Fed-Chef auf Konfrontationskurs mit Trump

Regina Bruckner Fed-Chef auf Konfrontationskurs mit Trump US-Präsident Donald Trump hat sich das wohl anders vorgestellt: Der neue Fed-Chef denkt nicht an Zinssenkungen Kommentar /...

  • 2 min read
Fed-Chef auf Konfrontationskurs mit Trump

Regina Bruckner

Fed-Chef auf Konfrontationskurs mit Trump

US-Präsident Donald Trump hat sich das wohl anders vorgestellt: Der neue Fed-Chef denkt nicht an Zinssenkungen

Kommentar

/

Regina Bruckner

Am allerliebsten wäre es Kevin Warsh wohl, er könnte die Kommunikation der US-Zentralbank gleich ganz kübeln. Von der lange geübten Praxis seiner Vorgänger, die Märkte häppchenweise mit Hinweisen auf den künftigen Zinskurs zu füttern, hält der Neue wenig.

Zwei Männer in formeller Kleidung sprechen miteinander. Einer von ihnen ist von hinten zu sehen, während der andere ernsten Blickes in die Kamera schaut. Im Hintergrund sind US-Flaggen zu sehen.
Donald Trump hätte gerne einen willfährigen Notenbankchef.

"Zu viel Transparenz kann in die Irre führen" ist der oberste Notenbanker der USA überzeugt. Gut möglich, dass er sich mit dieser Abgrenzung von seinem Vorgänger Jerome Powell auch Donald Trump vom Hals halten will. Der US-Präsident hat Powell immer wieder harsch kritisiert, weil dieser seinem Dauerdrängen nach niedrigeren Zinsen nicht nachgab. Im Mai hat er Warsh an die Fed-Spitze geholt, damit dieser für eine Zinssenkung sorge. Diesem Druck gab auch Warsh nicht nach.

Keine Zinssenkung in Sicht

Auch derzeit deutet wenig auf eine Zinssenkung hin. Die Inflation ist in den USA aktuell weit über dem Zielwert von zwei Prozent. Gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten recht robust. Warsh signalisierte Entschlossenheit beim Kampf gegen die Inflation. Mehr bekamen Kritiker, die ihm vorwerfen, dass er Antworten darauf schuldig bliebe, wie er sie in den Griff bekommen will, nicht. Warsh sei etwas offener gegenüber Zinserhöhungen, interpretieren Fachleute seine letzten Aussagen. Sollte es bei der nächsten Sitzung Mitte September, also vor den Zwischenwahlen in den USA, dazu kommen, wäre dies ein starker Nachweis, dass auch Warsh sich von Trump nicht unter Druck setzen lässt. (Regina Bruckner, 30.8.2026)

Forum: 13 Postings

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.