Gehalt, Arbeitsklima, Zuverlässigkeit: Neuer Großarbeitgeber für Ensdorf? So bewerten Beschäftigte Engie
Der Energieriese Engie könnte in Ensdorf ein Kraftwerk bauen. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Unternehmen – und was sagen Beschäftigte über den möglichen neuen Arbeitgeber? Anonyme Bewertungen auf einem Online-Portal zeichnen ein klares Bild.
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Gehalt, Arbeitsklima, Zuverlässigkeit Neuer Großarbeitgeber für Ensdorf? So bewerten Beschäftigte Engie
Ensdorf · Der Energieriese Engie könnte in Ensdorf ein Kraftwerk bauen. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Unternehmen – und was sagen Beschäftigte über den möglichen neuen Arbeitgeber? Anonyme Bewertungen auf einem Online-Portal zeichnen ein klares Bild.
28.07.2026 , 13:20 Uhr
Wieder ein Kraftwerk in Ensdorf? Die Anlagen, die hier zu sehen sind, existieren nicht mehr. Das alte Kohlekraftwerk wurde Mitte 2026 vollständig abgerissen. Doch nun plant der Energiekonzern Engie, ein neues Gaskraftwerk auf der Fläche zu errichten.
Foto: Ruppenthal
Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände in Ensdorf könnte ein neuer Großarbeitgeber einziehen: Engie SA. Der französische Energiekonzern hat nach Angaben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft gwSaar den Zuschlag für rund acht Hektar der Fläche erhalten. Dort soll ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit einer Leistung von 850 Megawatt gebaut werden – genug, um rechnerisch rund 300.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Warum in Ensdorf wieder ein Kraftwerk entstehen soll
Zunächst soll die Anlage mit Erdgas laufen, später ist der Einsatz von Wasserstoff vorgesehen. Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) spricht von einer Investition in einer Größenordnung von rund einer Milliarde Euro. Ganz in trockenen Tüchern ist das Vorhaben allerdings noch nicht. Engie muss sich zunächst in den Ausschreibungen der Bundesregierung zur Kraftwerksstrategie durchsetzen. Die geplanten neuen Gaskraftwerke sollen künftig einspringen, wenn Wind und Sonne nicht genügend Strom liefern. Sollte Engie den Zuschlag bekommen und das Kraftwerk tatsächlich in Ensdorf gebaut werden, könnte der Konzern für die Gemeinde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber werden. Grund genug, genauer hinzuschauen: Wie groß ist Engie eigentlich, womit verdient der Konzern sein Geld – und was bringt ein französischer Energieriese als Wirtschaftspartner und möglicher Arbeitgeber nach Ensdorf?
Was steckt hinter dem französischen Energieriesen Engie?
Engie ist ein französischer Energie- und Dienstleistungskonzern. Entstanden ist er 2008 durch die Fusion von Gaz de France mit dem Mischkonzern Suez. Seine historischen Wurzeln reichen demnach bis zum Bau und Betrieb des Suezkanals zwischen Afrika und Asien zurück. Seit 2015 tritt der Konzern unter dem Namen Engie SA auf und hat seinen Sitz in La Défense bei Paris.
Mittlerweile hat sich Engie auf die Stromerzeugung spezialisiert. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf erneuerbare Energien, was perfekt zum klimaneutralen Umbau der Stahlindustrie im Saarland passen würde. Denn nach Abschluss der Umbauarbeiten zur CO2-armen Stahlproduktion braucht die Dillinger Hütte mehr Strom als je zuvor.
Engie Deutschland verzeichnet 2,4 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025
Nach eigenen Angaben beschäftigt der Konzern mehr als 90.000 Menschen in 30 Ländern – so auch in Deutschland. Hierzulande gibt es 50 Niederlassungen. 2025 erzielten die deutschen Engie-Gesellschaften 2,4 Milliarden Euro Umsatz. Und auch im Saarland ist Engie kein Unbekannter, sondern arbeitet hier schon seit über 20 Jahren auch als Mehrheitsgesellschafter von Energie SaarLorLux gemeinsam mit den Stadtwerken Saarbrücken am klimafreundlichen Umbau von Energiesystemen. Wie viele neue Arbeitsplätze bei einer tatsächlichen Ansiedlung auf dem Ensdorfer Kraftwerksgelände entstehen würden, steht noch nicht fest.
Was sagen Beschäftigte von Engie Deutschland?
Nun bleibt noch die Frage: Was hat Engie für einen Ruf als Arbeitgeber? Wann können Menschen in Ensdorf und dem Umland erwarten, sollte das Gaskraftwerk tatsächlich gebaut werden? Um ein grobes Stimmungsbild zu bekommen, haben wir uns die Bewertungen zu Engie Deutschland auf dem Internetportal Kununu angeschaut. Auf Kununu können Angestellte ihre Arbeitgeber bewerten, Gehälter offenlegen und vergleichen sowie Einblicke in die Unternehmenskultur geben. Die Bewertungen geben einen Eindruck davon, wie Beschäftigte Engie erleben. Da sie anonym und subjektiv sind, sollten sie allerdings mit der nötigen Vorsicht gelesen werden.
Zu Engie Deutschland gibt es auf dem Portal aktuell rund 1000 Bewertungen und das Unternehmen schneidet in vielen Punkten überdurchschnittlich ab. 74 Prozent der Bewerter aus den vergangenen zwei Jahren würden Engie als Arbeitgeber weiterempfehlen. Insgesamt gibt Kununu eine Bewertung von 3,9 von 5 Sternen. In den schriftlichen Bewertungen loben viele Angestellte die Arbeitsatmosphäre, Zuverlässigkeit und flexible Arbeitszeiten. Auch die Zusatzleistungen, die Angestellte zum Gehalt bekommen, werden vielfach positiv bewertet. Kritisiert wird teilweise die Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Die Gehälter werden oft als „marktgerecht“ und „fair“ beschrieben.
Noch existiert die Idee des Energieriesen in Ensdorf allerdings nur auf dem Papier. Ohne Zuschlag aus Berlin kann das Vorhaben noch scheitern – ob Engie also tatsächlich als neuer Großarbeitgeber an die Saar kommt, wird sich erst noch zeigen. (leis)