Binance-Gründer: Bitcoin könnte Millionen-Marke früher erreichen als gedacht
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Stand: 01.09.2026, 18:27 Uhr
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Changpeng Zhao glaubt an einen rasanten Wertanstieg der bekanntesten Kryptowährung der Welt – und zwar in viel kürzerer Zeit als viele denken.
Eine Million US-Dollar für einen einzigen Bitcoin – das klingt selbst heute noch nach einem Szenario für Krypto-Enthusiasten und nicht nach einer ernsthaften Prognose. Changpeng Zhao, in der Kryptobranche meist nur „CZ“ genannt, hält das Ziel dagegen für realistisch. Mehr noch: Der Binance-Mitgründer glaubt, dass Anleger nicht einmal ein Vierteljahrhundert darauf warten müssen.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit BÖRSE am Sonntag.
Bei seinem Auftritt auf der Bitcoin Asia 2026 in Hongkong wurde Zhao gefragt, ob es 25 Jahre benötige, um solche Dimensionen zu erreichen. Seine Antwort geriet eindeutig: „Ich glaube tatsächlich nicht, dass wir 25 Jahre brauchen. Ich denke, es passiert viel schneller.“ Einen konkreten Zeitpunkt nannte CZ nicht. In früheren Äußerungen hatte Zhao allerdings bereits das Jahr 2035 als mögliche Marke für einen Bitcoin-Kurs von einer Million Dollar genannt. Damit steht eine Prognose im Raum, die Anleger aufhorchen lassen dürfte. Denn bei einem Bitcoin-Kurs von aktuell rund 79.300 Dollar wäre dafür fast eine Verdreizehnfachung notwendig.

Preis nicht das eigentliche Ziel
Interessanterweise lenkte Zhao das Gespräch anschließend weg von der Kursentwicklung. Der Preis sei letztlich die einfache Aufgabe, erklärte er sinngemäß. Entscheidend sei vielmehr, dass Bitcoin einen größeren praktischen Nutzen bekomme. Dazu gehören für den Binance-Gründer vor allem zwei Entwicklungen: Bitcoin müsse sich als Zahlungsmittel im Massenmarkt etablieren und einen festen Platz in der Altersvorsorge bekommen. Pensionsfonds und andere langfristig orientierte institutionelle Anleger könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren bereits einiges bewegt. In den USA wurde Bitcoin 2025 für bestimmte Vorsorgepläne geöffnet. Gleichzeitig richtete die US-Regierung eine strategische Bitcoin-Reserve ein, indem beschlagnahmte Kryptowährungen entsprechend umgewidmet wurden. Präsident Donald Trump hat darüber hinaus wiederholt signalisiert, dass die USA ihre Position im Kryptomarkt ausbauen könnten. Für Zhao sind das erst die Anfänge. Die Infrastruktur für eine wesentlich breitere Nutzung könnte seiner Einschätzung nach innerhalb der kommenden zehn Jahre entstehen. Je stärker Bitcoin in Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung und Altersvorsorge integriert wird, desto größer wäre auch die potenzielle Nachfrage.
Eine Kursvervielfachung um den Faktor 13 lässt sich allerdings nicht allein mit Optimismus erklären. Bitcoin müsste dafür eine enorme zusätzliche Marktkapitalisierung erreichen. Derzeit kommt die Kryptowährung auf rund 1,6 Billionen Dollar. Bei einer Million Dollar je Bitcoin und rund 20 Millionen im Umlauf befindlichen Coins würde sich der Wert des gesamten Bitcoin-Bestands auf ungefähr 20 Billionen Dollar belaufen. Eine gewaltige Summe. Das weltweit vorhandene Gold wird je nach Berechnung allerdings mit rund 32 Billionen Dollar bewertet. Ein erheblicher Teil des Kapitals, das heute in Gold steckt, müsste in die digitale Alternative wandern, dann wäre die Million denkbar.
Der Binance-Gründer geht sogar davon aus, dass Bitcoin für Staaten langfristig wichtiger werden könnte als Gold. „Ich denke, Bitcoin wird mit Sicherheit wichtiger als Gold“, erklärte er. Sein Argument: Bitcoin ist digital, weltweit transferierbar und lässt sich ohne Tresore oder physische Logistik verwahren. Für Staaten, die ihre Reserven diversifizieren wollen, könnte die Kryptowährung deshalb langfristig interessant werden.
Noch ist das allerdings eine sehr weitreichende These. Gold besitzt als Reserveasset eine jahrtausendealte Geschichte, während Bitcoin erst seit rund 17 Jahren existiert. Zudem ist die Kryptowährung erheblich volatiler und hängt stärker von Regulierung, technischer Infrastruktur und der Akzeptanz durch Anleger ab.
Zhao selbst ist bei dem Thema natürlich nicht vollkommen neutral. Als Mitgründer von Binance hat er ein offensichtliches Interesse an einer wachsenden Bedeutung des Kryptomarktes. Das gilt insbesondere für seine Überlegungen zu einem möglichen staatlichen Krypto-Portfolio, in dem neben Bitcoin auch Ethereum und BNB eine Rolle spielen würden – wobei BNB ausgerechnet der von Binance entwickelte Token ist.
Bitcoin hat seine explosive Seite bereits gezeigt
Dass enorme Kursbewegungen bei Bitcoin grundsätzlich möglich sind, hat die Vergangenheit bereits eindrucksvoll demonstriert. Im Frühjahr 2020 notierte die Kryptowährung zeitweise bei lediglich rund 5.000 Dollar. Ende 2021 waren es bereits fast 69.000 Dollar.
Seitdem hat sich der Markt allerdings grundlegend verändert. Bitcoin ist deutlich größer geworden, institutionelle Anleger spielen eine wichtigere Rolle und die Kryptowährung wird zunehmend als Anlageklasse betrachtet. Gleichzeitig bedeutet die höhere Marktkapitalisierung, dass für die nächste Verzehnfachung wesentlich mehr Kapital erforderlich wäre.
Der jüngste Kursverlauf zeigt zudem, dass Bitcoin trotz seiner langfristigen Erfolgsgeschichte keineswegs eine Rendite-Einbahnstraße ist. Nach der jüngsten Erholung liegt die Kryptowährung weiterhin deutlich unter ihren bisherigen Höchstständen. Für Anleger bleibt das digitale Asset damit eine Anlage mit enormen Chancen, aber ebenso erheblichen Schwankungsrisiken.
Nicht jeder glaubt an den nächsten Durchmarsch
Auch innerhalb der Kryptobranche gibt es deshalb deutlich vorsichtigere Stimmen. Analyst Benjamin Cowen sieht den Markt zwar auf einem vergleichsweise niedrigen Bewertungsniveau, hält aber weitere Rückgänge für möglich, bevor Bitcoin einen neuen nachhaltigen Aufwärtstrend startet. Das zeigt das zentrale Problem von Kurszielen wie einer Million Dollar: Sie lassen sich nicht seriös auf einen bestimmten Zeitpunkt terminieren. Selbst wenn Bitcoin langfristig tatsächlich diese Marke erreicht, kann der Weg dorthin von massiven Einbrüchen und mehrjährigen Phasen der Schwäche geprägt sein. Zudem muss sich erst zeigen, ob die von Zhao genannten Voraussetzungen tatsächlich eintreten. Massenhafte Zahlungen mit Bitcoin sind bislang keineswegs Alltag. Und auch bei Pensionsfonds steckt die institutionelle Adoption noch in einer vergleichsweise frühen Phase.
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Die entscheidende Wette heißt Adoption
Zhaos Prognose ist deshalb weniger eine klassische Kursprognose als eine Wette auf die weitere Institutionalisierung von Bitcoin. Wenn die Kryptowährung tatsächlich in immer mehr Altersvorsorgeportfolios landet, Staaten sie als Reserveasset akzeptieren und Unternehmen sowie Verbraucher sie stärker für Zahlungen einsetzen, würde sich die Nachfragebasis erheblich verbreitern. Dann wäre eine Bewertung im zweistelligen Billionenbereich zumindest nicht mehr völlig außerhalb jeder Vorstellungskraft.
Bis zur Million fehlen allerdings noch mehrere Schritte. Der aktuelle Kurs von rund 79.300 Dollar macht deutlich, wie ambitioniert das Ziel ist. Anleger sollten deshalb nicht nur auf die große Zahl schauen, sondern auf die Entwicklung dahinter: Wie stark wächst die Nutzung? Wie viel institutionelles Kapital fließt in den Markt? Und wie viele Staaten sind tatsächlich bereit, Bitcoin dauerhaft in ihre Reserven aufzunehmen? Zhao ist überzeugt, dass sich diese Fragen zugunsten von Bitcoin beantworten werden. Ob daraus tatsächlich innerhalb der kommenden zehn Jahre ein Kurs von einer Million Dollar entsteht, bleibt offen.