Argentinien gegen Spanien sorgt für Stimmung in Frankfurt

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Argentinien gegen Spanien sorgt für Stimmung in Frankfurt

Stand: 17.07.2026, 17:30 Uhr

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Camila García, Maria Victoria Zalazar, Daniel Ibarra und Joaquín Orlando (v. l. n. r.) im Waxy’s.

Camila García, Maria Victoria Zalazar, Daniel Ibarra und Joaquín Orlando (v. l. n. r.) im Waxy’s. © Dirk Meyer-Bosse

Am Sonntag steigt das WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien. Das Centro Cultural Gallego an der Konstablerwache ist bereits fast ausgebucht.

Wenn am Sonntag vor 82.500 Anhänger:innen im New-York-New-Jersey-Stadion in der US-Stadt East Rutherford die bislang längste Fußball-WM zu Ende geht und im Finale zwei hispanisierte Weltmeister untereinander den neuen ermitteln, wird auch Frankfurt fest in spanischsprachiger Hand sein. Und bereits vor dem Anpfiff um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit scheint klar: Titelverteidiger Argentinien ist gegen den aktuellen Europameister Spanien deutlich unterlegen. Zumindest im Hinblick auf die Anzahl der Fans in der Mainmetropole.

Kellner David Ruiz (l.) ist für Spanien, Student Sebastian für Argentinien.

Kellner David Ruiz (l.) ist für Spanien, Student Sebastian für Argentinien. © Dirk Meyer-Bosse

Der Spanier David Ruiz kellnert bereits seit 2008 im Centro Cultural Gallego an der Konstablerwache. Das für seine galizischen Spezialitäten bekannte Restaurant ist für das Endspiel auf allen drei Etagen und auch bei den Sitzgelegenheiten im Außenbereich schon annähernd komplett ausgebucht. „Wir stellen am Sonntag draußen noch zusätzliche Tische auf, um dem großen Ansturm gerecht werden zu können“, sagt Ruiz. Schon beim Halbfinalsieg der Spanier gegen die Franzosen sei das Lokal aus allen Nähten geplatzt.

Riuz hat den bislang einzigen WM-Titel seiner Spanier schon einmal im Centro Cultural Gallego gefeiert. 2010 war das, als die Iberer im Finale in Südafrika die Niederlande durch ein Tor von Andrés Iniesta in der 116. Minute mit 1:0 nach Verlängerung besiegten. „Wir werden wieder gewinnen“, sagt der 50-Jährige, der im Stadtteil Rödelheim wohnt. Bereits jetzt habe er das neue Trikot von „La Furia Roja“, wie die Fans ihre spanische Nationalmannschaft pathetisch nennen, mit einem weiteren Stern für den nächsten Weltmeistertitel bestellt.

„Wir haben einfach die beste Mentalität“

„Das wirst du niemals tragen, weil es gar nicht hergestellt wird“, sagt der 25-jährige Student Sebastian aus dem Nordend, der am Mittwochabend im Centro Cultural Gallego das himmelblau-weiß gestreifte Trikot der Südamerikaner trägt und den Halbfinalsieg seiner Argentinier gegen die Engländer bejubelt. Der Sohn einer deutschen Mutter und eines argentinischen Vaters wuchs in Venezuela auf und lebt seit sechs Jahren in Frankfurt. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die ‚Albiceleste‘ (die Weiß-Himmelblauen, Spitzname des argentinischen Teams) ihren Titel verteidigen wird“, sagt Sebastian. „Ich habe bislang alle Spiele unserer Mannschaft live gesehen – auch die Partien mitten in der Nacht. Wir haben einfach die beste Mentalität.“

Mit dieser Überzeugung ist er zusammen mit nur 244 in Frankfurt gemeldeten argentinischen Staatsbürger:innen im Vergleich zu 8.353 spanischen zwar klar in der Minderheit, aber bei weitem nicht allein. Besonders deutlich wird dies am Mittwochabend im vollkommen überfüllten Waxy’s Irish Pub in der Innenstadt. Dort behauptet sich eine Handvoll Argentinier:innen stimmlich beim Public Viewing im Halbfinale gegen die zahlenmäßig haushoch überlegenen Engländer:innen. Bereits vor der Partie schmettern die „Albiceleste“-Fans Camila García, Maria Victoria Zalazar, Daniel Ibarra und Joaquín Orlando die argentinische Nationalhymne derart lautstark mit, dass das anschließende „God save the King“ der englischen Supporter fast so unterlegen wirkt wie das folgende Spiel der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel in den letzten 30 Minuten.

Spanische Flaggen hängen schon an den Balkonen im Stadtteil Bornheim.

Spanische Flaggen hängen schon an den Balkonen im Stadtteil Bornheim. © Christoph Boeckheler

„Wir werden auch gegen die Spanier gewinnen“, sagt der 22-jährige angehende Flugzeugmechaniker Joaquín, der in Mühlheim am Main wohnt. „Weil wir Argentinier immer alles geben. Und weil wir Messi haben.“ Wie Camila, die zusammen mit Maria als Stewardess am Flughafen Frankfurt-Hahn arbeitet, kommt er ursprünglich aus Buenos Aires, der „besten Stadt der Welt“. In Frankfurt hält er sich auch abseits von WM-Spielen privat oft und gerne auf, „weil das die beste Stadt Deutschlands ist“.

Vollkommen offen, wer am Ende feiern darf

Deshalb wollen sie auch beim Finale wieder gemeinsam in der Mainmetropole mitfiebern. Genauso wie die zahlenmäßig übermächtigen spanischen Fans. Sportlich betrachtet scheint dabei vollkommen offen zu sein, wer am Ende den Titel feiern darf. Denn in bisher 14 Spielen gegeneinander gewannen sowohl die Argentinier als auch die Spanier jeweils sechsmal, dazu gab es zwei Unentschieden. Die letzte Partie ging am 17. März 2018 deutlich mit 6:1 an die Spanier. Aber das war lediglich ein Freundschaftsspiel, das auch noch in Madrid stattfand – und bei dem Argentinien ohne den verletzten Messi antreten musste.

Fabiana Jarma und ihre Tochter Milena Naujoks sind bestens für das Finale vorbereitet.

Fabiana Jarma und ihre Tochter Milena Naujoks sind bestens für das Finale vorbereitet. © Renate Hoyer

Eines steht jedenfalls schon fest: Gejubelt wird auf Spanisch. Auch in Frankfurt.