Vipers-Saisoneröffnung mit Zuversicht und Überraschungsgast
StartseiteLokalesFrankenbergBad WildungenStand: 06.09.2026, 21:36 UhrKommentareUns auf Google folgenAuf Tuchfühlung mit den Fans gingen die Spielerinnen bei der Saisoneröffnung, hier Nele Weyh, die erneut zur K...
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Stand: 06.09.2026, 21:36 Uhr
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Diesmal in kleinerer „Ausführung“ fand die Saisoneröffnung der HSG Bad Wildungen statt. Mit den Fans stimmten sich die Handballerinnen auf den Start der 3. Liga ein.
Bad Wildungen – Hä, ja, ist das nicht die…, nein kann nicht sein. So mancher Zuschauer rieb sich am Samstag zur Saisoneröffnung der Vipers mit ihren Fans in der Ense-Halle die Augen als sich die Wildunger Handballerinnen für das Testspiel gegen den Regionalligisten SV Germania Fritzlar warm machten. Sie erspähten dort eine Spielerin, die sah genau so aus wie Lena Klöcker. Kann aber nicht sein, denn die Rechtsaußen hat doch die Vipers am Ende der vergangenen Saison verlassen. Wegen Rücken. Der Schmerz wollte einfach nicht mehr aufhören.
Doch als sich diese Spielerin die Trainingsjacke auszog, stand es tatsächlich weiß auf schwarz auf ihrem Rücken: Klöcker war auf dem Trikot unter der Nummer 3 zu lesen, die trug sie auch vergangene Saison. Es klingt fast absurd, dass die aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedene Lena Klöcker nun doch wieder auf der Platte steht, weil ihre beiden Nachfolgerinnen auf Rechtsaußen, Eden Nesper und Neuzugang Marie-Sophie Weitzel, aus gesundheitlichen Gründen noch für eine gewisse Zeit ausfallen werden.

„Ich helfe nur aus“, betonte der überraschende „Neuzugang“ und fügte hinzu: Ich kann das, weil ich die vergangenen Monate viel für meinen Rücken getan habe und jetzt sogar wieder Handball spielen kann.“ Und auf die Frage, ob sie sich wieder verabschiede, wenn die beiden Mitspielerinnen ins Team zurückkehren, antwortete Klöcker mit einem verschmitztem Lächeln diplomatisch: „Mal sehen.“
Sehen und gesehen werden war auch ein Motto für die Saisoneröffnung des Drittligisten, die diesmal schlicht und einfach ohne große Bühne stattfand. Die Zuschauer auf der recht gut gefüllten Tribüne sahen zunächst ein unterhaltsames Handballspiel mit fast allen neuen Spielerinnen in Aktion, das die Vipers mit 41:25 (22:11) gewannen. Danach stellte der sportliche Leiter Christian Hack zunächst das neue Sponsoring-Angebot „#projektaufstieg“ und dann die Neulinge einzeln vor. Kim Hering, Merle Pauser, Weronika Janczarek, Fiona Adam, Marie-Sophie Weitzel und die beiden Torfrauen – Mia Kellner, Antonia Woike – mussten ihm auch einige Fragen beantworten, was für die eine oder andere gar nicht so leicht war.

Als Tenor dieser Vorstellungsrunde war aber eines herauszuhören: Alle Spielerinnen haben viel Lust auf diese Mannschaft und sie wirken glücklich, ein Teil dieser Gruppe zu sein. Dies bestätigt auch die erfahrene Lisa-Marie Merck (36), die schon in einigen Vipers-Formationen stand: „Ich glaube, ich habe bisher noch nie in einer Mannschaft gespielt, in der es menschlich so gut passt wie in dieser.“
Für den Zuschauer hat im Test gegen den klassentieferen SV Fritzlar auch sportlich schon einiges bei den Vipers zusammengepasst. Vor allem das Angriffsspiel kommt schon viel variantenreicher daher als in der Vorsaison. Nur noch selten muss jetzt eine Spielerin ins Verlegenheits-Eins-gegen-eins gehen. Und auch der 3-2-1-Abwehrverbund hat an Überzeugungs- und Deckungskraft gewonnen. Das sah der Kennerblick des Trainers Zoran Radojevic in einigen Situationen allerdings noch anders.
Es gab Szenen, die mit einem Torerfolg für die Vipers endeten, und draußen stand ein Coach mit lauten Worten der Unzufriedenheit. Mehr als ein Tor kann ein Angriff doch nicht erreichen. Was wollen Sie denn noch, Herr Radojevic? „Da ging es nicht um das Tor, sondern darum, wie es entstanden ist“, erklärte der Vipers-Coach. „Wir spielen in Systemen und dabei müssen die Abläufe stimmen. Das war auch bei einigen Toren nicht der Fall und daher meine Kritik.“
Die als Kapitänin wiedergewählte Nele Weyh wies darauf hin, dass sich diese Mannschaft mit acht neuen Spielerinnen erst noch finden müsse, auch wenn die Saison bereits am kommenden Samstag (19 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den Thüringer HC II beginne. „Wir bekommen so viel Input von den Trainern mit neuen Systemen und das alles umzusetzen benötigt einfach Zeit….“ Und ihr danach folgender Nebensatz ist eigentlich der wahre Hauptsatz: „Wir müssen uns diese Zeit auch lassen.“