Anthropic-Forscher entdecken: Claude hat einen geheimen Bereich für unausgesprochene Gedanken
Haben KI-Modelle ein Bewusstsein? Können sie selbstständig denken und fühlen? Solche Fragen führen in der KI-Branche immer wieder zu hitzigen Debatten. Zwar hat Anthropic nicht nachgewiesen, dass Claude etwas e...
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Haben KI-Modelle ein Bewusstsein? Können sie selbstständig denken und fühlen? Solche Fragen führen in der KI-Branche immer wieder zu hitzigen Debatten. Zwar hat Anthropic nicht nachgewiesen, dass Claude etwas empfindet, trotzdem geben Forscher:innen des Unternehmens jetzt an, eine interessante Entdeckung gemacht zu haben: Im Rahmen einer Studie hätten sie einen kleinen Arbeitsbereich identifiziert, den die KI offenbar nutzt, um Ideen zu speichern und zu verarbeiten, ohne sie gegenüber den Nutzer:innen auszusprechen.
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Wie nah ist KI dem menschlichen Gehirn?
KI-Modelle zeigen immer wieder Verhaltensweisen, die ihre Entwickler:innen nicht vollständig erklären können. Erst kürzlich sorgte eine Eigenheit von Anthropics Claude für Aufsehen: Der Chatbot forderte Nutzer:innen wiederholt auf, schlafen zu gehen – teils mitten in einem Gespräch, teils am hellichten Tag. Sam McAllister, ein Mitarbeiter des Unternehmens, erklärte auf X, es handele sich um „eine Art Charakterzug”, den das Unternehmen in künftigen Modellen beheben wolle.
Jetzt hat Anthropic eine weitere Entdeckung gemacht: Claude-Sprachmodelle haben offenbar spontan eine interne Struktur entwickelt, um Strategien zu planen, die möglicherweise nichts mit der unmittelbaren Aufgabe zu tun haben und von der „Gedankenkette“ getrennt sind, die das Modell mit den Nutzer:innen teilt.
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In einem Beispiel ließ Anthropic Claude über die Golden Gate Bridge nachdenken, während das Modell gleichzeitig einen unzusammenhängenden Satz kopieren sollte. „Wir können beobachten, wie Claude still und leise Denkprozesse in seinem Kopf durchführt, Fehler im Code entdeckt, Bilder identifiziert und vieles mehr“, heißt es in einem Post auf X.
Anthropic bezeichnet diesen Bereich als „J-Space” – benannt nach der Jacobi-Methode, der mathematischen Technik, mit der die Vorgänge nachverfolgt wurden. Die Verhaltensweise ähnele dem menschlichen Denken: Auch wir könnten über eine Sache nachdenken, während wir eine andere Aktion ausführen. Wie Venturebeat berichtet, ziehen die Forscher:innen dabei eine Parallele zur Theorie des globalen Arbeitsraums des Kognitionswissenschaftlers Bernard Baars, betonen allerdings dass die Architektur eines Sprachmodells grundlegend anders sei als die eines Gehirns.
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Hat Claude ein eigenes Bewusstsein?
Expert:innen warnen regelmäßig vor den Risiken einer Vermenschlichung von Chatbots. Mustafa Suleyman, KI-Chef von Microsoft, erklärte beispielsweise, dass allein der Glaube an eine „bewusste KI” fatale Konsequenzen haben könnte. KI werde zunehmend emotional überzeugend und könne Menschen dazu bringen, sie wie empfindungsfähige Wesen zu behandeln. Dadurch werde es für Nutzer:innen immer schwieriger, zu unterscheiden, wo die Illusion endet und wo die Realität beginnt. Anthropic spielt trotzdem regelmäßig mit solchen Formulierungen.
Wie Axios berichtet, wird das Wort „bewusst” in der neuen Forschungsarbeit über 200 mal verwendet. Im Mai führte das Unternehmen zudem eine Funktion ein, durch die Claude die Zeit zwischen Sitzungen nutzen soll, um Informationen auszuwerten. Anthropic bezeichnete das als „träumen”.
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Der Unterschied: Während die „Traum“-Funktion absichtlich entwickelt wurde, sei der „J-Space” laut den Forscher:innen nicht bewusst konstruiert worden, sondern während des Trainings selbstständig entstanden. Durch diese Beobachtung sei es jetzt möglich, herauszufinden, was Claude denkt, aber nicht ausspricht.
Die Forscher:innen hätten im Rahmen ihrer Studie aber auch beunruhigende Entdeckungen gemacht: „In einem Modell, das heimlich darauf trainiert wurde, Code zu sabotieren, tauchen ‚Fälschung‘, ‚heimlich‘ und ‚Betrug‘ im J-Space zu Beginn gewöhnlicher Programmierantworten auf, selbst wenn die Ausgabe völlig unauffällig erscheint.“ Laut dem Forschungsteam könnte der „J-Space” der Schlüssel sein, um Fehlausrichtungen oder hinterhältige Absichten in KI-Modellen frühzeitig aufzudecken.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 07.07.2026 veröffentlicht, interessiert jedoch immer noch sehr viele unserer Leser:innen. Deshalb haben wir ihn aktualisiert und hier nochmals zur Verfügung gestellt.
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