Um Voigt-Regierung vor Krise zu retten: Ex-BSWler in Thüringen gründen überraschend neue Partei
StartseitePolitikBSW-Beben in Thüringen: Fraktion löst sich auf – Katja Wolf gründet neue ParteiStand: 07.09.2026, 13:53 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Thüringer BSW-Fraktion löst sich auf. Fast alle Abg...
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BSW-Beben in Thüringen: Fraktion löst sich auf – Katja Wolf gründet neue Partei
Stand: 07.09.2026, 13:53 Uhr
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Die Thüringer BSW-Fraktion löst sich auf. Fast alle Abgeordneten sind schon aus der Partei ausgetreten. Eine Neugründung soll die Regierung retten.
Erfurt – Die Thüringer Landtagsfraktion des „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) plant, sich aufzulösen, nachdem die meisten ihrer Mitglieder aus der Partei ausgetreten sind. Mit einer Partei-Neugründung im Eilverfahren soll die Thüringer Regierung vor einer vollständigen Krise bewahrt werden.

Die ehemaligen BSWler hatten am Sonntag (6. September) eine neue Partei mit dem Namen „Thüringen.Gerecht“ gegründet. An der Spitze steht die Vize-Ministerpräsidentin Katja Wolf, die bis zu ihrem Austritt ebenfalls BSW-Landesvorsitzende in Thüringen war. „Wir sorgen für Verlässlichkeit und Stabilität“, betonte Wolf. Geplant sei die Auflösung bei einer Sitzung am Mittwoch (9. September). Anschließend wollten sich die Mitglieder der neuen Partei offenbar zu einer Fraktionsneugründung treffen.
Clinch im BSW: Thüringer Abgeordnete verlassen Partei – und gründen überraschend neu
Der Noch-BSW-Fraktion gehören zur Zeit zwölf Abgeordnete an, von denen jedoch nur noch zwei BSW-Mitglieder sind. Grund für die Austritte war ein Bruch mit der Bundespartei. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt betonte Wolf am Sonntag (6. September) laut dem MDR: „Es wurden rote Linien überschritten.“ Dazu habe auch „ein nicht mehr erträglicher Flirt“ der Bundespartei mit dem Thüringer AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke geführt. Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte die Parteifraktion in Thüringen zuvor immer wieder offen kritisiert.
Die schnelle Partei-Neugründung hatte auch in BSW-Kreisen überrascht. Einer der Gründer betonte, man habe schnell rechtliche Klarheit schaffen wollen. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen.“ Wolf betonte, besonders nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Unsicherheiten vermeiden zu wollen. Neben der Vize-Ministerpräsidentin gehören laut der AFP auch die bisherige BSW-Fraktionschefin Sigrid Hupach und der frühere BSW-Ko-Landeschef und Landesdigitalminister Steffen Schütz zu der neuen Partei Thüringen.Gerecht. Die ehemalige BSW-Landesgeschäftsführerin ist ebenfalls dabei.
Ex-BSWler wollen Voigt-Regierung weiter unterstützen: Thüringen.Gerecht soll rechtliche Fragen schließen
Neue juristische Bewertungen hätten zu der schnellen Neugründung geführt, hieß es aus Kreisen der neuen Partei Thüringen.Gerecht. Die AfD-Fraktion hatte am Wochenende die Aufhebung des Fraktionsstatus des BSW und die Einstellung der Fraktionsfinanzierung gefordert. Am Mittwoch (9. September) startet zudem eine dreitägige Landtagssitzung in Thüringen, bei der die Frage nach dem Status der BSW-Fraktion ebenfalls relevant geworden wäre.
Seit Ende 2024 regiert in Thüringen eine sogenannte Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD. Die ausgetretenen BSWler um Wolf hatten angekündigt, die Regierung von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) weiter unterstützen zu wollen. An dem noch mit dem BSW geschlossenen Koalitionsvertrag mit der CDU und der SPD wolle auch Thüringen.Gerecht weiter festhalten. (Quellen: dpa, AFP, Mitteldeutscher Rundfunk) (lismah)