Gold kaufen oder warten? Was Experten Anlegern jetzt raten

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Gold kaufen oder warten? Was Experten Anlegern jetzt raten

Stand: 31.08.2026, 14:13 Uhr

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Symbolbild Schutz vor Inflation, Goldbarren Feingold Feinheitsgrad 999,9 und Geldfächer EURO, Baden-Württemberg, Deutsch

Gold gilt vielen Anlegern als Schutz in Krisenzeiten. Doch nach dem jüngsten Höhenflug stellt sich die Frage, ob sich der Einstieg noch lohnt. (Symbolbild) © Michael Weber IMAGEPOWER via www.imago-images.de

Kaufen oder warten? Beim Goldpreis geben aktuelle Marktstimmen eine klare Richtung vor. Für Anleger kommt es jetzt auf das richtige Maß an.

Gold glänzt wieder – doch der Höhenflug hat erste Kratzer bekommen. Der in US-Dollar notierte Goldpreis lag am 25. August laut UBS rund 15 Prozent über dem Stand zu Monatsbeginn. Wenige Tage später ging es kräftig nach unten. Weltweit hohe Staatsschulden sorgen für Zweifel an der Stabilität von Währungen und Inflationssorgen greifen um sich. Das macht Gold für viele Anleger attraktiv. Gleichzeitig können höhere Zinsen den Preis belasten. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Kauf – oder lohnt es sich, noch zu warten?

Großbank sieht weiteres Potenzial für Gold – aber nur unter Bedingungen

Die UBS, eine große Schweizer Bank, rechnet damit, dass der Goldpreis in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen könnte. Sie hält einen Preis von 5400 US-Dollar je Feinunze für möglich. Eine Feinunze wiegt knapp 31 Gramm.

Dafür müsste der US-Dollar schwächer werden. Außerdem dürften Anleger weniger mit weiteren Zinserhöhungen in den USA rechnen. Zusätzlich müssten wieder mehr Menschen in Gold-ETFs investieren. Das sind Fonds, die die Entwicklung des Goldpreises nachbilden. Auch die Zentralbanken müssten weiter Gold kaufen.

Steigen der Dollar oder die Zinsen dagegen, könnte der Goldpreis sinken. Das UBS-Kursziel ist deshalb nur eine Einschätzung und keine sichere Vorhersage.

Höhere Zinsen können Gold schnell unter Druck setzen

Wie rasch die Stimmung kippen kann, zeigte sich Ende August. Der Goldpreis fiel von rund 4.600 US-Dollar am Freitagnachmittag auf etwa 4.440 US-Dollar am Montagvormittag, 31. August – ein Rückgang von knapp 3,5 Prozent.

Marktanalyst Tim Waterer von KCM Trade führte den Rücksetzer vor allem auf die strengere Tonlage von US-Notenbankchef Kevin Warsh zurück. Warsh sagte, die Fed habe noch Arbeit vor sich, falls die Inflation nicht sicher in Richtung zwei Prozent sinke. Die Nachrichtenagentur Reuters wertete dies als Annäherung an eine mögliche weitere Zinserhöhung.

Gold zahlt weder Zinsen noch Dividenden. Steigen die Renditen sicherer Anleihen, kann das Edelmetall unattraktiver werden. Auch der Eurokurs kann Gewinne deutscher Anleger dämpfen oder verstärken.

Jetzt kaufen oder warten? Experten bremsen die Gold-Euphorie

Eine einfache Antwort gibt es nicht. Drei aktuelle Marktstimmen zeigen aber eine klare Richtung: Nicht überstürzt kaufen, sondern auf den Preis achten.

Kranthi Bathini, Research Director beim Wertpapierdienstleister WealthMills Securities, sagte dem Finanzportal Moneycontrol am 31. August: Vorsichtige Anleger könnten Gold bei Rücksetzern erwägen. Gemeint ist: Wer Gold kaufen will, sollte eher schwächere Tage nutzen, statt nach einem starken Anstieg sofort einzusteigen.

Auch Simon-Peter Massabni vom Finanzdienstleister XS.com mahnt zur Geduld. In einer Analyse von Kitco, einem Fachportal für Edelmetalle wie Gold und Silber, sagte er sinngemäß:

„Geduld ist wichtiger, als dem Preis hinterherzulaufen.“

John LaForge vom Analysehaus Ned Davis Research bleibt laut Kitco langfristig ebenfalls positiv für Gold. In seiner Modellaufteilung liegt Gold bei rund fünf Prozent. Das ist keine Kaufpflicht, sondern eher eine Größenordnung: Gold kann ein kleiner Teil des Vermögens sein, aber nicht der Mittelpunkt.

Kurz gesagt: Die genannten Experten sehen weiter Chancen bei Gold. Sie raten aber nicht zum blinden Sofortkauf. Für Laien heißt das: Wer kaufen will, sollte nicht alles auf einmal setzen, sondern abwarten, vergleichen und Gold höchstens als kleine Beimischung sehen.

Fünf bis zehn Prozent im Depot: Orientierung statt Kaufregel

Finanzplaner Maximilian Kleyboldt von der Bethmann Bank sieht Gold als Beimischung statt als Gewinnbringer. Gegenüber der Frankfurter Rundschau sagte er:

„Je nach Risikoneigung gehört es in einem Umfang von fünf bis zehn Prozent des Gesamtwerts in ein Portfolio.“

Auch die Stiftung Warentest rät zu einer Goldbeimischung von bis zu 10 Prozent – der ideale Kaufzeitpunkt lasse sich jedoch nicht vorhersagen.

Die Verbraucherzentrale nennt fünf bis zehn Prozent als mögliche Obergrenze. Gold sei riskant und spekulativ und könne Verluste anderer Anlagen kaum ausgleichen.

Darauf sollten Käufer bei Barren und Gold-ETCs achten

Wer echtes Gold kauft, zahlt oft mehr, als er beim Verkauf sofort wiederbekommen würde. Der Grund ist die Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis. Laut Verbraucherzentrale liegt dieser Unterschied bei einer Feinunze meist bei fünf bis sechs Prozent.

Bei kleinen Barren oder Münzen kann er sogar bis zu 20 Prozent betragen. Dazu kommen mögliche Kosten für Transport, Versicherung und sichere Lagerung.

Bei Gold-ETCs kaufen Anleger dagegen meist kein eigenes Goldstück, sondern ein Wertpapier, das den Goldpreis nachbildet. Manche dieser Produkte sind mit echtem Gold abgesichert. Trotzdem sollten Käufer genau prüfen, welche Kosten anfallen, wie sicher die Absicherung ist und was passiert, wenn der Anbieter in Schwierigkeiten gerät.

Wichtig für Käufer:

  • Fünf bis zehn Prozent sind eine mögliche Obergrenze, kein Ziel für jeden.
  • Bei Barren Aufschläge und sichere Verwahrung vergleichen.
  • Bei ETCs Kosten, Besicherung und Emittentenrisiko prüfen.

Fazit: Kleine Position statt Goldrausch

Zentralbankkäufe, Inflationssorgen und ein schwächerer Dollar könnten den Goldpreis weiter stützen. Höhere Zinsen, ein stärkerer Dollar oder eine sinkende Nachfrage können ihn dagegen belasten.

Für Privatanleger gibt es daher keinen verlässlich besten Kaufzeitpunkt. Wer Gold zur Risikostreuung nutzen möchte, sollte Kosten, Schwankungen und Währungsrisiken kennen – und die Position begrenzen.

Hinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung oder Handlungsempfehlung. Er fasst Einschätzungen von Marktexperten zusammen. Geldanlagen können an Wert verlieren.