Umbau der CDU-Spitze in Sachsen-Anhalt - Bundestagsabgeordneter Sepp Müller will Landeschef Schulze beerben - wofür steht er?

Im Spätherbst will die CDU in Sachsen-Anhalt nach dem Debakel bei der Landtagswahl einen neuen Landesvorstand wählen. Als Erster hat Sepp Müller seine Kandidatur angekündigt. Ein durchaus strittiger Kandidat, auch in den Augen von Kanzler Merz. Wofür steht der bisherige Vize-Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag?

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Umbau der CDU-Spitze in Sachsen-Anhalt - Bundestagsabgeordneter Sepp Müller will Landeschef Schulze beerben - wofür steht er?

Im Spätherbst will die CDU in Sachsen-Anhalt nach dem Debakel bei der Landtagswahl einen neuen Landesvorstand wählen. Als Erster hat Sepp Müller seine Kandidatur angekündigt. Ein durchaus strittiger Kandidat, auch in den Augen von Kanzler Merz. Wofür steht der bisherige Vize-Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag?

08.09.2026

Sepp Müller spricht und gestikuliert im Bundestag.

Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Müller (IMAGO/Political-Moments)

"Ich kandidiere als Landesvorsitzender", erklärte der 37-jährige Müller. Er könnte damit auf den noch amtierenden Ministerpräsidenten und CDU-Landeschef Schulze folgen. Dieser hatte eine Neuwahl des Landesvorstands für Ende November oder Anfang Dezember in Aussicht gestellt.

Müller gilt als Kritiker Schulzes und war für Äußerungen kurz vor der Wahl auch von Kanzler Merz und Unionsfraktionschef Frei kritisiert worden. "Sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann hat Ulrich Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag", hatte Müller wenige Tage vor der Wahl im "Politico"-Podcast "Berlin Playbook" gesagt. Müller sprach aus, was manche dachten - doch zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Kanzler und CDU-Chef Merz rügte Müller deshalb gestern öffentlich sehr deutlich - ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. Er habe in den Parteigremien darauf hingewiesen, "dass es niemand verstanden hat, dass wenige Tage vor dem Wahltermin ein stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion dem eigenen Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, wie das drei Tage vor der Wahl bis zum gestrigen Tag anhaltend geschehen ist", sagte Merz vor Journalisten. 

Sepp Müller gehört dem Bundestag seit 2017 an. Auch vier Jahre später holte er das Direktmandat im Wahlkreis Dessau-Wittenberg geholt. 34,3 Prozent der Wähler stimmten damals für den gelernten Bankkaufmann aus Gräfenhainichen - das war das beste Erststimmenergebnis der CDU im Osten. Danach stieg er zum Fraktionsvize der Union auf. Vor der Bundestagswahl 2025 wurde Müller zum Spitzenkandidaten der CDU in Sachsen-Anhalt gekürt. Doch dass er in der Partei nicht unumstritten ist, belegte sein Ergebnis - es fiel mit einer Zustimmung von rund 81 Prozent überschaubar aus.

Müller zeigte sich im Sommer 2025 unzufrieden mit der eigenen Arbeit in der schwarz-roten Regierungskoalition. Er verwies etwa auf die schwierige Lage im Osten. "Die Einsicht, dass wir als bürgerliche Mitte auseinanderfallen, wenn wir weitermachen wie bisher - diese Erkenntnis ist im Osten schon fünf Jahre weiter", betonte Müller. Er ist ein Befürworter einer strikten Reformagenda, sagte jedoch etwa mit Blick auf die geplanten Rentenreform dem Magazin "Stern", im Osten sei die gesetzliche Rente für viele Ruheständler nahezu die einzige Einkommensquelle. Private und betriebliche Vorsorge spielten eine deutlich geringere Rolle. Wer die Zukunft der Rente neu ordnen wolle, müsse das anerkennen und in den Maßnahmen der Rentenreform sichtbar machen.

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Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.