Twisted Sister: So klingt Sebastian Bach als Nachfolger von Dee Snider
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Kann Twisted Sister ohne Dee Snider funktionieren? Eine erste Antwort auf diese Frage gibt es jetzt aus New Jersey. Dort stand Sebastian Bach am 28. August erstmals für ein komplettes Konzert als Sänger der Band auf der Bühne. Fanvideos dokumentieren die Premiere der neuen Besetzung.
Dass an diesem Abend überhaupt Twisted Sister auftreten würden, war dabei nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Das Konzert im Starland Ballroom in Sayreville lief unter dem Namen „Bent Brother“. Dieses Pseudonym haben die Musiker schon in der Vergangenheit verwendet, wenn sie Shows abseits des regulären Twisted-Sister-Tourbetriebs spielen wollten.
Der Auftritt war vor allem ein Test für die Zeit nach Snider – und Bach ging ihn offenbar nicht als bloße Kopie seines Vorgängers an. Zwar fehlt ihm naturgemäß die über Jahrzehnte entwickelte Bühnenpersona, mit der Snider die Band geprägt hat. Gesanglich funktioniert die neue Kombination dagegen erstaunlich gut.
Sebastian Bach singt Twisted Sister deutlich rauer
Bach setzt seine Stimme bei Songs wie „Under The Blade“, „Burn In Hell“ oder „The Beast“ härter und schmutziger ein, als man es von ihm häufig gewohnt ist. Das frühe Material von Twisted Sister profitiert von dieser Herangehensweise: Statt die Stücke in Richtung klassischen Hair Metal zu ziehen, orientiert sich der Sänger an ihrer ursprünglichen, wesentlich ungeschliffeneren Energie.
Auch die Band scheint die personelle Veränderung nicht zum Anlass zu nehmen, ihr Repertoire vorsichtiger anzugehen. Das Ergebnis erinnert stellenweise daran, wie eng Twisted Sisters früher Hardrock mit Punk und Straßenrock verbunden war.
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Insgesamt bestand das Programm aus 17 Songs. Neben den großen Twisted-Sister-Stücken wie „I Wanna Rock“ und „We’re Not Gonna Take It“ bekam Bach zwei Gelegenheiten, musikalisch in seine eigene Vergangenheit zurückzukehren.
Zwei Skid-Row-Klassiker schaffen es ins Programm
Mit „I Remember You“ übernahm die Band zunächst eine der bekanntesten Balladen von Skid Row. Später folgte „Youth Gone Wild“ – jener Song, der Bach Ende der Achtzigerjahre mit seiner früheren Band zu einem der prominentesten Sänger der damaligen Hardrock-Generation machte.
Dass ausgerechnet Bach die Aufgabe übernimmt, ist mit Snider abgesprochen. Der langjährige Frontmann hatte sich wegen gesundheitlicher Probleme von Twisted Sister zurückgezogen und seinem Nachfolger anschließend öffentlich seinen Segen gegeben.
Der eigentliche Belastungstest beginnt ohnehin erst jetzt. Am 4. September soll die Tour mit Bach am Mikrofon starten. Als Support ist Rockett Mania dabei, die von Poison-Schlagzeuger Rikki Rockett angeführte Coverband.
Werden Twisted Sister mit Sebastian Bach neue Musik aufnehmen?
Eine Frage lässt die gelungene Livepremiere zwangsläufig offen: Bleibt die Zusammenarbeit auf Konzerte beschränkt? Konkrete Pläne für Studioaufnahmen gibt es bislang allerdings nicht.
Setlist: Twisted Sister mit Sebastian Bach
- „What You Don’t Know (Sure Can Hurt You)“
- „You Can’t Stop Rock ‘N’ Roll“
- „We’re Gonna Make It“
- „Shoot ‘Em Down“
- „Tear It Loose“
- „Destroyer“
- „The Kids Are Back“
- „Like A Knife In The Back“
- „Ride To Live, Live To Ride“
- „Under The Blade“
- „The Beast“
- „Burn In Hell“
- „The Price“
- „I Remember You“ (Skid Row)
- „I Wanna Rock“
- „Youth Gone Wild“ (Skid Row)
- „We’re Not Gonna Take It“