„Dachte, er will mich erledigen“: Wolf greift Mutter und Tochter auf Urlaubsanlage in Italien an – Retter gebissen
StartseiteWeltStand: 26.08.2026, 08:23 UhrKommentareUns auf Google folgenIm Italien-Urlaub wurde eine Mutter mit ihrer Tochter von einem Wolf angegriffen, ein Retter greift ein und wird selbst verletzt. Die Gef...
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Stand: 26.08.2026, 08:23 Uhr
Im Italien-Urlaub wurde eine Mutter mit ihrer Tochter von einem Wolf angegriffen, ein Retter greift ein und wird selbst verletzt. Die Gefahr wächst in ganz Italien.
Gallipoli – Es war ein ganz normaler Urlaubsabend in Punta Pizzo, einem Küstenort nahe Gallipoli im süditalienischen Apulien – bis ein Wolf auf das Gelände einer Ferienanlage eindrang. Das Tier warf eine 52-jährige Touristin zu Boden und biss anschließend ihre zwölfjährige Tochter. Ein 47-jähriger Urlauber namens Domenico Capriello aus Rom sah die Szene und griff ohne zu zögern ein.

„Ich habe von weitem ein Kind gesehen, diesen Wolf, der aufsprang, die Mutter zu Boden warf und die Tochter angriff – wie kann man da nicht handeln?“, sagt Capriello gegenüber der lokalen Zeitung Telenorba. Er versuchte, das Tier mit Tritten und Schlägen zu vertreiben – und wurde dabei selbst gebissen. „Ich habe mein Bestes versucht, ich dachte, er will mich erledigen“, so Capriello, der mit eingegipstem Arm und verletzter Hand aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Auch in der beliebten Stadt Bari kam es zu Angriffen von Wölfen auf Kinder.
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Mutter und Tochter kamen laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA ins Krankenhaus Vito Fazzi in Lecce – beide mit einer Prognose von 14 Tagen. Capriello wurde noch am selben Abend im Krankenhaus Gallipoli behandelt und mit fünf Tagen Prognose entlassen. Die Carabinieri ermitteln gemeinsam mit Tierärzten der lokalen Gesundheitsbehörde ASL, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Kleidungsstücke der Opfer wurden sichergestellt und werden auf biologisches Material untersucht.
Der Vorfall in Gallipoli ist kein Einzelfall. Laut der italienischen Zeitung Quotidiano di Puglia hat ein Wolf in diesem Sommer allein in der Provinz Bari bereits drei Kinder angegriffen – darunter am 4. August ein sechsjähriges Mädchen in Noicattaro, das auf der Intensivstation behandelt werden musste. Der Bürgermeister ordnete daraufhin die nächtliche Schließung aller Parks bis zum 24. August an. Eine regionale Task Force mit Drohnen, Wärmebildkameras und Fallen ist seither im Dauereinsatz.
Immer wieder kommt es in Italien zu Vorfällen mit Wölfen. Auch in Riccione und im umbrischen Arrone wurden Wölfe gesichtet oder griffen Menschen an. Tiermedizin-Professor Antonio Camarda von der Universität Bari, der zur Task Force gehört, spricht von einem „anomalen Verhalten im Vergleich zum normalen Verhalten eines Wolfes“ – denn: „Er greift den Menschen nicht an, weil der Mensch keine Beute ist.“ Und dennoch: „Nach den Informationen, die wir haben, handelt es sich morphologisch um einen Wolf.“ Als mögliche Ursache für das veränderte Verhalten nennt Camarda das Füttern von Streunern und das Entsorgen organischer Abfälle in der Natur – beides locke Wildtiere in bewohnte Gebiete. (Quellen: ANSA, Telenorba, Quotidiano di Puglia) (kiba)