Erst verbannte Hymne, dann St. Paulis klare Testspiel-Pleite
Anzeige Erst läuft „Das Herz von St. Pauli“ – dann gibt's eine Klatsche In dieser Szene erzielt Martijn Kaars das 1:0 für St....
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Erst läuft „Das Herz von St. Pauli“ – dann gibt's eine Klatsche
Im fünften Testspiel der Vorbereitung setzte es gegen Premier-League-Klub AFC Bournemouth die erste Pleite für den FC St. Pauli.
Zur Begrüßung gab es „Das Herz von St. Pauli“, dann bei wundervollem Flair trotz früher Führung die erste Testspiel-Niederlage der Vorbereitung: Vor geschätzt 800 Fans setzte es für den FC St. Pauli bei strahlendem Sonnenschein und vor malerischer Kulisse in Saalfelden am Hochkönig ein auch in der Höhe verdientes 1:4 (1:2) gegen AFC Bournemouth. Dabei war der Kiezklub stark in die Partie gekommen.
Die Mannschaft hatte gerade den Platz zum Warmmachen betreten, es waren längst noch nicht alle Fans auf ihren Plätzen, auch die Klubverantwortlichen trudelten gerade erst ein, als zwar vertraute, aber auch verbannte Klänge ertönten. Der Stadion-DJ hatte „Das Herz von St. Pauli“ in der Version von Phantastix & Elf aufgelegt, die langjährige Millerntor-Hymne, die seit Anfang 2025 nicht mehr gespielt wird. Ausschlaggebend dafür war nach rund 20 Jahren die Rolle von Texter Josef Ollig beim NS-Vernichtungskrieg in Osteuropa und in der Nachkriegszeit, die bei Recherchen bekannt wurde.
St. Pauli beginnt mit der wahrscheinlichen Startelf für Fürth
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Wenig überraschend hatte Coach Marcel Rapp die Startelf berufen, die auch fürs erste Punktspiel in gut zwei Wochen gegen die SpVgg Greuther Fürth sehr wahrscheinlich ist. Und die machte es vom Anpfiff weg prima gegen den von Marco Rose (ehemals BVB und RB) trainierten Premier-League-Klub. Schon der erste Angriff war aus den Trainingsinhalten der vergangenen Tage wiedererkennbar und führte zu einem Eckball, aus der die erste Chance in Form eines Kopfballs von Tomoya Ando resultierte (1.).
Martijn Kaars bringt St. Pauli auf Vorlage von Louis Oppie in Front
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St. Pauli blieb deutlich dominant und gefährlich (Mathias Rasmussen, 10.), die Führung war überfällig. Martijn Kaars traf nach prima Vorarbeit von Louis Oppie per Flachschuss ins kurze Eck (22.). Dass es bei der Trinkpause kurz darauf 1:1 stand, war einem ganz billigen Fehler der Hamburger zuzuschreiben. Die hatten eigenen Freistoß in Höhe der Mittellinie, den Arkadiusz Pyrka kurz ausführte, aber Rasmussen damit auf dem falschen Fuß erwischte. Marcus Tavernier spritzte dazwischen, Überzahl Bournemouth, Abschluss Ben Gannon Doak, Ben Voll chancenlos, Ausgleich (25.). Und ein Break irgendwie.
„Vielleicht sollte man keine Getränkepause machen“, witzelte Rapp später. „Trotzdem hat man in der ersten Hälfte gesehen, wie wir spielen wollen. Da waren wir gut griffig gegen den Ball, da war lange alles in Ordnung.“ Ehe St. Pauli den Faden verlor und weitere Fehler machte. Voll verhinderte mit einer Glanzparade gegen den Freistoß von Tavernier zunächst noch den Rückstand (34.), drei Minuten später war er beim Abstauber von Harold William aber geschlagen. Initiiert wurde der Treffer von einem, der ansonsten vor allem negativ aufgefallen war: Alex Scott, mit 50 Millionen Euro Marktwert teuerster AFC-Akteur, hatte sich schon früh aus nichtigen Anlässen mit Rasmussen und Joel Chima Fujita angelegt, sah sogar Gelb. Dass der 22-Jährige auch kicken kann, zeigte er unter anderem bei der Vorlage zum zweiten Tor.
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St. Pauli macht die Fehler, Bournemouth die Tore
Vom Kiezklub kam nach dem Ausgleich kaum mehr was nach vorne, deswegen und ob zu vieler Patzer im Defensivverhalten war der Rückstand zur Pause durchaus nicht unverdient. Und es ging nahtlos so weiter: Keine drei Minuten nach Wiederbeginn tauchte Daniel Jebbison blitzblank vor Voll auf und vollstreckte eiskalt zum 1:3 (48.). Und nur vier Minuten darauf durfte Bafode Diakité einen Eckball unbedrängt zum 1:4 einnicken (52.).
Kiezklub-Keeper Ben Voll muss eigentlich Rot sehen
Erst nach mehr als einer Stunde tauchte der Kiezklub wieder vorm AFC-Gehäuse auf (Kaars, 64.; Taichi Hara, 65.), auf der Gegenseite hätte Voll nach einer Notbremse gegen Justin Kluivert (67.) in einem Pflichtspiel mit Sicherheit Rot gesehen. Diesmal blieb es bei einem Freistoß, der nichts einbrachte. Kurz darauf blieb ein krasser Fehlpass von Voll im Aufbau ohne Folgen. Der Spielstand entsprach zu dem Zeitpunkt längst den gezeigten Leistungen. „Mit Ball hatten wir wenig Ideen, wenig Chancen“, monierte Rapp und hatte registriert: „Der Gegner hatte viel mehr Spielkontrolle.“
„Guter Test“ für den FC St. Pauli, aber ein „blödes“ Ergebnis
Nach zahlreichen Wechseln auf beiden Seiten verlor die Partie zunehmend an Fluss, auch bei den Briten passierte jetzt kaum noch was im gegnerischen Strafraum. Und so fielen keine weiteren Treffer mehr. „1:4 zu verlieren, ist immer blöd“, befand Rapp. „Aber es war ein guter Test für die Jungs, auch körperlich. Von der Zweikampfführung her ist das auf jeden Fall Zweitliga-Niveau gewesen.“
St. Pauli: Voll – Nemeth (83. Ritzka), Mathisen, Ando – Pyrka, Rasmussen, Fujita, Oppie (83. Ahlstrand) – Hrgota – Jones (58. Hara), Kaars (83. Banks)
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