80.000 stehen stundenlang an, Peter Thiel darf Teppich von Bayeux früher sehen
Vorzugsbehandlung 80.000 stehen stundenlang an, Peter Thiel darf Teppich von Bayeux früher sehen Das British Museum räumte dem umstrittenen Tech-Unternehmer einen Vorabbesuch ein Michael Wurmitzer ...
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Vorzugsbehandlung
80.000 stehen stundenlang an, Peter Thiel darf Teppich von Bayeux früher sehen
Das British Museum räumte dem umstrittenen Tech-Unternehmer einen Vorabbesuch ein
Michael Wurmitzer
Jahrelang hatte sich Großbritannien um die Leihgabe aus Frankreich bemüht: den Teppich von Bayeux. Ein 68 Meter langes, vor fast 1000 Jahren besticktes Stück Stoff, das Szenen der Schlacht von Hastings anno 1066 zeigt, die die normannische Herrschaft in England einläutete. Ab 10. September wird er im British Museum für Besucher und Besucherinnen zu sehen sein. Mitunter verbrachten diese zum Erwerb von Time-Slot-Ticket Stunden auf der Buchungsplattform des Museums, zu Spitzenzeiten sollen es 80.000 gewesen sein.
Umso mehr Aufregungspotenzial hat nun die Meldung, dass bereits vor Ausstellungsbeginn Tech-Milliardär Peter Thiel eine Privatführung genossen hat. Der Guardian berichtete am Montag davon. Demnach hat die Entwicklungsleiterin des Museums, Charlotte Appleyard, Thiel Mitte August durch die noch im Aufbau befindlichen Ausstellungsräume zum Exponat geführt.
Lichtstunden
Nun sind Privatführungen für Prominente auch in heimischen Museen Usus. Einerseits aber steht Thiel hinter dem Konzern Palantir und damit dessen Überwachungssoftware und dafür nicht nur in Großbritannien in der Kritik. Sein angekündigter Auftritt bei den Wiener Festwochen sorgte heuer auch in Österreich für Wirbel – er wurde schließlich abgesagt. Der mächtige Mann mit ideologischem Rechtsdrall sollte dort etwa über seine Ansichten zum "Antichrist" sprechen.
Zudem ist besonders herausfordernd an der Präsentation des historischen Objekts, dass es aus konservatorischen Gründen nur eine gewisse Zahl an Stunden dem Licht ausgesetzt werden darf. Der Thiel-Besuch soll laut Angaben des Museums aber keine "Lichtstunden" verbraucht haben, die sonst dem allgemeinen Publikum zur Verfügung gestanden wären. Es soll ebenso kein Geld seitens Thiel an das Museum geflossen sein. (red, 1.9.2026)
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