Börsen im Bann des Iran und und von Nvidia | cash

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Börsen im Bann des Iran und und von Nvidia | cash

Märkte

Die Anleger an den Aktienmärkten wagen sich zum Wochenstart kaum aus der Deckung.

24.08.2026   13:31

Blick in die Börse in Frankfurt.

Blick in die Börse in Frankfurt.

Quelle: Bloomberg

Für Nervosität sorgten am Montag die ‌jüngsten Entwicklungen ⁠in der internationalen Politik sowie die Erwartung der Quartalszahlen des US-Chipriesen Nvidia am Mittwoch und des Notenbanker-Treffens in Jackson Hole in den USA am Donnerstag. Der Swiss Market Index (SMI) ist 0,15 Prozent im Hintertreffen. Der Dax und der EuroStoxx notierten gegen ⁠Mittag kaum verändert bei 26'138 und 6461 Punkten. Die Futures für die wichtigsten US-Inidizes lagen im Minus.

Nach dem gescheiterten Handelsabkommen zwischen den USA und Kanada und darauf folgenden neuen US-Zöllen stellte die Regierung in Ottawa am ‌Samstag Gegenmassnahmen in Aussicht. Zudem warten die Anleger auf eine geplante Pressekonferenz mit US-Finanzminister Scott Bessent zu den am Donnerstag angekündigten Sanktionen ‌gegen den Iran. Die Hoffnung der Investoren, dass sich der US-Iran-Konflikt vom Schlachtfeld auf die ​wirtschaftliche Ebene verschiebt, drückte die Ölpreise um rund zwei Prozent ins Minus. QC-Partners-Experte Thomas Altmann mahnte jedoch zur Vorsicht. «Noch kann nur spekuliert werden, was die USA heute verkünden werden. Und noch kann nur spekuliert werden, wie der Iran antworten wird.» Der Rückgang beim Ölpreis belastete den Energiesektor: In Frankfurt gaben die Aktien von RWE rund ein Prozent nach.

Nvidia und Jackson Hole im Blick

Die Nervosität der Anleger vor den für Mittwoch erwarteten Quartalszahlen des US-Chipriesen Nvidia drückte die Aktien von Unternehmen wie Infineon und Aixtron um jeweils rund ein Prozent ins ‌Minus. Die Ergebnisse von Nvidia gelten als Gradmesser für die Stärke der Nachfrage nach KI-Chips. «Die meisten Kunden Nvidias haben dabei schon Quartalszahlen vorgelegt, und alles deutet auf eine erneut spektakuläre Bilanz hin», sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. «Die Frage ist daher weniger, ob Nvidia liefern wird, sondern vielmehr nur, wie der zunehmend anspruchsvollere Markt darauf reagieren wird.»

Zudem richtet sich die Aufmerksamkeit der ​Börsianer auf die US-Daten zu den privaten Konsumausgaben (PCE) am Mittwoch und auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole ab Donnerstag. Davon erhoffen sich Anleger ​Hinweise auf den künftigen Kurs in der Zinspolitik. «Jedes Wort dürfte auf die Goldwaage gelegt werden, denn die hohen ​Renditen am Anleihemarkt bleiben ein Thema für die kommenden Wochen», sagte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Die überbordenden Zinskosten belasteten die Staatshaushalte und engten den finanziellen Spielraum der Regierungen immer stärker ein. Gleichzeitig würden Anleihen wieder zu ‌einer echten Alternative zu Aktien.

Anleihenrenditen in Verschnaufpause

Die Anleger griffen am Montag bei Staatsanleihen zu, was die Renditen leicht nach unten drückte. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentierten jedoch mit 3,253 Prozent weiterhin nur leicht unter ihrem am Donnerstag erreichten 15-Jahres-Hoch von 3,275 Prozent.

Der Goldpreis stieg indes auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Eine Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich um ein Prozent auf ​rund 4649 ​Dollar. Ein schwächerer Dollar stützte die Notierung und machte das in der US-Währung gehandelte Edelmetall für ⁠Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Damit setzte Gold seinen Aufwärtstrend der Vorwoche fort, als es sich um mehr ​als fünf Prozent verteuert hatte. «Die Stabilisierung des ⁠Goldpreises über 4600 Dollar und das Potenzial für weitere Gewinne hängen stark davon ab, ob der US-Dollar unter Druck bleibt und die Renditen von Staatsanleihen auf dem aktuellen Niveau stabil ‌bleiben oder weiter sinken», sagte Analyst Ricardo Evangelista von ActivTrades.

(Reuters)