Tour: Merlier macht nach Sturz-Chaos Hattrick perfekt
Tim Merlier hat die 12. Etappe der Tour de France im Massensprint gewonnen. Es war bereits der dritte Erfolg für den Belgier bei dieser Tour. Überschattet wurde das Finale von einem schweren Massensturz. Zweiter wurde Olav Kooij, Dritter Jasper Philipsen. Max Kanter landete als bester Deutscher auf Platz sieben.
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Tour de France, 12. Etappe Merlier macht nach Sturz-Chaos den Hattrick perfekt
Stand: 16.07.2026 • 17:48 Uhr
Tim Merlier hat die 12. Etappe der Tour de France im Massensprint gewonnen. Es war bereits der dritte Erfolg für den Belgier bei dieser Tour. Überschattet wurde das Finale von einem schweren Massensturz. Zweiter wurde Olav Kooij, Dritter Jasper Philipsen. Max Kanter landete als bester Deutscher auf Platz sieben.
Von Ralf Schloßmacher
350 Meter vor dem Ziel hatte Fernando Gaviria den Sturz ausgelöst, vermutlich hatte der Kolumbianer sich an einem Hinterrad aufgehängt. Etwa zehn Profis gingen zu Boden, nur 13 Fahrer kamen unbehelligt durch und konnten um den Sieg sprinten. Merlier hatte auf der ansteigenden Zielgeraden dann den größten Speed und setzte sich souverän durch. Für den 33-Jährigen vom Team Soudal Quick-Step war es der insgesamt sechste Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt.
Die 12. Etappe war bereits die letzte typische Flachetappe. Über 179 Kilometer ging es vom ehemaligen Formel-1-Kurs in Magny-Cours nach Chalon-Sur-Saône. Drei Bergwertungen der 4. Kategorie bereiteten den Sprinter-Teams keine Probleme, die letzten 20 Kilometer waren flach.
Sprintern, denen noch kein Tageserfolg gelungen ist, bleiben jetzt noch zwei kleine Hoffnungen. Die Tour-Veranstalter haben weitere Teilstücke als Flachetappen ausgewiesen. Aber bei der 17. Etappe müssen die Sprinter erstmal die hügelige erste Hälfte überstehen. Und bei der Paris-Etappe am Schlusstag könnten die Passagen über den Montmartre dazu führen, dass Ausreißer das Rennen machen.
Veistroffer sammelt weitere Ausreißer-Kilometer
Für sie waren es diesmal schlechte Voraussetzungen. Doch es gibt ja mit Baptiste Veistroffer einen Mann, den das nicht abschreckt. Der Franzose vom Team Lotto-Intermarché fuhr bereits bei der 5. Etappe als Solist 140 Kilometer vor dem Feld, bei der 7. Etappe war er 157 Kilometer lang Teil eines Ausreißer-Duos.
Veistroffer hatte bereits vor der 12. Etappe 310 Ausreißer-Kilometer bei dieser Tour gesammelt. Diesmal blieb der 26-Jährige, der wegen seiner Angriffslust schon seit der Jugend den Spitznamen "Wildschwein" hat, aber nicht allzu lange allein. Nach dem Zwischensprint hatten sich Damiano Caruso, Ewen Costiou und Mattéo Vercher vom Feld abgesetzt und zum Franzosen aufgeschlossen. Vorne fuhr jetzt also ein Quartett.
Baptiste Veistroffer bei der 12. Etappe
Pedersen diskutiert nach Sprint mit Jury
Der Zwischensprint des Feldes nach 45 Kilometern führte dann noch zu Diskussionen. Mads Pedersen hatte sich vor Jasper Philipsen und Tim Merlier durchgesetzt. Der Däne verließ dabei aber seine Linie und machte Philipsen die Tür zu. Die Rennjury entschied, dass der Mann im Grünen Trikot keine Punkte bekommt. Danach sah man Pedersen lange am Auto der Jury. Und die Entscheidung wurde revidiert - Pedersen bekam doch 20 weitere Punkte für das Grüne Trikot. Möglicherweise auch, weil sich keiner der Kontrahenten beschwert hatte.
85 Kilometer vor dem Ziel wurde es ziemlich ungemütlich für die Radprofis. Es gab einen kurzen, ordentlichen Schauer - vor den angesagten Unwettern blieb der Tour-Tross aber verschont. Die Rennsituation war dabei so wie fast schon üblich bei Flachetappen. Die Sprinter-Teams ließen dem Spitzen-Quartett nur um die eine Minute Vorsprung.
Lidl-Trek mit "Attacken-Feuerwerk"
Der geringe Vorsprung sorgte offenbar für Diskussionen unter den Ausreißern. 63 Kilometer vor dem Ziel waren es nur noch 39 Sekunden. Und man war sich wohl nicht einig. Veistroffer ging unmittelbar danach in die Offensive, Costiou folgte ihm - Caruso und Vercher ließen sich zurückfallen. Knapp 15 Kilometer später hatte auch Costiou genug und Veistroffer war nun allein an der Spitze.
Der Franzose gab nochmal richtig Gas, aber 33,5 Kilometer vor dem Ziel wurde er diesmal gestellt. Das lag an einer Attacke von Quinn Simmons aus dem Hauptfeld. Es sollte der Auftakt zu einem schnellen Finale sein. Vor allem die Fahrer von Lidl-Trek attackierten immer wieder, Simmons, Mathias Vacek und schließlich Pedersen versuchten sich abzusetzen. Aber alle Attacken verpufften - und es kam zum Massensprint.
Längste Etappe führt über Ballon d‘Alsace
Am Freitag geht es weiter mit der einzigen Etappe dieser Ausgabe mit mehr als 200 Kilometern. Genau 205,8 Kilometer werden die Profis nach der 13. Etappe in Belfort in den Beinen haben. Nach dem Start in Dole gibt es einen langen Anlauf zu den beiden Bergwertungen des Tages. 30 Kilometer vor dem Ziel passiert die Tour dabei den Ballon d’Alsace.