Er gab sein gesamtes Vermögen aus und zog in eine Geisterstadt – jetzt folgen ihm 3,4 Millionen Menschen
StartseiteWeltAussteiger kauft Geisterstadt in Kalifornien – und teilt seine Einsamkeit mit MillionenStand: 09.09.2026, 14:05 UhrKommentareUns auf Google folgenEin Mann alleine auf einer Bank. (Symbolbild) © Si...
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Aussteiger kauft Geisterstadt in Kalifornien – und teilt seine Einsamkeit mit Millionen
Stand: 09.09.2026, 14:05 Uhr

Vom Großstadtleben in die absolute Abgeschiedenheit: Brent Underwood restauriert allein eine verlassene Silberminenstadt in Kalifornien – und teilt sein Leben mit Millionen Fans.
Kalifornien – Er gab sein bisheriges Leben vollständig auf und zog in die Stille einer verlassenen Siedlung – völlig isoliert und doch unter den Augen von 3,4 Millionen Fans. Der 39-jährige Unternehmer Brent Underwood unternahm 2018 einen Schritt, der nach Aussteigerromantik klingt, tatsächlich jedoch ein bedeutendes Großprojekt darstellt: Er investierte seine gesamten Ersparnisse in Höhe von 1,4 Millionen Dollar in den Kauf der kalifornischen Geisterstadt Cerro Gordo.
Er verfügte weder im Bergbau noch im Bauhandwerk über Erfahrung, als er dem Reiz eines ungewöhnlichen Immobilienangebots folgte. Seine Vision besteht darin, die historische Silberminenstadt Schritt für Schritt in ein einzigartiges Reiseziel zu verwandeln. Seinen Alltag dokumentiert er akribisch auf Social Media, wie Merkur.de berichtet.
Die Verbindung von Geschichte und Gastgewerbe
Underwoods Kauf war keineswegs eine spontane Entscheidung, sondern knüpfte an seine berufliche Vergangenheit an. Er verfügte bereits über Erfahrung in der Hotellerie und hatte zuvor historische Bausubstanz mit modernen Beherbergungskonzepten verbunden, etwa bei einem Bed-and-Breakfast in einem viktorianischen Haus in Austin, Texas. Cerro Gordo stellt für ihn nun die konsequenteste Weiterentwicklung dieses Prinzips dar. Dabei geht es ihm nicht allein um den Erhalt alter Fassaden, sondern darum, einen Ort zu schaffen, an dem Geschichte erlebbar wird. Im Gespräch mit People.com betonte Underwood, wie wichtig ihm Authentizität ist, um Besuchern einen echten Zugang zur Historie des Ortes zu ermöglichen.
Das radikale Experiment auf 2.500 Metern Höhe
Das Leben in Cerro Gordo ist von jeglichem Komfort entbehrlich. Die Siedlung liegt auf über 2.500 Metern Höhe, verfügt weder über fließendes Wasser noch über nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten, da der nächste Laden zwei Autostunden entfernt ist. Der endgültige Entschluss, dauerhaft in die Berge zu ziehen, reifte während der COVID-19-Pandemie. Wie das Magazin Focus berichtet, hinterfragte Underwood in dieser Zeit seinen bisherigen Lebensstil und entschied sich bewusst, sein bequemes urbanes Umfeld sowie sein soziales Netz aufzugeben, um die Herausforderungen der Restaurierung anzunehmen.
Schätze aus den Tiefen der Minen
Trotz der Abgeschiedenheit gestaltet sich Underwoods Alltag dynamisch. In seinen Videos nimmt er das Publikum mit zu Restaurierungsarbeiten und Expeditionen in die alten Bergbaustollen. Cerro Gordo offenbart sich ihm dabei wie ein Archiv der Vergangenheit: Artefakte wie historische Levi-Strauss-Jeans oder eine von einem Minenarbeiter hinterlassene Notiz in einer Tabakdose machen das frühere Leben greifbar. Im Gespräch mit People.com betonte er die emotionale Nähe zu den einstigen Bewohnern – Menschen, die früher mit denselben Träumen und Zielen in die Berge kamen wie er heute.
Ein Denkmal für die Moderne
Das langfristige Ziel besteht darin, Cerro Gordo als historisch wertvolles Touristenziel wiederzubeleben. Dabei beschränkt sich das Projekt nicht allein auf den Bau von Gebäuden. Vielmehr geht es darum, eine vergangene Epoche für ein modernes Publikum erlebbar zu machen. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll – von der vorläufigen Instandhaltung der verfallenen Infrastruktur bis hin zum Denkmalschutz. Underwood verfolgt den Plan, weit mehr als eine gewöhnliche Attraktion zu schaffen: Es soll eine lebendige Darstellung des historischen Silberbergbaus entstehen, wie der Focus zusammenfasst. (Redaktion)