Opel-Zoo baut neue Anlage für sieben asiatische Tierarten

Der Opel-Zoo in Kronberg beginnt sein größtes Bauvorhaben: Sieben asiatische Tierarten sollen auf einer 18.000 Quadratmeter großen Anlage unterkommen. Im Frühjahr 2028 könnten sie einziehen.

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Opel-Zoo baut neue Anlage für sieben asiatische Tierarten

Den 70. Jahrestag seiner Gründung feiert der Opel-Zoo mit einem Blick auf ein Datum in der Zukunft. Im Frühjahr 2028 soll eine neue Anlage für sieben asiatische Tierarten eröffnen. Auf dem 18.000 Quadratmeter großen Gelände wird am Donnerstag der Grundstein dafür gelegt.

Bevor es so weit ist, begrüßt Gregor von Opel die Gäste. Der 10. September sei „ein ganz besonderer und sehr großer Tag für uns“, sagt der Vorsitzende der Stiftung, die den Opel-Zoo trägt. Opel spricht vom größten Bauvorhaben, das der Zoo in Kronberg im Taunus jemals begonnen habe – und nennt auch gleich die „Hauptdarsteller“ des Projekts: Die Panzernashörner, die Schabrackentapire und die Siamangs, eine Gibbonart, sollen im übernächsten Frühjahr in die Anlage einziehen.

Unerwähnt bleiben an dieser Stelle noch die Papua-Hornvögel, die Hirschziegen-Antilopen, die Nilgau-Antilopen und die Indischen Otter. Sie werden ebenfalls eine neue Heimat auf der Fläche im Zoo finden, auf der schon seit dem Frühsommer viele Baufahrzeuge unterwegs sind. Die Planung des Vorhabens mit Gesamtkosten von 21 Millionen Euro hatte schon im Jahr 2019 begonnen.

18.000 Quadratmeter: Thomas Kauffels, Direktor des Opel-Zoos, spricht bei der Grundsteinlegung auf dem Gelände der künftigen Anlage für asiatische Tierarten.
18.000 Quadratmeter: Thomas Kauffels, Direktor des Opel-Zoos, spricht bei der Grundsteinlegung auf dem Gelände der künftigen Anlage für asiatische Tierarten.Lando Hass

Der Schirmherr des Bauprojekts ist Ministerpräsident Boris Rhein (CDU). Er soll den Grundstein legen oder genauer: enthüllen. Noch liegt der Taunusquarzit unter einem Tuch verborgen. Rhein spricht von einem der ambitioniertesten Asien-Projekte in der deutschen Zoolandschaft. Die Anlage werde eine Attraktion sein, die weit über den Taunus hinausreichen werde. Gute Zooarbeit diene dazu, die Schöpfung zu bewahren, sagt der Ministerpräsident: In diesem Sinne investiere der Opel-Zoo 21 Millionen Euro in den Artenschutz.

Zoodirektor Thomas Kauffels macht Lust auf die Tiere. „Junge Tapire sind Herzensbrecher“, sagt der Biologe. Außerdem kann Kauffels von einer Panzernashorn-Geburt im Jahr 1980 berichten. Nicht im Opel-Zoo, sondern im San Diego Wild Animal Park. „Ich hatte Nachtwache.“ Aber er und sein Kollege seien eingeschlafen. „Als wir aufgewacht sind, lagen da auf einmal vier Quadratmeter Nachgeburt.“ Im Opel-Zoo, verspricht der Direktor, sollen die sieben asiatischen Arten „möglichst ohne sichtbare Barriere zwischen Besucher und Tier“ zu sehen sein.

Zoodirektor Thomas Kauffels (von links nach rechts), Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Gregor von Opel enthüllen den Grundstein des Neubaus für asiatische Tierarten.
Zoodirektor Thomas Kauffels (von links nach rechts), Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Gregor von Opel enthüllen den Grundstein des Neubaus für asiatische Tierarten.Lando Hass

Begleitet wird das Bauvorhaben von einem Projekt des Zoos zusammen mit dem World Wide Fund For Nature Deutschland. Tierfreunde können Teil eines „Teams Tapir Kronberg“ werden. Die Mitgliedsbeiträge fließen in den Bau der Asienanlage und in die Arbeit des WWF zum Schutz des Schabrackentapirs in Thailand. Die Art ist stark gefährdet, in Südostasien leben nur noch etwa 2500 Tiere. Aber, so sagt Stefan Ziegler vom WWF: „Eine Trendumkehr ist möglich.“

Einen Blick zurück wirft der Zoo bei aller Vorfreude aber auch. Gregor von Opels Vater Georg von Opel hat am 10. September 1956 ein Freigehege für Tierforschung eröffnet. Es sei damals um weit mehr gegangen als bloß „eine Passion meines Vaters, als ein sehr ernstes Hobby“, sagt der Sohn. Denn der Vater habe die Institution der Gemeinschaft gestiftet. Aus dem damaligen Verein sei die Stiftung hervorgegangen. Heute ist der Opel-Zoo der einzige Zoo in Deutschland, der keine Subventionen erhält. Schirmherr Rhein sagt, was 1956 mit drei Elefanten, einer davon namens Opeline, im Garten von Georg von Opel begonnen habe, sei ein Glücksfall für ganz Hessen und Deutschland.

Dann wird das Tuch vom Taunusquarzit gezogen, und viele Gäste trinken Sekt. Zoobesucher können von Freitagabend bis Sonntag zu einem Jubiläumsprogramm kommen. Es gibt Führungen und Infostände – natürlich auch zum Bauvorhaben „Panzernashörner“.