Gefängnisausbruch in Duisburg - Häftling flieht über das Dach

<strong>Mit einer spektakulären Aktion ist am frühen Sonntagmorgen ein Untersuchungshäftling aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen. Das teilte das Justizministerium NRW mit. Von dem Mann gab es am frühen Vormittag keine Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte. Die Fahndung laufe.</strong>

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Gefängnisausbruch in Duisburg - Häftling flieht über das Dach
Gebäude des Amtsgerichts Duisburg-Hamborn mit angeschlossener JVA Duisburg-Hamborn

Gefängnisausbruch in Duisburg Häftling sägt Gitter durch und flieht über das Dach

Stand: 30.08.2026 • 17:11 Uhr

Mit einer spektakulären Aktion ist am frühen Sonntagmorgen ein Untersuchungshäftling aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen. Das teilte das Justizministerium NRW mit. Von dem Mann gab es am frühen Vormittag keine Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte. Die Fahndung laufe.

Wie das NRW-Justizministerium am Sonntagvormittag mitteilte, ist der Geflüchtete ein 35 Jahre alter Mann, der wegen des Verdachts auf schweren Diebstahl seit dem 10. Februar in U-Haft saß. Zudem wurde er schon wegen Wohnungseinbrüchen zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Ausbruch aus JVA Duisburg-Hamborn: Zellengitter durchgesägt

Die Polizei fahndet nach diesem 35-Jährigen.

Es handelte sich um eine filmreife Ausbruchsaktion: Den Ermittlungen zufolge hatte der 35-Jährige die Gitterstäbe vor seinem Zellenfenster im dritten Stock des Gebäudes wohl durchgesägt. Dann habe er die weitere Feinvergitterung vor dem Fenster beiseite gedrückt, sei durch den sehr schmalen Spalt geklettert.

Über die Fassade sei der Mann vom dritten in den vierten Stock auf das Dach geklettert - und von dort aus in die Freiheit gelangt. Zusätzlich habe er die Sicherung der Dachkante überwunden.

"Wir konnten in der Zelle bereits ein raffiniertes Versteck im Boden ausfindig machen", so Lukas Kockmann, Pressesprecher des Justizministeriums. "Wir müssen davon ausgehen, dass in diesem Versteck ein Werkzeug hinterlegt war, mit dem es ihm überhaupt gelingen konnte, die Stahlverstrebungen aufzusägen."

Nach filmreifer Flucht: Justizminister will Sicherheitslücken schließen

Justizminister Benjamin Limbach (B'90/Grüne) kündigte eine umfassende Aufklärung des Vorfalls an. Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums sei bereits vor Ort und habe die Ermittlungen aufgenommen. Man müsse die offensichtliche Sicherheitslücke finden und sofort schließen.

Benjamin Limbach

Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings.

Benjamin Limbach, NRW-Justizminister

NRW-Justizvollzug unter Druck: Limbach steht bereits in der Kritik

Für Limbach kommt der Ausbruch sehr ungelegen: Der Justizminister steht nach diversen Skandalen im NRW-Justizvollzug ohnehin schon in der Kritik. In Haftanstalten in Euskirchen, Limburg und Willich war in jüngster Zeit gegen JVA-Bedienstete wegen Bestechlichkeit ermittelt worden. Unter anderem sollen die Beschuldigten den Häftlingen gegen Geld Privilegien oder verbotene Gegenstände wie Handys verschafft haben.

Ausbruch aus JVA Duisburg-Hamborn: Opposition fordert Erklärungen

Die politischen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag, Sonja Bongers, verlangte umfassende Erklärungen zu dem Fall. "Justizminister Limbach muss erklären, wie der Mann an das nötige Werkzeug gelangen konnte und weshalb die baulichen und technischen Sicherungen seine Flucht nicht verhindert haben."

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Justizministerium NRW
  • Stellungnahmen der SPD-Landtagsfraktion NRW (Juli 2026)

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 30.08.2026, 11 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 30.09.2026, 12:45 Uhr