Die große Veränderung: Babyboomer kehren dem Alkohol den Rücken
StartseiteWirtschaftDie große Ernüchterung: Babyboomer reduzieren ihren AlkoholkonsumStand: 28.07.2026, 06:16 UhrKommentareUns auf Google folgenEigentlich gilt die Generation Z als gesundheitsbewusst. Doch sie ...
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Die große Ernüchterung: Babyboomer reduzieren ihren Alkoholkonsum
Stand: 28.07.2026, 06:16 Uhr
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Eigentlich gilt die Generation Z als gesundheitsbewusst. Doch sie wendet sich vom Alkohol offenbar weniger ab als gedacht – im Gegensatz zu den Babyboomern.
London – In Deutschland wird immer weniger Alkohol getrunken. Laut dem Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier, Spirituosen, Wein und Schaumwein im Jahr 2024 bei 115,1 Litern. Im Jahr davor waren es noch 116,6 Liter und 2018 sogar 128,3 Liter.
Alkoholkonsum in Deutschland: Menschen wollen gesundheitsbewusster leben
Das Meinungsforschungsinstitut YouGov bestätigt einen langfristigen Trend zu weniger Alkoholkonsum. So gaben im Jahr 2025 nur noch 68 Prozent der Verbraucher an, Alkohol zu konsumieren. Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2015, lag dieser Anteil noch bei 78 Prozent.
Als häufigster Grund für die Reduktion oder den vollständigen Verzicht auf Alkohol wird die Gesundheit genannt. Besonders stark ausgeprägt ist dieses Motiv bei der Generation Z: 51 Prozent von ihnen bezeichnen Alkohol als ungesund. Sie sind es auch, die im vergangenen Jahr am seltensten Alkohol tranken – ihr Anteil lag bei 61 Prozent. Unter den Millennials und der Generation X waren es jeweils 71 Prozent und unter den Babyboomern 65 Prozent.
Studie des IWSR: Babyboomer verlieren Lust an Alkohol
Offenbar passiert jedoch etwas bei den Generationen, wie aus Daten des auf die Getränkebranche spezialisierten Londoner Marktforschungsunternehmens IWSR hervorgeht. Demnach konsumierten in den 19 untersuchten Ländern 74 Prozent der Angehörigen der Gen Z in den vergangenen sechs Monaten Alkohol. Drei Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 66 Prozent. Damit liegt die Gen Z aktuell fast gleichauf mit der Trinkquote der gesamten erwachsenen Bevölkerung von 76 Prozent.

Die Babyboomer hingegen scheinen die Lust am Alkohol zu verlieren: Hier verzeichnete das IWSR signifikante Rückgänge. Mit 71 Prozent liegt sie zwei Prozentpunkte unter dem Wert von vor drei Jahren und hat damit die niedrigste Trinkrate aller Generationen. Mit 2,6 Getränken pro Gelegenheit weisen sie auch den geringsten Konsum bezogen auf die Anzahl der Getränke auf.
Die Millennials meldeten mit 81 Prozent die höchste Alkoholquote aller Generationen, während die Generation X mit durchschnittlich 77 Prozent den zweiten Platz belegte.
Alkoholkonsum der Generation Z: Narrativ der Mäßigung entlarvt
„Das Narrativ, dass die Generation Z die Generation der Mäßigung ist, ist jetzt schlüssig entlarvt“, sagte Marten Lodewijks, Präsident des IWSR. Der Alkoholkonsum der Babyboomer gehe seit mehreren Jahren zurück. Dies sei typisch für Verbraucher, die die 60er und 70er Jahre erreichen. Der Rückgang sei jedoch stärker als erwartet.
Zur IWSR Bevtrac-Umfrage
Die IWSR Bevtrac-Umfrage wird zweimal jährlich durchgeführt. Für das erste Halbjahr 2026 wurden über 32.000 Personen in Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Mexiko, Südafrika, Spanien, Taiwan, den USA, Nigeria, Südkorea, Thailand und Vietnam befragt.
Die Befragten wurden in die Altersgruppen Gen Z (legales Mindestalter für den Alkoholkonsum bis 28 Jahre), Millennials (29 bis 44 Jahre), Gen X (45 bis 60 Jahre) und Boomer (über 61 Jahre) unterteilt.
Insgesamt betrachtet bleibt der Anteil der Menschen, die Alkohol konsumieren, in den untersuchten Märkten jedoch stabil. Er erhöhte sich innerhalb von drei Jahren nur leicht von 75 auf 76 Prozent. Allerdings gab es deutliche Rückgänge bei der Häufigkeit des Alkoholkonsums und der pro Gelegenheit konsumierten Menge. Im Durchschnitt wurden pro Gelegenheit 3,9 Getränke konsumiert, in den Jahren 2024 und 2025 waren es noch 4,4 Getränke.
Hinter dieser Entwicklung vermuten die Marktforscher eine eher strukturelle als eine konjunkturelle Veränderung. Lebensstilentscheidungen und gesundheitliche Gründe würden für immer mehr Verbraucher an Bedeutung gewinnen. (Quellen: IWSR, BSI, Yougov)