Wichtige Tipps - so tappen Sie nicht in die Falle von Kreditkarten-Betrügern

Rund um Bezahlkarten gibt es immer mehr Betrügereien, der Schaden geht in die Millionen. Oft geben sich Kriminelle dabei am Telefon als Mitarbeiter einer Bank aus. Es beginnt ein durchtriebenes Spiel, das viele Verbraucher nicht durchschauen.

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Wichtige Tipps - so tappen Sie nicht in die Falle von Kreditkarten-Betrügern

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Betrug mit Kreditkarte und Co. Wenn der falsche Bankmitarbeiter am Telefon Druck macht

Rund um Bezahlkarten gibt es immer mehr Betrügereien, der Schaden geht in die Millionen. Oft geben sich Kriminelle dabei am Telefon als Mitarbeiter einer Bank aus. Es beginnt ein durchtriebenes Spiel, das viele Verbraucher nicht durchschauen.

Collage: vor einem blauen Hintergrund mit Geldscheinen sind eine Frau, die sich ein Telefon an das Ohr hält und einen kritischen Gesichtsausdruck hat, ein Händepaar, mit je einer Geldkarte und einem Smartphone in der Händ und einer weiteren Hand, die ein Smartphone hält mit "Payment successful" auf dem Bildschirm.

Die Betrüger gehen oft so geschickt vor, dass nicht nur alte Menschen auf sie hereinfallen. Bild © Adobe Stock, Adobe Stock, picture alliance / Visually | Aleksandr Davydov, Collage: hessenschau.de

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03:14 Min.|01.09.26|Ursula Mayer

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

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Diana Winter besitzt eine Kreditkarte von American Express. Von diesem US-amerikanischen Kreditkartenanbieter bekam sie Mitte August eine SMS. Die 47-Jährige solle einen Einkauf für tausende Euro bei einem Online-Händler in China bestätigen: "Mir war sofort klar, die Bestellung stammt nicht von mir", sagt Winter.

Am Telefon wird Panik gemacht

Die Nachricht sah für sie echt aus, wie die anderen ihres Kartenanbieters. Für Fragen war eine Telefonnummer angegeben. Dort rief sie an und sprach mit Männern, die sich als Mitarbeiter von American Express ausgaben: "Sie haben mir Angst gemacht, Betrüger hätten meine Identität gestohlen und über American Express Zugriff auf mein Konto, könnten also abbuchen, so viel sie wollten."

Portrait einer Frau, die sich selbst vor einer leuchtenden Skyline im Dunkeln fotografiert.

Betrüger versuchten Diana Winter hinters Licht zu führen. Bild © privat

Die Männer empfahlen ihr, ihr Geld vorsorglich auf ein anderes, deutsches Konto zu überweisen. Sie hätten ohne Unterbrechung auf sie eingeredet, seien dabei äußerst überzeugend gewesen und hätten enormen Druck aufgebaut, schildert sie rückblickend.

Sie habe sich wie in einem Tunnel gefühlt und nicht mehr klar denken können. Am Ende stellte sich heraus: Das Ganze war erfunden, die vermeintlichen Mitarbeiter waren selbst Kriminelle.

Immer mehr Betrug mit Bezahlkarten

Solche Betrügereien rund um Bezahlkarten haben drastisch zugenommen. Im vergangenen Jahr erfasste das hessische Landeskriminalamt in Wiesbaden 2.774 Fälle. Vor fünf Jahren waren es mit 1.310 Fällen weniger als die Hälfte. Dabei geht es nicht nur um Kreditkarten, sondern auch Girokarten und andere Debitkarten. Sehr häufig seien die Täter dabei erfolgreich, heißt es beim LKA. Alleine 2025 betrug die Beute 2,3 Millionen Euro.

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Oft würden sie illegal an Karten kommen und könnten damit kleinere Beträge bis 50 Euro ganz einfach ohne PIN bezahlen, erzählt LKA-Pressesprecherin Virginie Wegner. Das habe für den Anstieg bei den Betrugszahlen gesorgt.

Dazu werde es für die Kriminellen dank KI immer leichter, SMS, Mails oder Webseiten von Banken und Kreditkartenanbietern professionell und täuschend echt nachzuahmen.

Mit ersten ergaunerten Daten beginnt der Betrug

So könnten Kriminelle von Verbrauchern häufig erste Daten ergaunern, wie ihre Kartennummer oder Telefonnummer, sagt Wegner. Oder sie bekämen sie über ein Leck bei einem Online-Händler.

Dann würden sie sich als Mitarbeiter einer Bank oder eines Kartenanbieters ausgeben, um die Betroffenen zur Herausgabe weiterer Daten zu bringen, erklärt die LKA-Pressesprecherin: "Hier wird oft unfassbar viel Druck gemacht."

Weiter "fischen" Kriminelle gerne nach Daten

Die Betrüger würden die PIN, TAN, Kartenprüfnummer bei einer Kreditkarte, das Geburtsdatum und vieles mehr erfragen, heißt es beim LKA. Ihr Ziel sei es, damit zum Beispiel im Internet einzukaufen. Dafür redeten sie zum Teil stundenlang auf Opfer ein und würden sie überrumpeln. Sie nutzten psychologische Manipulation.

Eine andere Variante ist laut hessischem Kriminalamt, dass sich Betrüger mit den gestohlenen Infos rund um die Bezahlkarten glaubhafte Geschichten ausdenken. Unter einem Vorwand würden sie Verbraucher dazu bringen, von sich aus Geld von ihrem Konto auf das der Täter zu überweisen.

Betrug für Verbraucher schwerer zu erkennen

"Dafür nutzen die Betrüger auch deutsche Konten, der Zahlungsverkehr wirkt so unauffällig", sagt Wegner: "Außerdem rufen sie Ihre Opfer oft mit manipulierten Telefonnummern an und nutzen etwa die Nummern von Banken."

Eine Frau steht vor einem Bürogebäude, vor dessen Eingang auch eine bunt bemalte Löwenstatue steht

Virginie Wegner vom hessischen Landeskriminalamt warnt davor, sich am Telefon unter Druck setzen zu lassen. Bild © hr

Am Telefon sollten Verbraucher daher sensible Daten nie preisgeben, kein Geld ungeprüft auf fremde Konten überweisen, sondern auflegen und sofort die Polizei informieren.

Auch Diana Winter hat das merkwürdige Telefonat am Ende abgebrochen. Sie hat sich selbst an ihren Kreditkartenanbieter gewandt. Das habe sie gerettet, sagt die 47-Jährige aus Oberursel (Hochtaunus), denn dadurch habe sich der Betrug aufgeklärt. Mittlerweile hat sie bei der Polizei Anzeige erstattet.

Der Kreditkartenanbieter American Express rät, bei unerwarteten Anrufen, Mails oder SMS keine wichtigen Informationen zu verraten. Stattdessen solle man sich selbst an den Kartenanbieter wenden, und zwar über die Telefonnummer auf der Rückseite der eigenen Kreditkarte.

Die Sicherheitstechnik ist nicht das Problem

Darüber hinaus kann es nach Angaben des Unternehmens sinnvoll sein, alle Passwörter zu ändern und die eigene Karte sperren lassen. Außerdem empfehle man Kunden, ihre Kontoaktivitäten regelmäßig zu überprüfen und Verdächtiges unverzüglich zu melden, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Der Bankenverband betont im Zusammenhang mit Kartenzahlungen, die Sicherheitssysteme der Banken und Sparkassen erfüllten hohe Standards. Bei den Betrugsfällen setzten Kriminelle vor allem drauf, Verbraucher durch Täuschung zu einer Handlung zu bewegen. Sie missbrauchten deren Vertrauen.