Bayern abgeschlagen, Brandenburg einmal vorne – in diesen Bundesländern bekommen Rentner das meiste Geld

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Bayern abgeschlagen, Brandenburg einmal vorne – in diesen Bundesländern bekommen Rentner das meiste Geld

Stand: 28.07.2026, 07:29 Uhr

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Neue Zahlen zeigen, wie hoch die Unterschiede in der Rente sind. Ein Blick auf Wohnort und Geschlecht macht ein Problem besonders deutlich.

Berlin – Die Rentenhöhen in Deutschland sind regional ziemlich unterschiedlich. Bei der gesetzlichen Rente gilt grundsätzlich: Wer mehr einzahlt, bekommt im Alter auch mehr raus. Doch es gibt auch komplizierte Berechnungen, etwa um das Rentenniveau zwischen West und Ost anzugleichen. Neue Zahlen zeigen nun, wie groß die Unterschiede in Deutschland sind. Sie machen Überraschendes deutlich.

Die Renten in Deutschland sind nicht überall gleich hoch. Im Gegenteil: Je nach Region und Geschlecht sind die Unterschiede massiv.

Die Renten in Deutschland sind nicht überall gleich hoch. Im Gegenteil: Je nach Region und Geschlecht sind die Unterschiede massiv. © picture alliance/dpa | Fabian Sommer (Montage)

In einer Kleinen Anfrage erkundigte sich die Bundestags-Fraktion der Linken bei der Bundesregierung nach aktuellen Zahlen rund um die Rente. Die Regierungsantwort liegt dem Münchner Merkur von Ippen.Media exklusiv vor. Daten gibt es unter anderem zum durchschnittlichen Rentenzahlbetrag – also der Rente, die die Deutsche Rentenversicherung (DRV) tatsächlich an Männer und Frauen überweist. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind davon schon abgezogen. Ende 2025 erhielten Männer bundesweit im Schnitt 1531 Euro Altersrente von der DRV, Frauen lediglich 1025 Euro. Ein Blick auf die Länder macht noch größere Unterschiede deutlich.

Große Ungleichheit bei der Rente – Bayern hinten, Brandenburg vorne

Bei Männern beträgt der Unterschied teils über 200 Euro. So lag der Rentenzahlbetrag für Männer im Alter in Baden-Württemberg mit 1605 Euro pro Monat bundesweit am höchsten. Dicht gefolgt von 1596 Euro im Saarland. In Bayern bekamen Männer 1517 Euro und damit weniger als der Bundesdurchschnitt. Schlusslichter sind die Stadtstaaten: Berlin mit 1394 Euro, Hamburg mit 1435 Euro und Bremen mit 1437 Euro pro Monat.

Ganz anders ist die Lage bei Frauen. Für sie betrug der Durchschnittsbezug über 500 Euro pro Monat weniger. In den Ländern sind die Unterschiede noch gravierender. Am höchsten sind die Bezüge in Brandenburg mit 1328 Euro, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 1316 Euro und Sachsen mit 1303 Euro pro Monat. Vor der Wende war die Erwerbsbeteiligung von Frauen im Osten deutlich höher als im Westen, ein Grund für die großen Unterschiede in den Rentenzahlungen.

Die niedrigsten Werte sind allesamt in den westdeutschen Bundesländern zu finden: So erhielten Frauen im Saarland gerade einmal 839 Euro pro Monat und damit knapp 500 Euro pro Monat weniger als in Brandenburg. Ebenfalls unterdurchschnittlich sind die gezahlten Renten in Nordrhein-Westfalen mit 916 Euro, in Bayern mit 956 Euro und in Hessen mit 970 Euro. Besonders Frauen konnten und können durch unbezahlte Sorgearbeit nicht oder weniger sozialversicherungspflichtig arbeiten und haben daher meist niedrigere gesetzliche Renten als Männer.

Für Sarah Vollath, renten- und alterssicherungspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag und Mitautorin der Kleinen Anfrage ist klar, was aus diesen Zahlen folgen muss. Sie fordert eine „solidarische Mindestrente, die Rentner:innen wirksam vor Altersarmut schützt“, wie sie unserer Redaktion sagt.

Besonders die hohe Armutsgefährdungsquote von Frauen im Alter ist Vollath ein Dorn im Auge und Zusatzargument für eine neue Rentenpolitik. „Damit erkennen wir auch die Lebensleistung von Personen an, die jahrzehntelang viel zu niedrige Löhne für ihre harte Arbeit bekommen haben oder unbezahlt gesellschaftlich unverzichtbare Aufgaben, wie die Pflege von Angehörigen und die Erziehung der Kinder, übernommen haben“, begründet die Linke-Abgeordnete die Forderung nach der Mindestrente. „Sie alle verdienen ein gutes und würdevolles Leben im Alter.“ (Quellen: Linke-Bundestagsfraktion, Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage, Deutsche Rentenversicherung, eigene Recherchen)