Bayern-Star Jonathan Tah mit scharfer Kritik an den Spielerberatern
wa.deSportFußballStand: 27.07.2026, 20:00 UhrKommentareUns auf Google folgenFCB-Innenverteidiger Jonathan Tah kritisiert sehr deutlich das Geschäftsgebaren zahlreicher Spielerberater im Profifußball, mit welche...
- 3 min read
Stand: 27.07.2026, 20:00 Uhr
FCB-Innenverteidiger Jonathan Tah kritisiert sehr deutlich das Geschäftsgebaren zahlreicher Spielerberater im Profifußball, mit welchen er auch selbst negative Erfahrungen gemacht hat.
München – Der deutsche Nationalspieler Jonathan Tah ist seit 2013 Fußballprofi, seinen ersten Vertrag unterzeichnete der gebürtige Hamburger als 17-Jähriger beim HSV. Seitdem konnte er sich mit den Mechanismen des Geschäfts vertraut machen. Dabei hat er auch Erfahrungen mit zahlreichen Beratern gesammelt. Viele davon waren laut eigenen Aussagen wenig positiv.

Im Tim Gabel Podcast äußerte sich der 51-fache Nationalspieler nun erstaunlich offen zur Tätigkeit vieler Spielerberater: „Es gibt so viel, was hinter dem Rücken der Spieler passiert, was der Spieler gar nicht mitbekommt. Man fragt nicht nach und will eigentlich auch nichts damit zu tun haben“, so der 30-Jährige. Nach seiner Einschätzung handeln definitiv nicht alle hauptsächlich zum Besten ihrer Klienten. Stattdessen komme es stellenweise zu fragwürdigen Absprachen mit Vereinen.
Laut Tah arbeiten zahlreiche Spielerberater unseriös
„Du verdienst am Ende als Spieler weniger Geld, weil der Berater einen Deal mit dem Verein macht und sich das Geld selbst in die Taschen steckt“, kritisierte der Bayern-Profi die Szene scharf. Für ihn seien derartige Praktiken nicht akzeptabel: „Ich finde es immer schlimm, wenn du unfair gegenüber den Menschen bist, mit denen du arbeitest.“
Absolut Bayern - der Newsletter ⚽

Seien Sie näher am FC Bayern dran als je zuvor! Unser FCB-Newsletter versorgt Sie mit den wichtigsten News, liefert Ihnen Videos, Reportagen und exklusive Interviews direkt und ganz bequem in Ihr Postfach.
Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren und Teil der FCB-Community werden. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden!
Sind Sie dabei?
HIER geht‘s direkt zur Anmeldung
Jonathan Tah geht nun mit dem Thema ganz bewusst an die Öffentlichkeit. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen würden bei ihm bei einem großen Teil der Berater „die Alarmglocken schrillen“. Dennoch stellt der FCB-Stammspieler gleichzeitig klar, dass er seine Kritik nicht pauschal verstanden wissen möchte: „Es ist nicht jeder ein ganz Ekeliger, der ganz bewusst andere verarscht. Ich rede ganz bewusst von denjenigen, bei denen ich das Gefühl habe, sie wollen nicht, dass der Spieler wächst und aus sich herauskommt.“
Der Bayernprofi erinnert sich dabei auch an Geschehnisse aus seiner Anfangszeit als Jungprofi. Sein erster Vertrag beim Hamburger SV sei damals vollständig in der Boulevardpresse gelandet – inklusive Gehalt, Klauseln und Bonusregelungen. Nach eigener Aussage verdiente er zu diesem Zeitpunkt bereits rund 50.000 Euro im Monat. Schon diese bittere Erfahrung zeigte ihm sehr früh in seiner Karriere, wie sensibel und undurchsichtig das Geschäft im Profifußball ist.
Seit Februar 2023 arbeitet Tah mit der Agentur von Star-Berater Pini Zahavi, den Uli Hoeneß einst als „Piranha“ bezeichnet hat, zusammen. Im Gegensatz zum Ehrenpräsidenten des Rekordmeisters spricht der Nationalspieler ausdrücklich positiv über den Israeli. Besonders schätzt er dessen sachlichen und professionellen Umgang. „Wir reden über Business, also sitzen wir hier wie Business-Leute und nicht wie Fußballer. Hör auf mit der Scheiße und lass uns wie Business-Leute sprechen. Das mag ich an Pini“, so Tahs klare, aber auch drastische Worte.