Elf Gräber an Kirche in NRW gefunden – so alt sind die Knochen wirklich
Nachdem Bauarbeiter im vergangenen Jahr mehrere Gräber in Altenberge (Kreis Steinfurt) entdeckt hatten, steht jetzt fest, dass sie aus dem frühen Mittelalter stammen. Das beweist laut LWL eine Untersuchung der ...
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Nachdem Bauarbeiter im vergangenen Jahr mehrere Gräber in Altenberge (Kreis Steinfurt) entdeckt hatten, steht jetzt fest, dass sie aus dem frühen Mittelalter stammen. Das beweist laut LWL eine Untersuchung der gefundenen Knochen.
Die Bestattungen nahe der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer kamen bei der Erneuerung von Kanälen im Herbst 2025 zum Vorschein. Archäologen entdeckten daraufhin elf gut erhaltene Gräber. Vollständig freigelegt werden konnten sie allerdings nicht, weil die Baustelle nach Angaben des LWL „lokal begrenzt“ war. Die Bauarbeiten wurden von archäologischen Untersuchungen rund um die Gräber begleitet. Die geborgenen Knochen wurden zur Untersuchung an ein Labor in Vilnius in Litauen weitergegeben.
Altenberger Knochen stammen aus dem frühen Mittelalter
Geschichtsforscher vermuteten schon vor der Untersuchung des Fundes, dass der Kirchenstandort sehr alt sein könnte. „Die Fundumstände deuteten darauf hin, dass wir es mit einem frühen Friedhof zu tun haben könnten“, erklärt Grabungsleiter Christian Golüke. „Die Radiokarbondatierungen bestätigen diesen Eindruck nun eindeutig.“ Mit dem Verfahren können Forscher das Alter von organischem Material wie Knochen anhand des Zerfalls eines bestimmten Isotops bestimmen.
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Die Proben lassen sich laut LWL auf die Zeit zwischen dem 8. und frühen 11. Jahrhundert datieren. „Aufgrund von Schriftquellen, deren Auswertung und früheren Untersuchungen gingen wir davon aus, dass der Kirchenstandort bis in das Frühmittelalter zurückreicht. Jetzt können wir dies auch naturwissenschaftlich belegen“, erklärt Dr. Andreas Wunschel, Archäologe beim LWL.

Gemäuer, Knochen und Scherben fanden die Archäologen bereits auf der Altenberger Baustelle.© Archäologie am Hellweg eG | H. Neidhardt
Für die Geschichte Altenberges habe die zentrale Ortskirche eine Schlüsselrolle, erläutert der Landschaftsverband. Sie sei wahrscheinlich während der Christianisierung als „Urpfarre“ zur Zeit des ersten Bischofs von Münster an einem bischöflichen Haupthof entstanden. Es ist nicht der erste historische Fund, der bei den Bauarbeiten in Altenberge entdeckt wurde. Unter anderem wurden 2024 Überreste eines massiven Bruchsteinkellers entdeckt, der etwa im 13. Jahrhundert genutzt wurde.