Vor der Sachsen-Anhalt-Wahl: Taktisch wählen oder lieber stricken?
Während vielen Angst und Bange vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag ist, gehen wir stricken und schauen chaotische Animes, um uns abzulenken. Der „Endlich Freitag!“-Blick auf den Tag.
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Während vielen Angst und Bange vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag ist, gehen wir stricken und schauen chaotische Animes, um uns abzulenken. Der „Endlich Freitag!“-Blick auf den Tag.
Liebe stricken statt Hass wählen
Foto: Rebecca Naden/Getty Images
Hallo,
in genau einer Woche werden wir wissen, ob die AfD in Sachsen-Anhalt tatsächlich die Mehrheit der Stimmen bekommen hat und die Regierung im Landtag in Magdeburg alleine übernehmen wird. In Umfragen liegt sie aktuell bei knapp 40 Prozent.
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Die Versuche, eine mögliche rechtsextreme Landesregierung zu verhindern, gehen also weiter. Ende letzter Woche beim Migra-Streik in Magdeburg gingen knapp 160 Gewerbetreibende gegen Rassismus auf die Straße. Lotte Laloire beschreibt in ihrer Reportage die Dissonanz vieler AfD-Anhänger: Nach der Remigrations-Demo gebe es häufig einen Döner vor dem Heimweg.
Aufsehen erregt in dem Wahlkampf auch immer wieder eine Initiative für taktisches Wählen, um eine Parlaments-Mehrheit der AfD doch noch zu verhindern. Die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach erklärt im Interview, dass taktisches Wählen bereits seit den 1980ern angewendet wird, aber auch, warum die Voraussetzungen dieses Mal ganz andere sind, die deutlich mehr Risiken beinhalten.
Zum Interview mit Julia Reuschenbach➜
1. Heute wichtig
- Die Freitag-Redaktion war unentschlossen, ob ein Text über den DDR-Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk publiziert werden sollte. Der Grund hat mit einer alten Wunde im Osten zu tun
- Ein Buch enthüllt, weshalb nur 65 Prozent der heterosexuellen Frauen regelmäßig einen Orgasmus erlebt
- Die Regierung Merz rüstet die Bundeswehr massiv auf – und weckt so in Frankreich alte Ängste. Warum die Sorge tiefer sitzt, als viele denken
2. Made My Day
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➜ Stricken beim Bäcker: Beim Brötchenkauf am Sonntag fiel mein Blick auf ein Poster bei meinem Kiez-Bäcker: „Strick-Café jeden letzten Sonntag im Monat“. Da es direkt um die Ecke war, ging ich relativ spontan hin und packte ein lange liegengebliebenes Projekt wieder aus.
Organisiert wurde das Ganze von einer der Verkäuferinnen, die nachmittags mit Freundinnen, Strickzeug und Kaffee beim Bäcker saß. Eine sehr süße Idee, bei der Socken für Neugeborene, Schals und Pullover gestrickt und Tipps ausgetauscht wurden. Ich starte den Herbst also wieder mit einem Strickprojekt, einer neuen Strick-App und neuen Strick-Bekanntschaften.
3. Kultur-Tipp
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➜ Gut zu sehen: Bevor es richtig in den Herbst geht, ist der perfekte Moment, nochmal richtig ins Chaos abzusteigen. Am Wochenende habe ich auf Netflix die Anime-Serie Dan Da Dan entdeckt: Eine Schülerin, die an Geister glaubt, trifft einen Nerd, der an Aliens glaubt. Beide halten den jeweils anderen für verrückt.
Dann wird sie in der ersten Folge von Aliens entführt und er von dem Geist einer alten Frau besessen. Was folgt, sind zwei Staffeln pures, aber absolut witziges Chaos, in dem die beiden versuchen, seine Eier wiederzufinden, die ihm der Geist gestohlen hat.
4. Lese-Empfehlung
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➜ Reinlesen: Philipp Ruch, Gründer des Zentrum für Politische Schönheit, hat sich in einem neuen Buch mit dem Aufstieg der NSDAP beschäftigt und widerspricht vehement vielen Historiker-Thesen, wie diese Kleinstpartei so schnell so mächtig werden konnte. Was er von der Auseinandersetzung mit dem Thema noch mitgenommen hat, ist eine Idee von dem, was uns droht, sollte die AfD am Sonntag eine Mehrheit im sachsen-anhaltinischen Landtag bekommen.
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Philipp Ruch: „Drei Viertel der Leute knicken sofort ein und laufen der AfD in die Arme“
Philipp Ruch kommt mit seinem neuen Buch unter dem Arm in den Garten des Berliner Gorki Theaters. Überall wird gewerkelt, umgebaut, Dinge werden weggetragen. Auch Ruch will, dass wir uns verabschieden – allerdings eher von Ansätzen, mit denen wir auf den Aufstieg der NSDAP schauen.
der Freitag: Herr Ruch, warum haben Sie sich als politischer Aktivist den Wahlen im September 1930 zugewendet?
Philipp Ruch: Ich bin ja kein Aktivist, sondern politischer Philosoph. Mich hat interessiert, wie sich die NSDAP in der Demokratie verhielt. Da habe ich schnell gemerkt, wie wenig wir über diesen Quantensprung vom September 1930 wissen.
(…)
➜ Zum ganzen Text
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende dieser Ausgabe. Angesichts der bevorstehenden Wahl kann ich wirklich nur empfehlen, sich kuschelige Hobbys wie Stricken zu suchen.
Viele Grüße,
Ihre
Alina Saha
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