Meinung: Volkswagen, Deutsche Bahn, Kühne: Der Newsletter „manage:mobility“
Warum die Schonfrist für Bahn-Chefin Evelyn Palla ausläuft und wieso der Chef von Volkswagens Finanzsparte Alarm schlägt – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.
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Unsere weiteren Themen der Woche:
Warum die Schonfrist für Bahn-Chefin Evelyn Palla ausläuft
Wieso der Chef von Volkswagens Finanzsparte Alarm schlägt
Thema der Woche: Warum die Schonfrist für Evelyn Palla ausläuft
Helmpflicht: Die Deutsche Bahn gleicht auch abseits der Gleise einer Baustelle
Foto:
allezhopp Studio / manager magazin
Vergangenen Herbst war Evelyn Palla (52) als Bahn-Revoluzzerin angetreten. Knapp ein Jahr später kann man der CEO zwar attestieren, beim Abbau des überdimensionierten Zentralapparats der Deutschen Bahn mehr Mut zu zeigen als ihre Vorgänger. In anderen Fragen verfällt aber auch Palla in alte Bahn-Marotten. Die erste große Palla-Panne droht bei der „Generalsanierung“. Angekündigt als das Heilmittel für das Schienennetz, verzwergt die Bahn-Chefin das Großprojekt bereits selbst zur „Korridorsanierung“ . Und auch beim Wettbewerb auf der Schiene mauert Palla munter. Dass Bundeskanzler Friedrich Merz (70; CDU) kürzlich den Bundesverkehrsminister tauschte, sollte für Palla mehr als ein kleines Warnsignal sein. Michael Machatschke analysiert exklusiv, warum die Schonfrist für die Bahn-Chefin ausläuft .
Köpfe: Anthony Bandmann ++ Oliver Blume
Sucht das Geschäftsmodell der Zukunft: VWFS-Chef Anthony Bandmann
Foto:
Volkswagen Financial Services
Während in zahlreichen Volkswagen-Werken die Angst umgeht, gilt Volkswagen Financial Services (VWFS) im Konzern als Stabilitätsanker. Im ersten Halbjahr spülte die Finanzsparte mehr Gewinn in die Kassen als jede Automarke. Trotzdem schürt CEO Anthony Bandmann (54) jetzt einen Brand an; externe Berater sollen ihm helfen, eine „Captive of the future“ zu bauen. Sein zwölfseitiges Gesuch nach Angeboten klingt wie ein Hilferuf: „Neues Zielbild, neues Betriebsmodell, Umsetzungsprogramm, Transformations-Roadmap – und das alles in acht Wochen“, staunt ein Berater, den das Papier erreicht hat. Wir haben uns angesehen, warum Bandmann Alarm schlägt .
Volkswagens Vorstand startete diese Woche eine Deutschlandtour mit dem Besuch mehrerer Betriebsversammlungen. Den Auftakt machte am Dienstag das Stammwerk Wolfsburg. Konzernchef Oliver Blume (58) stellte sich den Pfiffen der Belegschaft, wurde deshalb aber nicht nachgiebig. Die Hälfte der Sparmaßnahmen des Konzerns müssten auf Deutschland entfallen, erklärte Blume, würde man hier weiter wirtschaften wie bisher, bedeutete das einen Wettbewerbsnachteil von rund 1,5 Milliarden Euro. Im Management baue man jede vierte Stelle ab, sagte er am Mittwoch in Emden. Für das dortige Werk und die Fabriken in Zwickau, Hannover und Neckarsulm gebe es noch keine „wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre“. Werksschließungen blieben aber „die letzte und teuerste Lösung“.
Unternehmen: Volkswagen ++ Mobile.de ++ Tesla ++ Waymo
„Es reicht“: Volkswagens Betriebsratschefin Daniela Cavallo kämpft gegen Stellenabbau und Werksschließungen
Foto: Fabian Bimmer / REUTERS
Wir springen noch einmal zurück zu Volkswagen. Die Auftakt-Betriebsversammlung in Wolfsburg nahm Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo (51) zum Anlass für eine Vorstandsschelte. Cavallo sprach von einem beschädigten Vertrauen in den Vorstand, „insbesondere auch in dessen Vorsitzenden Oliver Blume“. Sie sieht mit insgesamt 115.000 Stellen sogar noch mehr Jobs bedroht als die bisher kolportierten 100.000, lehnt Werksschließungen aber weiter kategorisch ab. Volkswagen steht einmal mehr ein heißer Herbst ins Haus.
Alarm herrschte in letzter Zeit auch hier und da bei Deutschlands größter Gebrauchtwagenbörse Mobile.de . Um einen avisierten Börsengang ist es zwar still geworden, dafür machen die Berliner jetzt mit einer Übernahme auf sich aufmerksam: Mobile übernimmt das Deutschlandgeschäft von Carwow – und dringt damit stärker ins Neuwagengeschäft vor.
Tesla muss in China fast 3 Millionen Autos zurückrufen. Versenkbare Türgriffe sind der dortigen Marktaufsichtsbehörde wegen potenzieller Sicherheitsprobleme ein Dorn im Auge, von Tesla verlangt sie nun, die mechanischen Notentriegelungsgriffe in einigen Modellen besser zu kennzeichnen. Laut Medienberichten ist die Aktion der bis dato größte Autorückruf in China.
In China und den USA sind Robotaxis Realität, Europa hängt hinterher. Ändern will das eine ganze Reihe an Unternehmen. Mit Waymo bringt sich jetzt auch der US-Platzhirsch in Stellung. „Servus München“, heißt es in einem Blogbeitrag. Schon in den kommenden Wochen sollen Erprobungsfahrzeuge beginnen, das dortige Straßennetz zu erfassen. So richtig losgehen soll es Ende 2027, dann will Waymo mit dem regulären Betrieb starten. Und die Waymo-Blogger könnten dem „Servus“ ein „O’zapft is!“ folgen lassen.
Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an [email protected] . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Deepdrive: Welche Oldtimer boomen und welche nicht
Highlight auf der Monterey Car Week: Ein McLaren F1 GTR aus dem Jahr 1996
Foto: Alex Penfold / RM Sotheby’s
Ein alter Porsche als erstklassige Wertanlage? Kann sein, muss aber nicht. Meine Kollegin Alexandra Knape hat sich in den vergangenen Wochen mit dem Oldtimermarkt befasst und festgestellt: Auch die Oldies sind vor einer Transformation nicht sicher. Nach wie vor fließe viel Geld in alte Autos, sagt Frank Wilke (58) von Classic Car Analytics. „Aber vielleicht nicht mehr genauso wie in den vergangenen Jahrzehnten.“ Hier erfahren Sie, welche Oldtimer zuletzt das Rennen machten und welche an Wert verloren haben .
Zahl der Woche: 320
Werksschließungen sind bei Volkswagen weiter Verhandlungssache. Ein anderes Sparmittel, zu dem das Management in nächster Zeit noch häufiger greifen dürfte, ist eine Portfoliobereinigung. Aktuell zu sehen bei Porsche. Dort heißt es jetzt „Tada“, beziehungsweise: Tata. Porsche trennt sich von seiner Beratungstochter MHP und verkauft sie an den indischen Riesen. Kaufpreis: 320 Millionen Euro und damit nicht einmal die Hälfte des Jahresumsatzes von MHP.
Geisterfahrer der Woche
Bajuwarisches Ladetheater: München will zum dritten Mal eine Ausschreibung für öffentliche Ladeinfrastruktur starten
Foto: Joko / IMAGO
In München soll es also bald Robotaxis geben, mancher Laternenparker würde sich in der bayerischen Landeshauptstadt aber schon über eine bessere öffentliche Ladeinfrastruktur freuen. Der Ausbau ist seit Jahren kaum vorangekommen. Beim Laden haben die Münchner einen Schaden: 2023 kassierte die Vergabekammer eine seit 2020 laufende Ausschreibung, weil diese nicht richtig ausgeschrieben wurde. Der Neustart 2025 scheiterte im Februar 2026 nach einer Klage wegen neuerlicher Mängel beim Vergabeverfahren. Jetzt will der Stadtrat einen weiteren Versuch starten, beschlossen hat das der Feriensenat. Watt soll da schon schiefgehen.
Kommen Sie energiegeladen durch die Woche!
Ihr Christoph Seyerlein
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