Zugstrecke bis Dezember gesperrt: Bei Bahndamm-Sanierung werden 3076 Schwellen und 8000 Tonnen Schotter verbaut
StartseiteLokalesWeilheimStand: 17.07.2026, 06:00 UhrKommentareUns auf Google folgenAm Montag geht’s los: Dann bringt die DB InfraGO den Bahndamm zwischen Peißenberg und Weilheim auf Vordermann. © Florian Zerho...
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Stand: 17.07.2026, 06:00 Uhr
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Auf der Pfaffenwinkelbahn beginnt am Montag die Sanierung eines Bahndamms, der noch aus dem 19. Jahrhundert stammt. Bis Dezember pendelt ein Ersatzverkehr.
Landkreis – Einen Regionalzug bekommt der Nordbahnhof in Peißenberg ab dem kommenden Montag für Monate nicht mehr zu Gesicht. Weder aus Schongauer noch aus Weilheimer Richtung wird einer der weiß-blauen Dieseltriebwagen der Bayerischen Regiobahn (BRB) in die kleine Haltestelle im Ortsteil Alte Bahn einfahren. Läuft alles nach Plan, ertönt das Signalhorn der Lok erst dann wieder, wenn die Kinder bereits ihren halben Adventskalender geplündert haben.
Der Grund für die Streckensperrung? Den sehnen viele Pendler aus dem Landkreis schon seit Monaten, vielleicht sogar Jahren herbei: die Sanierung der Pfaffenwinkelbahn zwischen Peißenberg und Weilheim. Knapp fünf Monate lang soll auf dem rund neun Kilometer langen Teilstück gewerkelt werden, damit die Züge endlich wieder mit angemessenem Tempo fahren können. Baubeginn ist am Montag.
Als Streckenbetreiber hat die BRB bereits zwei Ersatzfahrpläne (SEV) ausgetüftelt – für die Dauer der Sommerferien (2. August bis 14. September) wie auch für die Wochen und Monate davor und danach. Zu finden sind sie auf der Internetseite www.brb.de. Die Lagepläne der SEV-Haltestellen sind unter www.bahnhof.de einsehbar.
Offiziell trägt die Baumaßnahme den Titel „Bahndamm und Gleissanierung“. Wer häufiger auf der Strecke unterwegs ist, weiß freilich nur zu gut, auf welche Stelle sich anstehende Sanierung fokussieren wird. Priorität hat die lange Gerade, die vom Weiler Grasla bis zur Ammerbrücke vor den Toren der Kreisstadt Weilheim führt. Auf diesem Abschnitt ist seit Jahren beinahe Schritttempo angesagt. „Der Betrieb auf der Strecke zwischen Augsburg und Schongau ist derzeit durch mehrere Langsamfahrstellen beeinträchtigt, weshalb der Fahrplan angepasst werden musste“, berichtet eine Bahn-Sprecherin von den Zuständen auf der Strecke.
Strecke sorgte immer wieder für Probleme
Der besagte Damm entwickelte sich in den vergangenen Jahren gewissermaßen zum Sinnbild maroder Bahninfrastruktur im Landkreis (wir berichteten). Mitunter hatte man Sensoren verbaut, die Bewegungen im Erdkörper aufzeichnen sollten. 2025 hat sich die Bahn bereits um einen 1,9 Kilometer messenden Streckenabschnitt zwischen Peißenberg und Hohenpeißenberg gekümmert, auf dem sich ebenfalls zahlreiche Langsamfahrstellen versteckt hatten. Und auch anderswo auf der Strecke musste die Bahn immer wieder mit schwerem Gerät anrücken. Man denke zurück an den Biber, der sich bei Peiting in den Bahndamm gegraben hatte.
Erneuert werden dieses Mal Schienen, Schwellen und Schotter. „Die Arbeiten am Bahndamm sind aufwendig“, betont eine Bahn-Sprecherin. Zum Einsatz kommen unter anderem die „Fräs-Misch-Injektion“, die für eine „tiefe Stabilisierung des Bodens“ sorgen soll, sowie das „Hydro-Zementationsverfahren“ als Maßnahme der zusätzlichen Festigung des Dammes. Dieser stammt noch aus dem 19. Jahrhundert. Vereinfacht beschreibt die Bahn die Arbeiten wie folgt: Verschiedene Erdschichten werden bei dem Verfahren entnommen oder abgetragen. Im Anschluss wird das Material mit Bindemitteln wie Beton vermischt „und schließlich wieder eingebracht“.
Mit dem Abschluss der Dammsanierung ist die Arbeit aber längst nicht getan. Laut Bahn erfolgt in einem zweiten Schritt die vollständige Gleiserneuerung. Zwei Kilometer misst der Abschnitt, auf dem der Infrastrukturbetreiber DB InfraGO tätig wird. Und auf diesem werden insgesamt 8000 Tonnen Schotter und 3076 Schwellen verbaut.