„Dinner“-Gastgeber serviert Spaghetti Bolognese: „Da fehlt die Raffinesse“
„Das perfekte Dinner“ (VOX) in der Pfalz - und dann Spaghetti Bolognese? Klingt nach Kantine statt Kulinarik-Hochburg. Doch Stefan (44) hat mit der simplen Nudel-Soße einiges vor. Sein Ragù schmort vier Stunden, die zugehörige Pasta bekommt zwölf Eigelb. Doch nicht alle Gäste sind begeistert ...
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Stand: 24.08.2026, 19:30 Uhr

„Das perfekte Dinner“ (VOX) in der Pfalz - und dann Spaghetti Bolognese? Klingt nach Kantine statt Kulinarik-Hochburg. Doch Stefan (44) hat mit der simplen Nudel-Soße einiges vor. Sein Ragù schmort vier Stunden, die zugehörige Pasta bekommt zwölf Eigelb. Doch nicht alle Gäste sind begeistert ...
Wer beim „perfekten Dinner“ mit Spaghetti Bolognese aufkreuzt, braucht entweder Nonchalance, Nerven aus Stahl - oder einen ziemlich guten Plan. Stefan (44) hat beides. Der an seiner markanten Brille mühelos als kreativer Kopf erkennbare Grafikdesigner serviert als Höhepunkt seines Menüs ausgerechnet den Klassiker, der sonst eher für schnelle Feierabendküche als für sterneverdächtige Gaumenfreuden steht. Aber „handwerkliche Filigranarbeit“ ist in der Küche nicht sein Ding - eher Wohltuendes für die Seele: „Ich koche gerne gut, frisch und schmackhaft.“

Motto: Soulfood aus Pfälzer Zutaten
- Vorspeise: Spargel & Forelle
- Hauptspeise: Pasta & Rind - Tagliatelle / Ragù alla palatinato / Gremolata
- Nachspeise: Erdbeere & Mandel - Kuchen / Eis / Crunch
Bolo mit vier Stunden Zeit
„Sieht hier doch aus wie in der Toskana“, zeigt sich Lorene (36) stolz auf ihre Heimat. In Stefans Wohnort Rhodt unter Rietburg bringt sie die Atmosphäre auf den Punkt: „Wir sind aus der Pfalz, also alle cool.“
Winzersohn Stefan ist mit gutem Essen und Wein groß geworden. Seine Mutter betrieb ein Weingut mit Ausschank und hinterließ ihrem Sohn nicht nur den historischen Esstisch: „An ihm haben Tausende von Gästen gegessen.“ Auch heute gehört Wein für Stefan selbstverständlich zu einem gelungenen Abend. In seinem Garten wachsen Rosmarin und Gewürzlorbeer - die Zutaten für mediterranes Flair sind also praktisch schon vor der Haustür vorhanden. Teile davon landen im ambitionierten Aperitif: Zum Start gibt es einen Gin Tonic mit Mandelsirup und Rosmarin, inklusive Mandeln in den Eiswürfeln. Der Zauber liegt im Detail!
Sein Motto: „Alltagsküche darf raffiniert sein.“ Nach einer Spargelcremesuppe mit Kerbel und wahlweise sous-vide-gegarter Forelle oder Tortelloni mit Bärlauchpesto kommen für das Ragù Ossobuco-Beinscheiben in den Topf. Das Fleisch schmort satte vier Stunden: „Je länger, desto besser“, so Stefan. Und weil gewöhnliche Pasta offenbar nicht zum Anspruch des Abends passt, produziert er seine Tagliatelle mit zwölf Eigelb und zwei ganzen Eiern. Man könnte also durchaus sagen: Stefan kocht Bolognese. Aber nicht irgendeine.
„Da fehlt die Raffinesse“
Bei den Gästen kommt die Pfälzer Luxus-Bolo jedenfalls an. Allie (35) findet das Fleisch „perfekt“ und das Ragù „tippitoppi“. Auch die übrigen Bestandteile zeigen, dass Stefan den Klassiker ordentlich auf links drehen möchte. Petersilien-Gremolata (Maxine, 22: „Könnte mehr Würze haben“), geröstete Pinienkerne und Parmesan-Espuma sorgen für Frische, Crunch und Würze. Aus dem Essen, das Millionen Menschen mit Spaghetti aus dem Vorratsschrank verbinden, wird so ein ziemlich ambitionierter Teller. Apropos Teller: Beim Dessert tauchen die Mandeln vom Aperitif wieder auf - als kleine Marzipan-Rutschstopper unter den Eis-Schälchen.
Am Ende bringt Tobias (44) das Ergebnis für sich auf den Punkt: Er würde die Gerichte allesamt nachkochen: „Allerdings nicht für das perfekte Dinner, da fehlt die Raffinesse.“ Insgesamt erhält Stefan 33 Punkte. Damit steht fest: Man darf beim „perfekten Dinner“ durchaus „Bolognese“ servieren. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)