WM-Finale: Robert Smith zerreißt die geplante FIFA-Halbzeitshow

Empfehlungen der Redaktion Madonna, Justin Bieber, Shakira und BTS sollen das WM-Finale zu einer gigantischen Halbzeitshow à la Super Bowl machen. Robert Smi...

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WM-Finale: Robert Smith zerreißt die geplante FIFA-Halbzeitshow

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Empfehlungen der Redaktion

Madonna, Justin Bieber, Shakira und BTS sollen das WM-Finale zu einer gigantischen Halbzeitshow à la Super Bowl machen. Robert Smith reagiert darauf mit Wut. Der „The Cure“-Musiker rechnet dabei vor allem mit der FIFA und ihrem Präsidenten ab.

Auf Instagram veröffentlichte Smith ein Foto des nächtlichen Sternenhimmels und zitierte dazu einen Bericht über das musikalische Großereignis. Demnach werden zum Finale am 19. Juli Madonna, Justin Bieber, Shakira und die K-Pop-Band BTS bei der ersten Halbzeitshow in der Geschichte eines WM-Finales auftreten. Kuratiert wird das Programm von Coldplay-Sänger Chris Martin.

Smiths Kritik richtet sich auch gegen Infantino

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die Veranstaltung als „bahnbrechendes Spektakel“ angekündigt. Sie solle „Fußball, Musik und unsere gemeinsamen Werte feiern“ und ein Vermächtnis schaffen, das „über den Schlusspfiff hinausreicht“. In Smiths Version des Textes heißt der FIFA-Chef allerdings nicht Infantino, sondern „Gianni Infantosser“. Die Kombination aus seinem Namen und dem britischen Schimpfwort „tosser“, das sich mit „Trottel“ übersetzen lässt.

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Infantino steht wegen seiner auffälligen Nähe zu US-Präsident Donald Trump in der Kritik. Der FIFA-Chef nahm an dessen Amtseinführung teil, unterstützte öffentlich die Idee eines Friedensnobelpreises für Trump und überreichte ihm später sogar den erstmals vergebenen FIFA-Friedenspreis.

Während der WM verschärfte sich die Kritik nach dem Fall Balogun. Der US-Stürmer hatte im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen und wäre automatisch für das Achtelfinale gesperrt gewesen. Trump rief daraufhin nach eigenen Angaben bei Infantino an und bat um eine Überprüfung. Wenig später setzte die FIFA-Disziplinarkommission Baloguns Sperre für ein Jahr zur Bewährung aus. Der ungewöhnliche Vorgang löste international Empörung aus; die UEFA bezeichnete die Entscheidung laut Reuters als „beispiellos, unverständlich und nicht zu rechtfertigen“. Eine Menschenrechtsorganisation forderte inzwischen sogar eine Untersuchung von Infantinos Rolle durch das Internationale Olympische Komitee.

Hinzu kommt der Ärger über die hohen Ticketpreise der WM. Infantino verteidigte die Kosten unter anderem mit der enormen Nachfrage. Für viele Fans ist das jedoch ein weiteres Beispiel dafür, wie die FIFA den Fußball immer stärker als Luxusprodukt und globale Unterhaltungsmarke behandelt.

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„Brot und Spiele“

Genau darauf zielen offenbar auch Smiths Hashtags. Mit „#Breadandcircuses“, also „Brot und Spiele“, greift er eine Redewendung aus dem alten Rom auf: Die Bevölkerung wird mit Unterhaltung ruhiggestellt und von politischen oder gesellschaftlichen Problemen abgelenkt. „#MUGWANK“ ist eine typisch britisch-derbe Wortschöpfung. „Mug“ bezeichnet einen leichtgläubigen Trottel, „wanker“ einen unausstehlichen, selbstgefälligen oder verachtenswerten Menschen. Vollends unmissverständlich wird Smith schließlich mit „#pleasejustfuckoff“. Robert Smith fasst all das zum Ende seines Posts noch kürzer zusammen, mit einem einfachen „AAAAAAAAAAAAAAAAAAGH“.

Seine Kritik dürfte sich damit weniger gegen Madonna, Shakira, Bieber oder BTS persönlich richten als gegen das gesamte Konzept: ein maximal kommerzialisiertes Spektakel, mit dem sich die FIFA ausgerechnet unter Infantino als Botschafterin „gemeinsamer Werte“ inszeniert. Für die Show soll die gewöhnlich 15-minütige Halbzeitpause erheblich verlängert werden. Der Auftritt selbst soll rund elf Minuten dauern, durch den Auf- und Abbau könnte die Unterbrechung jedoch insgesamt 25 bis 30 Minuten beanspruchen.