Trotz gebrochener Rippe: Deutsches Biathlon-Ass glänzt

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Trotz gebrochener Rippe: Deutsches Biathlon-Ass glänzt

Stand: 09.09.2026, 07:02 Uhr

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Daumen hoch: David Zobel zeigt starke Leistungen und krönt diese mit einem Stockerlplatz.

Daumen hoch: David Zobel zeigt starke Leistungen und krönt diese mit einem Stockerlplatz. © Kevin Voigt

Zwei Biathlon-Asse sorgen bei den Deutschen Meisterschaften für ein Ausrufezeichen. Gerade über den Erfolg einer Sportlerin freut sich der Trainer.

Notschrei  – In der Regel hat die Deutsche Meisterschaft im Biathlon keine große Aussagekraft. Fällt sie schließlich mitten in die harte Sommervorbereitung der Sportler, tauschen viele von ihnen die Rollen in den kommenden Monaten schnellstmöglich wieder gegen Skier aus. Und doch dürften sich die Werdenfelser ihre Ergebnisse in Notschrei ganz genau angeschaut haben.

Beste Stimmung: Über 2000 Zuschauer pro Tag

Denn am vergangenen Wochenende herrschte dort Weltcup-Atmosphäre. Kaltenbrunns Stützpunkttrainer Bernhard Kröll sagt: „Die umgebaute Rollerstrecke, über 2000 Zuschauer pro Tag – das war top.“ Da stimmt ihm sein bester Athlet des Wettbewerbs, ohne mit der Wimper zu zucken, zu. „Das war eine sehr geile Stimmung“, betont David Zobel. Und auch bei ihm selbst traf das Motto, das alle Biathleten verfolgen, zu: Der Trend stimmt.

Beim Einzel offenbarte er mit Rang zwölf zunächst noch viel Potenzial nach oben. „Nicht der perfekte Start, ich hatte Pech mit dem Wind im Liegendschießen.“ Mit sieben Fehlern ging es über 15 Kilometer „schnell den Bach runter“. Dennoch fühlt sich der Murnauer trotz einer gebrochenen Rippe – die Verletzung hatte er sich bei einem Lehrgang in Estland Anfang August zugezogen – gut und zeigte das im Anschluss. Seinen Sprint bezeichnet er mit einer Trefferquote von 90 Prozent als „absolut solide“. Für einen Stockerlplatz reichte es allerdings nicht. Den holte sich der 30-Jährige zum Abschluss in der Verfolgung mit einem starken dritten Platz. Nur 19 Sekunden fehlten ihm auf Philipp Horn, der mit zwei Siegen einen starken Wettbewerb verbuchte. „Mann gegen Mann bin ich voll mit dabei. Ich habe mich über jeden Wettkampf gesteigert. Es hat richtig Spaß gemacht.“

Doch auch die anderen Herren aus dem Landkreis verbuchten ordentliche Ergebnisse. Kilian Simon, der sein erstes Jahr bei den Junioren verbringt, landete dreimal unter den Top 30. „Das waren konstante Leistungen und wichtig, dass er auf dieser Bühne Erfahrungen sammelt“, sagt Kröll. Bei der Verfolgung konnte Raphael Heiland auf sich aufmerksam machen. Der Athlet vom SC Partenkirchen verbuchte einen guten 17. Rang.

Hanna Kebinger sorgt für Ausrufezeichen

Für einen Lichtblick bei den Frauen sorgte Hanna Kebinger. Ihre gesundheitlichen Probleme hat die 28-Jährige überwunden – und wie: Im Schwarzwald fuhr sie ihr bestes Ergebnis bei einer Deutschen Meisterschaft ein und sendete mit zwei achten Rängen sowie einem sechsten Platz ein Signal an die Konkurrenz. Die Grainauerin ist zurück im Spitzensport.

Hallo, da bin ich wieder: Hanna Kebinger sendet ein deutliches Signal an die Konkurrenz.

Hallo, da bin ich wieder: Hanna Kebinger sendet ein deutliches Signal an die Konkurrenz. © Kevin Voigt

„Das ist wirklich erfreulich und ein gutes Zeichen für die Qualiwettbewerbe im November“, sagt ihr Trainer. „Das gibt ihr einen Motivationsschub.“ Beileibe nicht die einzige Positivnachricht im Lager der Werdenfelser. Auch Lea Zimmermann wurde im ersten Jahr bei den Senioren von Verletzungen verfolgt. Nun hat sich die SCP-Athletin zurückgekämpft und landete sogleich in den Top Ten. „Läuferisch war das sehr ordentlich, sie ist bestimmt eine IBU-Kandidatin.“ Ihre Teamkollegin Katharina Körner findet sich nach einer langen Biathlonpause langsam wieder zurecht. Im zweiten Jahr nach ihrer Rückkehr ist Kröll mit den Fortschritten der Allgäuerin zufrieden. „Das, was sie macht, ist super.“

Einziger Ausreißer aus dem starken Wochenende der Landkreis-Athleten war Selina Grotians Bilanz: Rang 23 im Einzel, 27 im Sprint, 25 in der Verfolgung. „Das ist natürlich nicht das, was Selina kann“, sagt Kröll. Aber für ihn ist das „kein Beinbruch“. Schließlich kommt jeder Athlet anders mit der Trainingsintensität, den Wetterbedingungen im Sommer und den Rollern klar. „Ihre Trainingszeiten sind gut und ihr Fokus liegt voll auf dem Winter.“ Spätestens dann soll auch bei der Mittenwalderin der Trend in die richtige Richtung gehen.

Die Ergebnisse im Überblick

Kurzes Einzel Frauen: 1. Janina Hettich-Walz 24:39,7 Minuten; 2. Johanna Puff 35:44,7; 3. Julia Tannheimer 35:48,2; ... 8. Hanna Kebinger 37:10,7; 12. Lea Zimmermann 38:15,3; 23. Selina Grotian 39:48,5; 36. Katharina Körner 44:06,5.

Kurzes Einzel Herren: 1. Philipp Horn 35:14,6, 2. Lucas Fratzscher 36:38,4, 3. Fabian Kaskel 36:46,8; ... 12. David Zobel 39:02,3; 25. Raphael Heiland 42:42,3, 28. Kilian Simon 43:37,3, 37. Philipp Eissler 46:55,9.

Sprint Frauen: 1. Janina Hettich-Walz 20:19,0, 2. Johanna Puff 20:41,3, 3. Julia Kink 20:44,1; ... 8. Hanna Kebinger 21:24,0, 12. Lea Zimmermann 21:45,5, 27. Selina Grotian 23:01,8, 34. Katharina Körner 24:10,2.

Sprint Herren: 1. Franz Schaser 23:36,5, 2. Philipp Horn 23:55,2, 3. Nils Schneiderling 23:56,5, ... 7. David Zobel 24:19,4, 20. Raphael Heiland 25:42,3, 29. Kilian Simon 26:42,7, 49. Philipp Eissler 28:53,1.

Verfolgung Frauen: 1. Janina Hettich-Walz 29:32,3, 2. Johanna Puff 29:58,2, 3. Julia Tannheimer 30:46,2, ... 6. Hanna Kebinger 31:45,6, 10. Lea Zimmermann 32:36,6, 25. Selina Grotian 35:34,7, 31. Katharina Körner 37:50,6.

Verfolgung Herren: 1. Philipp Horn 31:08,7, 2. Philipp Nawrath 31:25,9, 3. David Zobel 31:27,8, ... 17. Raphael Heiland 35:06,4, 22. Kilian Simon 36:22,0, 49. Philipp Eissler 40:57,1.