Trump eskaliert weiter: USA verhängen Einfuhrsperre für viele Waren aus Kanada – Schnaps, Motorräder und mehr
tzPolitikStand: 09.09.2026, 07:33 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Zollstreit zwischen den USA und Kanada eskaliert weiter. Jüngst verhängte Ottawa Zölle gegen den Nachbarn. Das lässt Trump nicht auf sich ...
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Stand: 09.09.2026, 07:33 Uhr
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Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada eskaliert weiter. Jüngst verhängte Ottawa Zölle gegen den Nachbarn. Das lässt Trump nicht auf sich sitzen.
Washington, D.C./Ottawa – US-Präsident Donald Trump lässt kaum eine Gelegenheit aus, den nördlichen Nachbarn Kanada zu provozieren. Das macht er seit seiner zweiten Amtszeit zum einen dadurch, Kanada wiederholt als eigentlich 51. US-Bundesstaat zu bezeichnen. Zum anderen sorgt er für Streitigkeiten mit einer irrationalen Zollpolitik. Letztere droht nun endgültig zu eskalieren.

Am Dienstag verhängte Trump per Dekret eine Einfuhrsperre für bestimmte kanadische Produkte – als Reaktion auf Gegenzölle Kanadas. Die hatten ihren Ursprung allerdings in US‑Zöllen in Höhe von 50 Prozent unter anderem auf alkoholische Getränke, Milchprodukte, Hockeyschläger und Sperrholz, die vor rund zwei Wochen in Kraft traten. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte daraufhin an, mit jetzt laufenden Gegenzöllen zu reagieren.
Trump verordnet weitere Zölle und Einfuhrsperren gegen Kanada
Trump wiederum kontert nun mit einer Einfuhrsperre ab dem 29. September per Dekret, die Molkereiprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder einbezieht. Zudem erhöhte er auf weitere Waren wie Matratzen, Motorboote und Golf-Mobile ab dem 15. September die Zölle um 50 Prozent. Der Handelsstreit zwischen den Nachbarländern war nach dem Scheitern von Verhandlungen eskaliert. In einer der Erklärungen zu den Maßnahmen hieß es, dass bestimmte kanadische Exportgüter von dieser Strafabgabe befreit seien.
Die Liste dieser Produkte ist jedoch deutlich kürzer. Sie umfasst unter anderem Toilettenpapier. Trump tue dies, „um erneut sicherzustellen, dass wir gleiche Wettbewerbsbedingungen wahren, Vergeltungsmaßnahmen verhindern und natürlich die amerikanische Produktion schützen“. Zur Rechtfertigung des Einfuhrverbots für alkoholische Getränke verwies Trump auf die aus seiner Sicht „diskriminierende“ Behandlung von US-Spirituosen in Kanada. Das Weiße Haus hatte bei der Einführung der Zölle eine „diskriminierende Behandlung“ von Alkohol-, Automobil- und Milchprodukten aus den USA durch die kanadische Regierung geltend gemacht.
Donald Trump hält an Auto-Zöllen ab 1. Januar 2027 fest
Trump hat zudem Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Autos, große und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl ab dem 1. Januar 2027 angedroht, sollten beide Seiten nicht zu einem Deal zusammenfinden. Zumindest mit Blick auf den Autosektor habe sich die Position des Präsidenten trotz der jüngsten Importverbote nicht geändert, verlautete aus dem Weißen Haus.
Eine solche Maßnahme würde den Autohandel zwischen beiden Nationen tiefgreifend belasten: 85 Prozent aller aus Kanada exportierten Autos gingen 2024 in die Vereinigten Staaten. Trump begründet seine Zölle unter anderem damit, dass Kanada die Vereinigten Staaten seit Jahren „ausbeute“. Er behauptet, dass sein Land nicht auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen sei. Dabei ist Kanada laut US-Daten derzeit der zweitgrößte Handelspartner der USA.
Kanadas Gegenzölle traten am Dienstag in Kraft: „Kurswechsel hat seinen Preis“
Die von Kanada verhängten Gegenzölle traten am Dienstag in Kraft. Die Aufschläge in Höhe von 15 bis 50 Prozent betreffen eine Reihe von US-Waren im Gesamtwert von 20 Milliarden Dollar (17,2 Milliarden Euro), darunter Stahl- und Aluminiumprodukte sowie Milchprodukte. Einige Meeresfrüchteprodukte wurden von der ursprünglichen Liste gestrichen.
Kanadas Premierminister Carney stellte seine Landsleute nach dem Inkrafttreten der Gegenzölle darauf ein, dass weniger intensive Wirtschaftsbeziehungen mit den USA nicht ohne Preis seien. „Wir haben alles, was wir brauchen, um einen Kurswechsel vorzunehmen und zu gedeihen“, sagte Carney am Dienstag in einer Videobotschaft. Dieser „Kurswechsel“ sei aber mit einem „Preis“ verbunden. „Handlungen haben immer einen Preis. Aber dieser ist nicht annähernd so hoch wie der Preis des Stillstands.“ (Quellen: dpa, AFP) (ktho)