Bienensterben weitet sich aus: Experten haben keine Ursache gefunden

Das Julius-Kühn-Institut hat bei toten Bienen aus dem Kreis Hofgeismar keine giftigen Insektizide nachgewiesen. Inzwischen sind 17 Imker mit 98 Völkern in einem Umkreis von acht Kilometern betroffen.

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Bienensterben weitet sich aus: Experten haben keine Ursache gefunden

Stand: 01.09.2026, 18:25 Uhr

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Bienensterben in Hofgeismar und Grebenstein

Bienensterben in Hofgeismar und Grebenstein © Tanja Temme

Das Julius-Kühn-Institut hat bei toten Bienen aus dem Kreis Hofgeismar keine giftigen Insektizide nachgewiesen. Inzwischen sind 17 Imker mit 98 Völkern in einem Umkreis von acht Kilometern betroffen.

Hofgeismar – Das Julius-Kühn-Institut (JKI) hat nach dem Bienensterben im Kreisteil Hofgeismar keine bienentoxischen Insektizide oder sonstige schadensrelevante Wirkstoffe aus Pflanzenschutzmitteln oder Bioziden nachgewiesen. Das teilte das Quedlinburger Bundesinstitut der HNA mit. Nachdem mehrere Imker im Juli tausende toter Bienen an und in ihren Stöcken gefunden hatten, hat der Kreisimkerverband Hofgeismar Proben mit toten Bienen zur Untersuchung an das Quedlinburger Institut geschickt. Laut JKI ist damit eine Vergiftung der Tiere durch Pflanzenschutzmittel und Biozide weitgehend ausgeschlossen.

Walter Freiburger aus Kelze ist geschockt, denn fast alle Bienen an seinem Bienenstand im Garten sind verendet.

Walter Freiburger aus Kelze ist geschockt, denn fast alle Bienen an seinem Bienenstand im Garten sind verendet. © Tanja Temme

Das Bienensterben hat allerdings noch weiter um sich gegriffen: Inzwischen seien 17 Imker mit 98 Völkern in einem Umkreis von acht Kilometern betroffen, sagte der Bienensachverständige Wolfgang Scheele aus Eberschütz. Mitglieder von fünf Imkervereinen im nördlichen Umfeld von Kassel hätten Verluste erlitten. Die ersten Fälle hatte es zwischen Kelze und Burguffeln gegeben.

Kein Hinweis auf Krankheiten

Das Julius-Kühn-Institut teilte mit, dass es noch eine weitere Untersuchung auf Bienenkrankheiten gegeben hat. Aber auch die hat keinen Befund ergeben, mit dem das „Schadbild“ bei den betroffenen Völkern in Hofgeismar und Grebenstein eindeutig geklärt werden könne. Sollten sich neue Hinweise auf eine Schadensursache ergeben, sei das Quedlinburger Institut jederzeit bereit, weitere Untersuchungen vorzunehmen, sofern geeignetes Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht.

Mit dem Analyseergebnis des Quedlingburger Instituts müssten die Imker den Schaden selbst tragen. Denn die Versicherungen zahlten nicht, wenn keine Ursache gefunden werde, erklärte Wolfgang Scheele. Unklar sei auch, was mit dem Honig passiere, den die betroffenen Imker produziert haben. Sie haben fast eine Tonne Honig aus den Waben geschleudert, den die überlebenden Bienen aus dem Nektar hergestellt hatten. Dessen Verwendung sei derzeit völlig unklar. „Ich würde ihn nicht verkaufen“, ergänzte Scheele.

Auch das Deutsche Bienen-Journal berichtete über den Fall. Demnach sei im Julius-Kühn-Institut über weitere mögliche Ursachen diskutiert worden. Denkbar sei eine Kombination verschiedener Krankheitserreger. Deshalb habe das JKI Proben zu einer weiteren Untersuchung an das brandenburgische Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf geschickt. Ein Ergebnis habe aber bis Redaktionsschluss noch ausgestanden.

Das Julius-Kühn-Institut hatte die toten Bienen auf 290 Wirkstoffe untersucht, teilte dessen Sprecherin Sarah Barnert mit. Dabei seien die Tiere auf Wirkstoffe aus zugelassenen und nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, nichtlandwirtschaftlichen Bioziden und Varroa-Bekämpfungsmitteln überprüft worden. Das Institut habe die Proben mit hoher Priorität bearbeitet, ergänzte die Sprecherin. Gründe seien unter anderem die vergleichsweise große Zahl geschädigter Imker sowie die Dringlichkeit der Verdachtsklärung gewesen.

Die Untersuchungen des JKI auf Vergiftung der geschädigten Bienen seien damit abgeschlossen, teilte das Institut mit. Die Ergebnisse wurden den betroffenen Imkern per Post zugeschickt.