Weitere Krankenkassen kündigen Fusion an – das Ziel des Gesundheitsministers rückt damit näher
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Stand: 24.08.2026, 19:13 Uhr
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Wieder kündigen zwei Krankenkassen an, dass sie fusionieren. Die Zahl der Kassen sinkt damit weiter. Das entspricht dem Wunsch von Gesundheitsminister Carsten Linnemann.
Berlin – Noch als CDU-Generalsekretär sorgte Carsten Linnemann mit einer Aussage für Aufsehen: Er wünsche sich, dass die Zahl der Krankenkassen in Deutschland sinke – um Kosten zu sparen. Jetzt ist Linnemann neuer Gesundheitsminister unter Kanzler Merz. Und tatsächlich fusionieren nun zwei Krankenkassen. Weitere Zusammenschlüsse sind bereits angekündigt.
Die BKK firmus und die Heimat Krankenkasse haben im August bekannt gegeben, dass sie sich zusammenschließen wollen. „Mit der geplanten Fusion bündeln zwei bewährte Krankenkassen ihre Erfahrungen, ihre Kompetenzen und ihre verbindenden Werte“, heißt es in einer Mitteilung. Man wolle mit der Fusion die „Leistungsfähigkeit beider Körperschaften nachhaltig stärken und den Versicherten auch künftig eine hochwertige, persönliche und wirtschaftlich stabile Gesundheitsversorgung“ bieten.
Nächste Krankenkassen schließen sich zusammen
Laut Mitteilung will man alle bisherigen Standorte und auch alle Arbeitsplätze erhalten. Mit der Fusion wolle man sich für die Zukunft aufstellen – in einer Zeit der Veränderung, wie es heißt. Die neue Kasse soll den Namen BKK firmus weiterführen und die knapp 100.000 Versicherten der Heimat Krankenkasse aufnehmen. Bei der BKK firmus sind demnach aktuell knapp 1,2 Millionen Menschen versichert. Der Zusammenschluss ist für den 1. Juli 2027 geplant.
Linnemann hatte sich im April gewünscht, dass die Zahl der Krankenkassen von 93 auf zehn bis 20 sinkt. Davon ist man aktuell noch weit entfernt. Aber es gibt weitere Tendenzen, die dem Minister gefallen dürften. Denn die BKK firmus hatte zuvor bereits zwei weitere Fusionen mit kleineren Kassen angekündigt. Anfang Juli gab man bekannt, dass auch mit der BKK PFAFF mit Sitz in Kaiserslautern und der BKK Rieker RICOSTA Weisser aus Tuttlingen in Baden-Württemberg fusionieren werde. Hier ist der 1. Januar 2027 der Stichtag.
Zahl der Krankenkassen reduzieren: Linnemann bleibt bei seiner Aussage
Linnemann wird es sicherlich freuen. Er sagte der Bild kürzlich: „Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, das aber nicht richtig effizient ist, und das will ich jetzt besser machen.“ Speziell zu seiner Aussage mit Blick auf die Zahl der Krankenkassen gab er zudem zu Protokoll: „Ich bleibe bei dem, was ich gesagt habe. Davon nehme ich nichts zurück.“ Jetzt sei er Gesundheitsminister und habe Ende des Jahres eine Kommission, die zu der Sachlage einen Bericht vorlege.
Linnemanns Vorgängerin Nina Warken war im Hinblick auf die Zahl der Krankenkassen vorsichtiger. Es sei „nicht einfach“ zu beurteilen, ob die Fusion von Kassen wirklich dabei helfe, Kosten zu sparen und das Niveau gleich hoch zu halten. Auch vonseiten des GKV-Spitzenverbandes gibt es erhebliche Zweifel an der These, dass weniger Kassen auch ein Einsparen von Kosten bedeuten würde. (Verwendete Quellen: Mitteilung BKK firmus, Bild, pharmazeutische Zeitung) (rjs)