14.065 Blitze in Baden-Württemberg – fast die Hälfte fiel in nur einem Monat

tzWeltStand: 01.09.2026, 14:57 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Feuerwehr Alfdorf musste nach dem Unwetter mehrere umgestürzte Bäume beseitigen und weitere Gefahrenstellen absichern. (Symbolbild) © News5 /...

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14.065 Blitze in Baden-Württemberg – fast die Hälfte fiel in nur einem Monat

Stand: 01.09.2026, 14:57 Uhr

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Die Feuerwehr Alfdorf musste nach dem Unwetter am Donnerstagabend mehrere umgestürzte Bäume beseitigen und weitere Gefahrenstellen absichern. (Symbolbild)

Die Feuerwehr Alfdorf musste nach dem Unwetter mehrere umgestürzte Bäume beseitigen und weitere Gefahrenstellen absichern. (Symbolbild) © News5 / Lars Haubner/ dpa

Nur Bayern verzeichnete im meteorologischen Sommer mehr Wolken-Boden-Blitze. Fast die Hälfte aller deutschen Blitze wurde allein im Juni registriert.

Baden-Württemberg gehörte im meteorologischen Sommer 2026 zu den blitzreichsten Bundesländern Deutschlands. Zwischen dem 1. Juni und dem 31. August registrierte das Messnetz des französischen Blitzortungsdienstes Meteorage im Land 14.065 Wolken-Boden-Blitze.

Nur Bayern kam mit 27.366 auf einen höheren Wert.

Damit entfielen rund 14 Prozent aller in Deutschland registrierten Wolken-Boden-Blitze auf Baden-Württemberg. Bundesweit zählte Meteorage 97.899 Entladungen, europaweit 893.458. Deutschland landete damit hinter Italien, Frankreich und Spanien auf Platz vier .Für Ostwürttemberg lässt sich aus der vorgelegten Sommerbilanz allerdings kein genauer Wert ableiten. Separate Zahlen für den Ostalbkreis und den Landkreis Heidenheim enthält die Auswertung nicht.

Fast jeder zweite Blitz wurde im Juni registriert

Besonders gewitterreich war der Start in den Sommer. Im Juni registrierte Meteorage deutschlandweit 47.053 Wolken-Boden-Blitze. Das entspricht gut 48 Prozent des gesamten Sommerwertes. Im Juli sank die Zahl auf 28.682, im August waren es noch 22.164.

Dass gerade der Juli dennoch heftige Gewitterlagen brachte, zeigte sich auch auf der Ostalb. Mitte des Monats stieg nach mehreren heißen Tagen die Gewittergefahr im Ostalbkreis deutlich an. Der Deutsche Wetterdienst rechnete damals regional mit kräftigeren Entwicklungen.

Der blitzreichste einzelne Tag des Sommers war ebenfalls ein Julitag: Am 14. Juli wurden deutschlandweit 7.518 Wolken-Boden-Blitze registriert. Dahinter folgten der 1. Juni mit 7.035 und der 1. August mit 5.885 Blitzen.

Hagel, Starkregen und schwere Böen

Mehrere Gewitterlagen brachten nach Angaben von Meteorage im Laufe des Sommers großen Hagel, Starkregen und schwere Windböen. Lokal traten demnach auch Tornados auf. Wie explosiv einzelne Wetterlagen waren, zeigte sich Mitte Juli, als in Baden-Württemberg vor Superzellen, Hagel und heftigen Gewittern gewarnt wurde.

Auch Anfang August warnte der Deutsche Wetterdienst landesweit vor schweren Gewittern mit Starkregen, Hagel und Böen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Wo genau im Sommer Schäden durch die von Meteorage erfassten Gewitter entstanden und wie hoch diese ausfielen, geht aus der Bilanz allerdings nicht hervor.

Baden-Württemberg landet bundesweit auf Platz zwei

Mit 14.065 Blitzen liegt Baden-Württemberg in der Länderwertung hinter Bayern. Auf den Südwesten folgen Niedersachsen mit 13.028, Nordrhein-Westfalen mit 6.818 und Sachsen mit 5.935 Wolken-Boden-Blitzen.

Die Gewitterbilanz 2026

Regenwetter im Rhein-Main-Gebiet

Hagel, Starkregen und schwere Sturmböen begleiteten den Sommer 2026. © Jennifer Brückner/dpa

Baden-Württemberg: 14.065 Wolken-Boden-Blitze
Deutschland: 97.899
Bundesweiter Spitzenreiter: Bayern mit 27.366
Blitzreichster Monat: Juni mit 47.053
Blitzreichster Tag: 14. Juli mit 7.518
Europa: 893.458
Zeitraum: 1. Juni bis 31. August 2026
Quelle: Meteorage
Ostalbkreis/Heidenheim: keine Einzelwerte veröffentlicht

Die Rangliste der einzelnen Landkreise sieht allerdings anders aus: Unter den fünf Kreisen mit den höchsten absoluten Werten befindet sich kein Landkreis aus Baden-Württemberg. An der Spitze liegt Cuxhaven in Niedersachsen mit 1.360 Blitzen, knapp vor dem bayerischen Oberallgäu mit 1.355.

Es folgen Schleswig-Flensburg mit 1.302, Rendsburg-Eckernförde mit 999 und Ludwigslust-Parchim mit 996 Blitzen. Unter den Großstädten erreichte München mit 439 den höchsten Wert.

Warum absolute Blitz-Zahlen täuschen können

Absolute Werte sind allerdings nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Große Bundesländer oder Landkreise haben schon aufgrund ihrer Fläche eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine große Zahl an Blitzen zu verzeichnen. Aussagekräftiger ist deshalb die Blitzdichte, also die Zahl der Entladungen im Verhältnis zur Fläche.

Für Deutschland nennt Meteorage eine auf ein Jahr hochgerechnete Blitzdichte von 1,09 Wolken-Boden-Blitzen je Quadratkilometer. Der reine Sommerwert von 97.899 Blitzen entspricht rechnerisch rund 0,27 Blitzen je Quadratkilometer innerhalb der drei betrachteten Monate.

Kein Rekordsommer – aber mehr Blitze als 2025

Meteorage-Experte Joris Royet ordnet den Sommer deshalb weniger als außergewöhnlich blitzreich ein. Auffällig seien vielmehr mehrere schwere Einzelereignisse gewesen.

Wiederholt hätten Wetterlagen die Bildung von Superzellen mit Hagel, zerstörerischen Böen und vereinzelt Tornados begünstigt . Zu den blitzreichsten Sommern der vergangenen Jahre habe 2026 dennoch nicht gehört. Die Aktivität sei allerdings deutlich höher gewesen als im Sommer 2025.

Konkrete Vergleichswerte für frühere Jahre nennt die vorgelegte Bilanz nicht.

Dass schwere Gewitter im Südwesten schnell erhebliche Folgen haben können, zeigte sich ebenfalls im Juli: Starkregen und Sturm sorgten unter anderem für vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume und Stromausfälle

Zu Meteorage

Meteorage ist eine Tochter des französischen Wetterdienstes Météo‑France. Nach eigenen Angaben betreibt das Unternehmen sein Blitzortungsnetz seit 1989.