Verdienstorden des Landes NRW: „Das war schon sehr emotional gerade ...“
Im Jahr des 80-jährigen Bestehens Nordrhein-Westfalens hat Ministerpräsident Hendrik Wüst 16 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet. In dem besonderen Jahr ging die große Ehre an eine Reihe Prominenter.
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Verdienstorden des Landes NRW „Das war schon sehr emotional gerade ...“
24.08.2026 · 18:46 Uhr
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Diese Persönlichkeiten erhielten den NRW-Landesverdienstorden
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Foto: Bretz, Andreas (abr)
Düsseldorf · Im Jahr des 80-jährigen Bestehens Nordrhein-Westfalens hat Ministerpräsident Hendrik Wüst 16 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet. In dem besonderen Jahr ging die große Ehre an eine Reihe Prominenter.
Ein bisschen wirkt Ralf König, Autor und Comiczeichner aus Köln – schwarze Mütze auf dem Kopf, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an der Brust – als wäre ihm die ganze Sache hier im würdevollen Ambiente der Staatskanzlei in Düsseldorf nicht so ganz geheuer. „Ich bin so super überrascht, dass es mal dahin kommen konnte“, sagt er selbst nach der Verleihung der Auszeichnung, während schon die Häppchen bereitstehen und gesprächswillige Gäste und Politiker sich auf die Würdenträger stürzen. „Ich hab vor 45 Jahren angefangen, mit ’nem billigen Filzstift kleine Männchen zu malen, und jetzt steht man dann da und gibt dem Ministerpräsidenten die Hand, das ist schon alles sehr kurios“, sagt er. „Ich freue mich. Ich bin auch durchaus stolz, ja. Aber irgendwie bin ich auch im falschen Film.“
Kurz zuvor hatte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sein Wirken gewürdigt. Er habe Themen aus der gesellschaftlichen Tabuzone geholt: „Rollenbilder, Religion, Homosexualität, Politik: Vor seinem Bleistift ist nichts sicher.“ Im Jahr 2006 hatte König fundamentalismuskritische Cartoons veröffentlicht, dazu gehöre Mut.
Franz Müntefering – demütig und bescheiden
Schauspielerin Veronica Ferres spricht nach der Verleihung von ihrer Ergriffenheit und von ihrer Verbundenheit zur Region: „Ich habe den Großteil meiner Kindheit hier verbracht“, erzählt sie. Ihre Mutter kam aus Düsseldorf-Hamm, der Großvater hatte einen Bauernhof. Und dann diese Ehrung zu erhalten: „Das war schon sehr emotional gerade.“ Ministerpräsident Wüst hatte gelobt, wie sie dazu beigetragen habe, NRW als Filmstandort bekannt zu machen, und wie sie sich für Frauen- und Kinderrechte und das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz einsetze.
Und dann das politische Schwergewicht Franz Müntefering – Urgestein der SPD, Ex-Arbeitsminister in Land und Bund, Ex-Vizekanzler und später unter anderem jahrelang Fürsprecher für Seniorenbelange und Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes. Im Getümmel nach der Zeremonie lässt er bescheiden wissen, eigentlich das ja nicht verdient zu haben. „Ach na ja, ich hab in meinem Leben nicht den Eindruck gehabt, dass ich jetzt besonders viel gemacht hab‘“, begründet er das. Er habe seine Zeit und seine Möglichkeiten halt genutzt „und versucht, Gutes daraus zu machen“, aber: „Es gibt auch ganz viele andere noch, die viel tun“, so Müntefering. Viele hätten die Auszeichnung verdient und bekämen sie nicht: „Also, man darf deshalb nicht glauben, dass man was Besonderes sei.“
Verdienstorden an 16 Menschen verliehen
Insgesamt bekamen in diesem speziellen Jahr, nämlich anlässlich des 80. Geburtstags von Nordrhein-Westfalen, 16 Frauen und Männer den Verdienstorden des Landes. Zu den Empfängerinnen und Empfängern gehörten diesmal gleich eine ganze Reihe Prominente und führende Köpfe aus Politik, Wirtschaft, Brauchtum und Gesellschaft.
So die ehemalige Landeschefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Anja Weber. „Unter ihrer Führung hat die Stimme des DGB in der Landespolitik spürbar an Gewicht gewonnen“, sagte Wüst in seiner Laudatio.
Ebenso der – neben weiteren Posten – Präsident des Arbeitgeberverbands Unternehmer NRW, Arndt G. Kirchhoff, selbst Familienunternehmer in vierter Generation. Für Kirchhoff habe wirtschaftlicher Erfolg immer auch gesellschaftliche Verantwortung bedeutet, hob Wüst hervor. Und er erinnere sich, fügte er vielsagend dazu, an manchen – er wolle mal sagen, Impuls – den Kirchhoff an die Politik gegeben habe, wenn ihm ein Thema wichtig gewesen sei.
„Stellvertretend“ für alle, die sich ehrenamtlich engagieren
Dem einstigen Vorsitzenden des Waldbauernverbands Philipp Freiherr Heereman überreichte der Ministerpräsident den Orden mit Worten über die Herausforderung des Klimawandels. Die Bedeutung des Waldes, nicht seiner eigenen Rolle wollte Heereman selbst später in den Vordergrund rücken: „Ein schöner Tag für mich, ein wichtiger Tag für den Wald in Nordrhein-Westfalen“, sagte er.
Dem SPD-Politiker Thomas Kutschaty, den Menschen vielleicht als früherer Landesjustizminister in Erinnerung, überreichte Wüst den Verdienstorden, nachdem er über Kutschatys Wirken für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Arbeiterwohlfahrt und Kinderschutzbund gesprochen hatte. Er sehe sich „ein bisschen stellvertretend“ für alle, die sich ehrenamtlich engagierten, so Kutschaty.
Die Grünen-Politikerin Monika Düker – 22 Jahre lang war sie Landtagsabgeordnete – würdigte Wüst unter anderem für ihren Einsatz für faire Asylverfahren. Eine „starke Stimme der Opposition“ sei sie gewesen, „kritisch, hartnäckig und in der Sache immer klar“.
Ebenfalls ausgezeichnet wurden Magdalene Arndt, Mitbegründerin des Trägervereins für das Frauenhaus Paderborn, Kostenpflichtiger Inhalt die ehemalige Oberbürgermeisterin von Mönchengladbach, Monika Bartsch, Bernhard Conin, der sich um die Schull- und Vedelszöch in Köln verdient macht, der Förderer des Vereinssports Albert Gerding, Karnevalist Lothar Hörning, Mitbegründer der Düsseldorfer KG Regenbogen, Norbert Mering für sein Wirken für Schüler und Gesellschaft in Essen, Susanne Saage, Gründerin der „Aktion Löwenmama“, die kranken Kindern Wünsche erfüllt, und der Theologe, Ex-CDU-Landtagsabgeordnete und Ex-Präsident der Kunststiftung NRW, Professor Thomas Sternberg.
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