Krachende CDU-Niederlage in Sachsen-Anhalt: Merz kündigt Statement an der Seite von Schulze an
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Stand: 06.09.2026, 22:52 Uhr
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Die AfD triumphiert in Sachsen-Anhalt – die CDU stürzt auf unter 20 Prozent ab. CDU-Ministerpräsident Günther fordert große Korrekturen in der CDU.
Magdeburg/Berlin – Die AfD gewinnt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einem Erdrutschsieg. Für die Partei des Bundeskanzlers wird die Wahl zur krachenden Niederlage. Damit droht Sachsen-Anhalt auch die Bundespolitik zu erschüttern. Bisher hat sich Kanzler Friedrich Merz zur Sachsen-Anhalt-Wahl noch nicht geäußert. Der verfolgte die Prognosen und Hochrechnungen am Abend im Konrad-Adenauer-Haus im Kreis der CDU-Führung, wie die dpa berichtet. Erst am Montag wird Merz voraussichtlich vor die Presse treten. Gemeinsam mit CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze ist eine Pressekonferenz für 13:30 Uhr geplant.

Die bisherigen Hochrechnungen haben es in sich: Möglicherweise unter 20 Prozent, noch nicht einmal die Hälfte des AfD‑Ergebnisses. Es ist ein Schock für die CDU, den Generalsekretärin Franziska Hoppermann in ihrer ersten Reaktion noch sehr vorsichtig beschreibt. „In jedem Fall ist es ein sehr schweres Ergebnis für uns und macht auch was mit uns als Christdemokraten“, sagte sie in der ARD.
Noch keine Reaktion von Merz zur Sachsen-Anhalt-Wahl: heftige Turbulenzen für die CDU
Die Folgen sind zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht absehbar. Es gibt zwei Optionen für die CDU: Mit der AfD kommt erstmals eine als rechtsextremistische eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht. Oder es gibt eine CDU-geführte Minderheitsregierung, die auf die Hilfe der Linken angewiesen wäre. Für Merz haben beide Szenarien nichts Gutes zu bedeuten und könnten die CDU in heftige Turbulenzen stürzen.
Auch könnte die Debatte um den Kanzlertausch erneut aufflammen. Davor warnte bereits der baden-württembergische CDU-Chef Manuel Hagel. Kurz nach der Landtagswahl sagte der CDU-Landeschef auf eine entsprechende Frage der Deutschen Presse-Agentur: „Das wäre, glaube ich, jetzt das Falscheste, was man machen kann, wenn wir Personaldiskussionen führen.“
Die Menschen wollten Veränderung, ergänzte Hagel. „Diese Veränderung muss jetzt möglich sein durch weniger Streit, mehr Reformen, mehr Ambition.“ Die Menschen müssten „spüren, dass die politische Mitte die Kraft hat, diese Probleme zu lösen“ – und zwar so, „dass sie es im Alltag spüren und dass sich was ändert im Alltag. Und dann wird auch der Glaube zurückkommen an die Lösungskompetenz der Mitte.“
Günther sieht „erschütternden Moment“ für Deutschland nach der Sachsen-Anhalt-Wahl
Der CDU-Ministerpräsident in Schleswig-Holstein äußerte sich bereits über das aus CDU-Sicht erschütternde Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. „Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges liegt mit der AfD eine Partei, deren Landesverband als gesichert rechtsextrem gilt, nahe an der absoluten Mehrheit“, erklärte Daniel Günther am Sonntagabend in Kiel. „Das ist ein erschütternder Moment für unser Land.“ Die Verluste für die CDU in Sachsen-Anhalt seien dramatisch.
Günther erklärte, die Gründe für das Magdeburger Wahlergebnis müssten nicht nur dort, sondern in der gesamten CDU analysiert und aufgearbeitet werden. Alle demokratischen Parteien müssten sich fragen, warum ihnen so viel Misstrauen entgegengebracht werde – „und was sich ändern muss, um das Vertrauen wieder zurückzugewinnen“. Kleine Korrekturen würden dafür nicht ausreichen. (Quellen: dpa/AFP/ARD) (sischr)