Wargaming wagt mit World of Tanks HEAT Season 2 gleich zwei große Experimente
World of Tanks: HEAT ist gerade einmal ein paar Monate alt, doch Wargaming schaltet beim eigenen Panzer-Hero-Shooter bereits einen Gang höher. Mit Season 2: Fire and Ash, die am 2. September startet, kommen nic...
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World of Tanks: HEAT ist gerade einmal ein paar Monate alt, doch Wargaming schaltet beim eigenen Panzer-Hero-Shooter bereits einen Gang höher. Mit Season 2: Fire and Ash, die am 2. September startet, kommen nicht nur ein neuer Agent und frische Fahrzeuge hinzu. Vor allem eine dynamische Vulkan-Karte, deutlich größere Gefechte und eine ziemlich angenehme Änderung am Battle Pass könnten dafür sorgen, dass sich HEAT künftig etwas anders spielt.
Wir haben uns die Neuerungen bei Wargaming zeigen lassen. Und während nicht jede davon das Rad – oder besser gesagt die Kette – neu erfindet, steckt in Season 2 deutlich mehr als einfach nur die nächste Portion Content.
Jetzt startet HEAT eigentlich erst richtig durch
Wer World of Tanks: HEAT bisher ignoriert hat: Mit dem klassischen World of Tanks hat das Spiel zwar Panzer und den Namen gemeinsam, spielerisch geht es aber in eine andere Richtung. HEAT ist wesentlich schneller, arcadiger und kombiniert seine Fahrzeuge mit Agenten, eigenen Fähigkeiten und Ultimates. Ein bisschen Hero-Shooter steckt also durchaus unter der dicken Panzerung.
Season 2 ist dabei wichtiger, als die Zahl zunächst vermuten lässt. Die Launch-Season und Season 1 waren vergleichsweise kurz und dienten Wargaming auch dazu, Erfahrungen zu sammeln. Fire and Ash soll nun stärker die Blaupause für den zukünftigen Live-Service-Betrieb bilden, bei dem Seasons ungefähr drei Monate laufen.
Dazu gehören diesmal unter anderem:
- ein neuer Agent samt zwei eigenen Panzern
- ein weiteres Fahrzeug für Ember
- die neue Karte Inferno One
- erstmals 20-gegen-20-Gefechte
- ein neues Archivsystem für alte Battle Pässe
- Gambit macht Beschuss zum Problem des Gegners
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Der neue Agent hört auf den Namen Gambit und gehört zur Defender-Klasse. Einfach nur möglichst viel Schaden schlucken soll er allerdings nicht. Seine passive Fähigkeit belegt Gegner, die auf ihn feuern, nach und nach mit einem Debuff, der ihre Fähigkeiten beeinträchtigen beziehungsweise zeitweise komplett ausschalten kann. Besonders effektiv wird das auf kurze Distanz.
Mit seiner Ultimate schickt Gambit wiederum Verteidigungsdrohnen los, die ihm und Verbündeten in seiner Nähe zusätzlichen Schutz verschaffen. Damit soll er stärker als bisherige Defender tatsächlich das eigene Team unterstützen und nicht einfach nur als ziemlich großer Kugelfang herumstehen.
Passend dazu bekommt Gambit gleich zwei Fahrzeuge. Der M60A3E2 kann seine Panzerung kurzzeitig verstärken und die zusätzlichen Platten anschließend sogar absprengen und auf Gegner schleudern. Das verursacht Schaden, macht den eigenen Panzer danach allerdings verwundbarer. Der T-72SH setzt stattdessen auf elektronische Kriegsführung und nervt Gegner mit Störfeldern und Tesla-Scheiben.
Dazu erhält Ember mit dem M1150 ABV endlich ihr zweites Fahrzeug. Und das dürfte zumindest optisch schwer zu übersehen sein: Der Breacher setzt unter anderem auf einen Flammenwerfer, Brandgranaten und Sprengladungen. Besonders im Nahkampf dürfte das für ziemlich warme Begegnungen sorgen.
Auf Inferno One verändert sich das Schlachtfeld
Interessanter als die neuen Fahrzeuge ist für viele aber Inferno One. Die neue Karte führt uns in eine alternative Version Islands, die nach einem gewaltigen Vulkanausbruch nicht mehr unbedingt nach einem Ort aussieht, an dem man seinen nächsten Sommerurlaub verbringen möchte.
Die Lava ist dabei nicht bloß hübsche Dekoration. Während des Matches breitet sie sich über Teile der Karte aus und verändert dadurch tatsächlich die möglichen Wege. Passagen können verschwinden, Deckungen unbrauchbar werden und Rückzugswege plötzlich nicht mehr ganz so attraktiv aussehen.
World of Tanks HEAT: Fire & Ash (2)
Ganz verboten sind die überschwemmten Bereiche allerdings nicht. Wer unbedingt möchte, darf teilweise durch die Lava fahren – muss dann aber mit Schaden und einem brennenden Panzer leben. Gerade rund um einzelne Eroberungspunkte sollen sich dadurch im Laufe einer Partie neue Situationen ergeben.
Für HEAT ist das ein Experiment. Inferno One ist die erste Karte, bei der Wargaming derart stark mit dynamischen Veränderungen während eines Gefechts arbeitet. Funktioniert das Konzept, könnten zukünftige Schlachtfelder ähnliche Ideen aufgreifen.
40 Panzer auf einer Karte – was soll schon schiefgehen?
Noch größer wird das Experiment beim neuen 20-gegen-20-Conquest. Bislang treten in diesem Modus zehn Spieler pro Seite gegeneinander an, künftig können sich auf geeigneten Karten gleich 40 Panzer gleichzeitig die Geschosse um die Ohren hauen.
Die grundsätzlichen Regeln bleiben dabei bestehen. Fünf Basen müssen erobert und gehalten werden, während unbegrenzte Respawns dafür sorgen, dass nach einem Volltreffer nicht gleich Feierabend ist.
World of Tanks HEAT: Fire & Ash (3)
Wargaming behandelt den Modus vorerst allerdings bewusst als Test. 20v20 wird zunächst nur zu bestimmten Zeiten am Wochenende verfügbar sein und später je nach Feedback ausgeweitet. Das ergibt durchaus Sinn: Doppelt so viele Spieler bedeuten schließlich nicht automatisch doppelt so viel Taktik. Im schlimmsten Fall bedeutet es einfach doppelt so viele Granaten, die aus irgendeiner Richtung angeflogen kommen.
Der Battle Pass verliert endlich seinen Zeitdruck
Eine der angenehmsten Neuerungen von Season 2 hat mit Panzern dagegen überhaupt nichts zu tun. Wargaming führt das Battle-Pass-Archiv ein.
Wer einen Pass während einer Season nicht vollständig abschließt, verliert den Fortschritt künftig nicht mehr. Alte Battle Pässe bleiben verfügbar und können später weitergespielt werden. Auch ein bereits gekaufter Premium-Status bleibt erhalten.
Gerade für ein Live-Service-Spiel ist das eine erfreulich entspannte Lösung. Statt Spieler mit künstlichem Zeitdruck zum täglichen Grind zu bewegen, nimmt Wargaming dem System einen guten Teil des üblichen FOMO-Gefühls.
Dazu kommen zahlreiche kleinere Verbesserungen an HUD, Zielerfassung und Bedienung. Unter anderem wird die Entfernung zum Ziel künftig direkt am Fadenkreuz angezeigt, verschiedene Munitionstypen zeigen ihren effektiven Entfernungsbereich besser an und einige bislang missverständliche Anzeigen werden überarbeitet.
Season 2 erfindet World of Tanks: HEAT damit nicht komplett neu. Wargaming scheint aber zunehmend herauszufinden, was es mit seinem deutlich arcadigeren Panzer-Shooter eigentlich anstellen möchte. Besonders die dynamische Map und die 40-Spieler-Gefechte könnten zeigen, ob unter der dicken Stahlhaut langfristig mehr steckt als einfach nur World of Tanks mit Ultimates.
- Mit dynamischer Lava und 20-gegen-20-Gefechten testet Wargaming neue Spielmechaniken, die bei Erfolg auch kommende Maps und Modi von HEAT prägen könnten.
- Das neue Battle-Pass-Archiv nimmt Spielern den bisherigen Zeitdruck, weil angefangene Pässe samt Premium-Fortschritt auch nach dem Ende einer Season weitergespielt werden können.
- Season 2 dient als Blaupause für den künftigen Live-Service mit etwa dreimonatigen Seasons und zeigt damit erstmals deutlicher, wie Wargaming HEAT langfristig weiterentwickeln will.
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