Woran erkennt man einen seriösen Hundezüchter? Diese Expertin hat eine klare Antwort

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Woran erkennt man einen seriösen Hundezüchter? Diese Expertin hat eine klare Antwort

Welpenkauf: Wenn der Züchter Sie auf den Parkplatz bestellt, sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten

Stand: 20.07.2026, 08:00 Uhr

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Ein Treffen auf dem Parkplatz, eine schnelle Übergabe aus dem Kofferraum – für Hundeexpertin Sabrina Schmuttermair ist das ein absolutes No-Go. Sie erklärt, woran man einen seriösen Züchter erkennt.

Ein Foto von einem tapsigen Welpen reicht oft schon, und die Vernunft hat keine Chance mehr. Genau das machen sich unseriöse Anbieter beim Welpenkauf zunutze: Denn nicht jeder, der Hunde verkauft, ist auch ein seriöser Züchter. Hinter einigen Angeboten stecken mitunter auch Vermehrer oder Hundehändler, die Tiere unter katastrophalen Bedingungen produzieren oder illegal aus dem Ausland importieren.

Hundetrainerin und Hundeexpertin Sabrina Schmuttermair aus Weilheim in Oberbayern steckt gerade selbst im Welpenfieber. Im Video verrät sie, welche Kriterien für sie unverzichtbar sind, bevor sie sich für einen Züchter entscheidet.

Warum der erste Eindruck beim Welpenkauf manchmal täuscht

Braune und schwarze Labrador Retriever Welpen sitzen in einem Kofferaum.

Bevor Sie sich für einen Welpen entscheiden, sollten Sie einiges beachten – ein Kauf direkt aus dem Kofferraum gehört nicht dazu. © Pond5 Images/Imago

Ein süßes Foto sagt nichts darüber aus, unter welchen Bedingungen ein Vierbeiner aufgewachsen ist. Genau das macht den Kauf so tückisch: Man lässt sich von der Optik leiten, statt kritische Fragen zu stellen. Welpen aus schlechter Haltung oder aus illegalem Import leiden häufig unter:

  • fehlenden oder gefälschten Impfungen und Gesundheitsuntersuchungen.
  • ansteckenden Krankheiten wie Parvovirose oder Staupe.
  • genetischen Defekten durch unkontrollierte Vermehrung.
  • fehlender Sozialisierung mit Menschen und Artgenossen.

Der Welpenkauf ist keine reine Bauchentscheidung, sondern verdient dieselbe Sorgfalt wie jede andere langfristige Entscheidung fürs Leben. Übrigens: Das sind typische Fehler beim Welpenkauf.

Woran Sie einen seriösen Züchter erkennen

„Mir wäre wichtig, dass ich die Mutterhündin und den Vater, den Rüden, auch kennenlernen kann. Und ich möchte den Namen wissen, wo er herkommt, was er für einen Charakter hat“, sagt Schmuttermair. Wer beide Elterntiere sieht oder zumindest verlässliche Informationen bekommt, kann Wesen, Gesundheit und Erscheinungsbild des künftigen Hundes besser einschätzen.

Genauso wichtig ist ihr, wie gut ein Züchter seine Tiere kennt: „Es geht auch darum, was erzählt er über die Welpen?“ Kann er sie charakterlich einschätzen?“ Wer nur hört „Suchen Sie sich einfach einen aus“, sollte hellhörig werden.

Auch die Auswahl der Käufer ist für die Hundeexpertin ein Kriterium: „Wählt der Züchter mit Verstand aus, ist es ihm wichtig, wo der Welpe hinkommt? Und auch die gesundheitliche Komponente ist wichtig. Haben die Eltern Gesundheitszeugnisse?“ Wir haben kurz für Sie zusammengefasst, worauf es ankommt:

  • Mutter- und Vatertier kennenlernen: persönlich oder zumindest mit verlässlichen Informationen auch zum Rüden
  • Charaktereinschätzung statt Zufallsprinzip: Der Züchter kennt jeden einzelnen Welpen und kann sein Wesen beschreiben.
  • Sorgfältige Auswahl der Käufer: Der Züchter interessiert sich dafür, wo der Welpe künftig lebt.
  • Lückenlose Gesundheitszeugnisse: für beide Elterntiere und die Welpen selbst
  • Besuch im Zuhause der Welpen möglich: dort, wo sie tatsächlich aufgewachsen sind.
  • Kein Verkauf vor der achten Lebenswoche: Laut Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Welpen frühestens mit über acht Wochen von der Mutter getrennt werden. Experten empfehlen jedoch oft, bis zur zehnten oder zwölften Woche zu warten.

Das Alarmsignal, bei dem sofort Schluss sein sollte

„Wenn ich wohin komme oder auf den Parkplatz bestellt werde, also wenn ich gar nicht erst sehe, wo die Welpen groß geworden sind, sondern es solch eine Kofferraumübergabe wird, das sind Dinge, wo ich sofort raus wäre“, sagt Schmuttermair.

Hinter solchen Angeboten stecken in den allermeisten Fällen Vermehrer oder Hundehändler, die Welpen am Fließband produzieren oder aus dem Ausland – häufig aus Osteuropa – illegal importieren, um sie mit gefälschten oder gar keinen Papieren gewinnbringend weiterzuverkaufen. Auf diese Warnsignale sollten Sie beim Welpenkauf achten:

  • Sie dürfen den Aufzuchtort nicht besichtigen.
  • Der Treffpunkt ist ein Parkplatz, eine Raststätte oder ein anderer neutraler Ort statt das eigene Zuhause.
  • Es wird sofortige Barzahlung ohne Kaufvertrag verlangt.
  • Mehrere Rassen werden gleichzeitig angeboten, oft ungewöhnlich günstig.
  • Niemand fragt nach, wie und wo der Welpe künftig leben wird.

So verständlich das Mitleid mit einem Welpen aus zweifelhafter Herkunft auch ist – jeder Kauf finanziert das Geschäftsmodell der Vermehrer und sorgt dafür, dass weitere Hündinnen zur Zucht missbraucht werden.

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