Trump droht kanadischem Flugzeugbauer Bombardier mit Verkaufsverbot

Zollstreit Trump droht kanadischem Flugzeugbauer Bombardier mit Verkaufsverbot Ab Dienstag führt Kanada einige Gegenzölle gegen die USA ein. Ob ein Verkaufsverbot rechtlich durchführbar ist, bezweifeln...

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Trump droht kanadischem Flugzeugbauer Bombardier mit Verkaufsverbot

Zollstreit

Trump droht kanadischem Flugzeugbauer Bombardier mit Verkaufsverbot

Ab Dienstag führt Kanada einige Gegenzölle gegen die USA ein. Ob ein Verkaufsverbot rechtlich durchführbar ist, bezweifeln Experten

Wenn es nach Trump geht, sollte der kanadische Flugzeugbauer Bombarider seine Maschinen in den USA nicht mehr vetreiben können.

Toronto – US-Präsident Donald Trump will dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier den Vertrieb seiner Maschinen in den USA untersagen, sofern das Unternehmen nicht im Land produziert. "Kein Verkauf von Bombardier mehr in den Vereinigten Staaten! Ihre Produkte sind nicht gut genug!", erklärte Trump am Montag auf seiner Online-Plattform Truth Social. Wenn der Konzern den US-Markt wolle, müsse er auch dort fertigen und aufhören, Amerika wie ein "Sparschwein" zu behandeln. Das US-Präsidialamt äußerte sich zunächst nicht dazu, wie ein solches Verbot umgesetzt werden könnte. Auch von Bombardier lag keine Stellungnahme vor.

Die Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender handelspolitischer Spannungen. Kanada will ab Dienstag als Reaktion auf Trumps Politik eine Reihe von Gegenzöllen gegen die USA einführen.

Rechtlich fragwürdig

Branchenexperten bezweifelten, dass sich ein Verkaufsstopp rechtlich durchsetzen lässt. Die Flugzeuge von Bombardier sind von der US-Luftfahrtbehörde FAA zugelassen und fallen unter das von Trump in seiner ersten Amtszeit mit ausgehandelte Freihandelsabkommen USMCA. Der US-Luftfahrtanalyst Richard Aboulafia wies zudem darauf hin, dass die meisten Privatjets der Kanadier mit US-Triebwerken von Honeywell und GE Aerospace ausgestattet seien. Er rechne nicht damit, dass Kunden ihre Bestellungen stornieren würden. Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist global stark vernetzt und blieb von Trumps Zollpolitik bislang weitgehend verschont. Der US-Sektor verzeichnete zuletzt einen Handelsüberschuss von 109,2 Milliarden Dollar.

Bombardier, ein Rivale des US-Herstellers Gulfstream, ist entgegen Trumps Vorwürfen bereits stark in den USA vertreten. Das Unternehmen aus Montreal beschäftigt dort 3500 Mitarbeiter, arbeitet mit 2800 Zulieferern zusammen und betreibt mehrere Werke sowie Servicezentren. Unter anderem werden in Texas die Tragflächen für das Flaggschiff Global 8000 gefertigt, während in Kansas eine Rüstungssparte angesiedelt ist.

Etwa die Hälfte der weltweit 5100 im Einsatz befindlichen Bombardier-Maschinen befindet sich in den USA. Bereits im Januar hatte Trump gedroht, Geschäftsflugzeugen der Kanadier die Zulassung zu entziehen und Strafzölle von 50 Prozent zu verhängen, um die kanadische Zertifizierung für mehrere Gulfstream-Modelle zu erzwingen. (APA, 8.9.2026)

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