„Erhebliches Maß an Inkompetenz“: Top-Ökonomen zerlegen Alice Weidels ZDF-Aussagen
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„Weidel zeigt ein erhebliches Maß an wirtschaftspolitischer Inkompetenz“: Ökonomen kontern ZDF-Auftritt
Stand: 24.08.2026, 20:36 Uhr
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AfD-Chefin Alice Weidel erneuerte im ZDF ihre wirtschaftspolitische Agenda. Deutschlands Top-Ökonomen reagieren im Anschluss mehr als deutlich.
Berlin – AfD-Chefin Alice Weidel nahm im ZDF-„Sommerinterview“ wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Die politische Konkurrenz beschimpfte sie als „Flachzangen“ und bekräftigte die wirtschaftspolitischen Versprechen der AfD. Mehrere Top-Ökonomen kontern den TV-Auftritt und ihre Aussagen jetzt – ebenfalls mit harten Worten.

„Alice Weidel zeigt ein erhebliches Maß an wirtschaftspolitischer Inkompetenz mit ihrer Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus dem Euro“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratscher am Tag nach dem TV-Auftritt gegenüber dem Handelsblatt. Ein Euro-Austritt würde seiner Meinung nach „Millionen Deutsche in die Arbeitslosigkeit zwingen und erhebliche Einkommensverluste für Bürgerinnen und Bürger bedeuten“.
Top-Ökonomen nehmen Alice Weidels ZDF-Aussagen auseinander
Auch Monika Schnitzer, Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, widersprach den Ideen der AfD-Chefin deutlich. Die Idee, dass eine Rückkehr zur D-Mark gut für Deutschland sein könnte, sei „rückwärtsgewandt und (...) ökonomisch falsch“, so Schnitzer zu dem Fachblatt. Die Probleme Deutschlands ließen sich nicht durch einen Wechsel der Währung beheben, so die Ökonomin. Als Probleme nennt sie die Altersentwicklung in Deutschland, wachsende technologische Konkurrenz aus China, fehlende Innovation und die Abschottung des US-Marktes.
Weidel hatte am Sonntag im ZDF die Absicht der AfD bekräftigt, im Fall einer Regierungsübernahme aus dem Euro auszusteigen und aus dem Schengener Abkommen über prinzipiell kontrollfreien Verkehr an den Binnengrenzen. „Deutschland ging es deutlich besser vor der Euro-Einführung. Wir sehen eine breite Verarmung breiter arbeitender Bevölkerungsschichten.“ Weidel betonte, „dass wir keine Starkwährung mehr sind, sondern dass der Euro weich gemacht wird, und das mit allen Vermögensverlusten für die normale Bevölkerung“.
Bei der Migration fange das Problem an der Grenze an, sagte Weidel. „Wir werden sie zumachen, wir werden aus Schengen aussteigen, damit solche Leute wie aus Ceuta gar nicht mehr zu uns kommen“, so die Politikerin mit Blick auf den Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave in Marokko. Unter einer AfD-Regierung würden keine Menschen aus Afghanistan mehr nach Deutschland gebracht – „und die Syrer werden alle zurückgeführt in ihre Heimat“.
Schon ein Faktencheck während Weidels Auftritt im ZDF hatte erhebliche Falschaussagen oder lückenhafte Darstellungen der AfD-Chefin gezeigt. Etwa gehört Ceuta nicht zum Schengen-Raum. Es ist zudem bei weitem nicht das erste Mal, dass die wirtschaftspolitischen Ziele und Aussagen der AfD von Experten hart kritisiert werden. (Verwendete Quellen: Handelsblatt, dpa) (rjs)