US-Midterms: Die Not von Trumps Republikanern
Wahlkampfstart der Midterms Die Not von Trumps Republikanern Die Umfragen prophezeien den Republikanern eine Wahlniederlage. Nun versucht Donald Trump, das R...
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Wahlkampfstart der Midterms Die Not von Trumps Republikanern
Die Umfragen prophezeien den Republikanern eine Wahlniederlage. Nun versucht Donald Trump, das Ruder herumzureissen.
09.09.2026, 13:39
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Matthew Wilson nimmt kein Blatt vor den Mund: «Die Republikaner sind in Schwierigkeiten.» Der Politologe der Southern Methodist Universität in Dallas ist gefeit davor, als linker Trumpgegner verdächtigt zu werden. «Vote conservative» – wähle konservativ – steht auf mehreren Aufklebern in seinem Büro.
Ich halte es für so gut wie sicher, dass die Republikaner das Repräsentantenhaus verlieren werden.
Doch seine Sicht auf die Lage der Republikaner vor den Zwischenwahlen Anfang November ist nüchtern: «Die Zustimmungswerte von Donald Trump sind tief. Hinzu kommt, dass es Präsidenten und ihre Partei in Zwischenwahlen immer schwer haben, vor allem in der zweiten Amtszeit. Und in dieser befindet sich Trump.»
Daher halte er es für «so gut wie sicher», dass die Republikaner das Repräsentantenhaus verlieren werden. Den Kampf um die Mehrheit im Senat hält Wilson für noch nicht entschieden. «Aber auch der steht auf Messers Schneide», so Wilson.
«It’s the economy, stupid» – und die Datenzentren
Wer mit US-Amerikanerinnen und -Amerikanern spricht, erhält dieser Tage immer dieselbe Antwort: «It’s the economy», es ist die Wirtschaft, die immer noch entscheidend ist, wem sie ihre Stimme geben werden – Benzin- und Lebensmittelpreise, Wohn- und Bildungskosten, das für viele unerschwingliche Gesundheitswesen.
Um die Entwicklung der US-Wirtschaft machen sich die Amerikanerinnen und Amerikaner Sorgen. Trump-Gadgets sind aber weiterhin beliebt.
Keystone / Jae C. Hong
Hinzu kommt seit Kurzem ein weiteres Thema: die Datenzentren, die in den USA überall aus dem Boden schiessen. «Dieses Thema ist in den letzten Monaten explosionsartig zu einem der wichtigsten geworden», konstatiert Politologe Wilson.
«Es geht dabei um Sorgen wie Strom- und Wasserverbrauch, aber auch darum, wie künstliche Intelligenz unser Leben verändert», sagt Wilson. Und da Präsident Trump digitale Infrastruktur und den Aufbau von möglichst vielen Datenzentren ausdrücklich zu seiner Strategie erklärt hat, fällt die Kritik daran auch direkt auf ihn zurück.
Aussergewöhnlicher Parteitag
Nun will Donald Trump mit einer aussergewöhnlichen Massnahme kontern, mit einem Parteitag vor den Zwischenwahlen. Gegeben hat es das bei den Republikanern noch nie. Üblich sind die grossen Nominierungsparteitage vor den Präsidentschaftswahlen, nicht aber vor den Midterms.
Trump hält einen Parteitag für die Midterms ab. Das hat es in der Geschichte der USA bei den Republikanern noch nie gegeben.
REUTERS / Evelyn Hockstein
«Trump will einen neuen strategischen Zug ausprobieren», so Politologe Wilson, und hebt die Hände: «Trump will die Basis aufrütteln und eine fokussierte Botschaft kreieren. Das kann ein Parteitag auch erreichen, wenn man anschliessend diszipliniert bei dieser Botschaft bleibt.»
Wieder hebt Wilson die Hände. Er braucht nicht weiterzusprechen, um auszudrücken, dass er genau darin ein Problem sieht.
Donald Trump war schon immer nur am Rande und eher vage ein Republikaner. Er war nie ein Partei-Typ. Trump geht es um Trump.
Die Bedenken, dass Trump versucht sein könnte, diesen Parteitag in Dallas vor allem für sich zu nutzen, sind auch innerhalb der republikanischen Partei nicht zuletzt deshalb gestiegen, weil der Präsident am Wochenende kurzerhand verkündete, nicht nur an einem der beiden Versammlungstage sprechen zu wollen, sondern an beiden.
Politologe Wilson überraschte das nicht: «Donald Trump war schon immer nur am Rande und eher vage ein Republikaner. Er war nie ein Partei-Typ. Trump geht es um Trump.»
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