-Coach Ivan Cupic ließ auch mal mit vier Rückraumspielern angreifen. Zudem nutzten sie wiederholt die Qualität ihres starken serbischen Rechtsaußen Vukasin Vorkapic. Der Pausenstand von 16:15 passte zum packenden Spiel.
Nach dem Wechsel brachte MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo erstmals Aaron Mensing. Das 17:15 war eine Co-Produktion von Kristopans und Balenciaga. Auf 18:15 erhöhte der Kubaner Dariel Garcia von Linksaußen (32.). So konnte es aus Sicht des Bundesligisten gern weitergehen. Der Däne Mensing besorgte das 20:17 (34.).
Melsungen machte bei seinem Debüt in der Champions League vieles richtig, musste aber trotzdem stets auf der Hut sein. Umso besser, dass Simic einen Siebenmeter von Vorkapic entschärfte (36.). Kurz darauf stellte Balenciaga auf 22:18 (37.) – die erste Vier-Tore-Führung. Johannes Golla traf in unwiderstehlicher Manier sogar zum 24:19 (39.) und zum 27:23 (43.).
Der Gast war aber noch nicht geschlagen. Nach 50 Minuten hieß es nur noch 28:27. Die Führung wackelte. Simic verhinderte gegen Kristijan Anastasovski das 28:28. Ignatow und Co. kämpften allerdings bravourös. Kristopans, lange eher glücklos, gelang in der 54. Minute sein erster Treffer (30:27). Zwar lief in den letzten Minuten nicht mehr alles nach Wunsch, den Vorsprung rettete die Mannschaft aber ins Ziel. Die ersten Punkte? Unter Dach und Fach.