Der Heiligenhafener Tjorven Köhler empfängt mit seinem Team im Volksparkstadion Borussia Dortmund

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Der Heiligenhafener Tjorven Köhler empfängt mit seinem Team im Volksparkstadion Borussia Dortmund

Stand: 23.07.2026, 12:42 Uhr

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Beim Landespokalsieg im Mai stand Tjorven Köhler vor 5000 Zuschauern als Sturmspitze in der Startaufstellung. Er holte kurz vor der Pause einen Elfmeter heraus, der zum 2:0 führte. Nach Schlusspfiff war die Freude grenzenlos. Es folgte eine lange Partynacht auf dem Hamburger Kiez.

Beim Landespokalsieg im Mai stand Tjorven Köhler vor 5000 Zuschauern als Sturmspitze in der Startaufstellung. Er holte kurz vor der Pause einen Elfmeter heraus, der zum 2:0 führte. Nach Schlusspfiff war die Freude grenzenlos. Es folgte eine lange Partynacht auf dem Hamburger Kiez. © Kjell Bornkeßel

Für den Profifußball hat es bei Tjorven Köhler nicht ganz gereicht, und dennoch wird er gemeinsam mit seiner Mannschaft – dem HEBC Hamburg – am 1. September (Dienstag) unter Flutlicht im Hamburger Volksparkstadion auflaufen dürfen. Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ist niemand Geringeres als Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund – gespickt mit zahlreichen Nationalspielern.

Heiligenhafen – Wie kommt Tjorven Köhler, der in Heiligenhafen aufgewachsen ist und das Fußballspielen erlernt hat, dazu, vor mehreren Zehntausend Zuschauern gegen den BVB im Volksparkstation zu spielen? Und das auch noch live im Free-TV auf RTL. Die Erklärung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: sportlicher Erfolg und ganz viel Glück.

300 bis 400 Zuschauer sind der Standard

Köhler spielt seit mittlerweile neun Jahren beim Oberligisten Hamburg-Eimsbütteler Ballsport-Club (HEBC) – meist vor rund 300 bis 400 Zuschauern am Sonntagvormittag. Dem Verein ist es in der abgelaufenen Spielzeit erstmals gelungen, den Hamburger Landespokal zu gewinnen. Als Belohnung wartet die finanziell lukrative Teilnahme am DFB-Pokal – es ist die Eintrittskarte in die Welt des glamourösen Profifußballs. Am 6. Juni fand die Auslosung der ersten Runde für die Saison 2026/2027 statt, und der kleine HEBC hat das große Los gezogen. „Wir haben im Vereinsheim die Auslosung verfolgt. Als wir den BVB gezogen haben, brachen alle Dämme. Es herrschte völlige Ekstase, wir konnten unser Glück kaum fassen“, berichtete Tjorven Köhler, der in der Jugend vom TSV Heiligenhafen zum Oldenburger SV gewechselt war, gegenüber der HP.

Tjorven Köhler hat das Fußballspielen in der Jugend des TSV Heiligenhafen gelernt.

Tjorven Köhler hat das Fußballspielen in der Jugend des TSV Heiligenhafen gelernt. © Rahlf

Einmal im Leben die ganz große Fußballbühne betreten, das soll für den 30-Jährigen, der hauptberuflich Datenanalyst in Hamburg ist, am 1. September wahr werden. Weil das eigene Stadion des HEBC viel zu klein ist und den hohen Anforderungen des DFB nicht gerecht wird, reifte bei den Vereins-Verantwortlichen schnell der Gedanke, einen echten Coup zu planen. Mit dem HSV wurde man sich schnell einig, sodass das Spiel im Volksparkstadion stattfinden wird.

Eine Parallele gab es vor zwei Jahren, als Phönix Lübeck den schleswig-holsteinischen Landespokal gewann und ebenfalls in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den BVB traf. Die 1:4-Niederlage der Hansestädter sahen damals 51000 Menschen im Volksparkstadion. „Wir träumen alle von einer ähnlich hohen Zuschauerzahl, auch wenn unser Spiel am Dienstagabend stattfindet. Wie ich hörte, sind schon jetzt 20000 Karten über die Vereine veräußert worden, und der freie Verkauf startet erst in dieser Woche“, erklärte Tjorven Köhler, der selbst HSV-Fan ist und für den sich ein Kindheitstraum erfüllt, einmal im Volkspark auf dem Rasen zu stehen. Es werden Erlebnisse sein, von denen der 30-Jährige irgendwann seinen Enkelkindern erzählen wird.

Vorfreude auf Schlotterbeck und Nmecha

Auf wen sich Köhler, dessen Vater Hansi ebenfalls fußballbegeistert ist, auf Dortmunder Seite am meisten freut, wollte die HP vom Rechtsaußen des HEBC wissen. „Es wäre cool, wenn Nico Schlotterbeck bis dahin wieder fit ist und mitspielen würde. Auch auf einen Felix Nmecha, der bei der WM für Deutschland aufgelaufen ist, freue ich mich.“ Wer sich nach Spielende welches Trikot sichern möchte, sei ebenfalls schon einmal Thema innerhalb der Mannschaft gewesen. „Damit wollen wir uns aber nicht lange befassen. Wir befinden uns mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison, das Dortmund-Spiel ist noch gut sechs Wochen hin. Vorher ist bereits der Ligastart, der Priorität genießt.“

Im August will Tjorven Köhler, der aktuell eine Verletzung auskuriert, wieder richtig fit sein und angreifen. „Ich tue gerade alles dafür und schiebe Sonderschichten. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass mich der 1. September nicht zusätzlich motiviert, richtig Gas zu geben.“