Suchtmittelbericht: So viele Drogentote wie noch nie

Der jährliche Bericht des Bundeskriminalamts (BK) zur Suchtmittelkriminalität zeigt heuer einen traurigen Rekord auf: Noch nie starben in Österreich so viele Menschen an Drogen – die meisten davon in Wien.

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Suchtmittelbericht: So viele Drogentote wie noch nie

Kokain, Ketamin und MDMA – all diese Substanzen wurden im Körper einer 14-Jährigen gefunden, die im vergangenen Sommer an einer Überdosis starb. Ein Ex-Freund hatte sie zu einer Drogenparty eingeladen.

Die Zahl der Menschen, die österreichweit an Intoxikationen sterben, nimmt zu, wie der Suchtmittelkriminalitätsbericht des Bundeskriminalamts aufzeigt. Im Jahr 2024 (die aktuellste vorliegende Zahl) wurden 257 Drogentote gemeldet – die Todesursache konnten in diesen Fällen nach Obduktionen und toxikologischen Gutachten eindeutig auf Drogenkonsum zurückgeführt werden.

Noch vor wenigen Jahren bewegte sich dieser Wert unter 200. Die meisten Toten entfielen 2024 mit 84 Personen auf Wien. Im Körper der Toten wurden vor allem Psychopharmaka, Kokain und Heroin bzw. Morphin festgestellt. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass bei den Substanzen allgemein im Vorjahr nach wie vor Cannabis die beliebteste Droge war.

Mehr Sicherstellungen

Speziell in der Wiener Partyszene wurde nach einer sehr kurzen Phase des erhöhten Konsums von NPS (Neue psychoaktive Stoffe) um das Jahr 2010 auch wieder verstärkt auf Amphetamin und Ecstasy sowie aktuell auch immer mehr auf Kokain zurückgegriffen, heißt es im Suchtmittelkriminalitätsbericht.

Bei allen Substanzen gab es im Vorjahr einen Anstieg an sichergestellten Suchtmitteln: Insgesamt wurden 2.840 Kilogramm Cannabis sichergestellt, 274 Kilogramm Kokain und 38 Kilogramm Heroin. Einen besonders starken Anstieg – um knapp 350 Prozent – gab es 2025 bei Ecstasy.

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Daniel Lichtenegger, Leiter des Büros zur Suchtmittelbekämpfung im BK: „Der geschätzte Umsatz des illegalen Marktes in  Österreich beträgt fünf Milliarden Euro pro Jahr. “

Anzeigen gingen zurück

Zurück ging im Vorjahr mit 36.801 hingegen die Anzahl der Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz. Auch hier entfällt ein Drittel auf Wien. Festnahmen verzeichnete das Bundeskriminalamt im Suchtmittelbereich 2.293; 64 Prozent der Festgenommenen sind nicht aus Österreich. 

Grundsätzlich beträgt der Anteil der Anzeigen ausländischer Verdächtigen 42,3 Prozent, in Wien liegt der Wert bei 60,6 Prozent. Mit rund 2.000 Anzeigen führt bei den Nationalitäten Syrien – hier gibt es laut BK einen Anstieg von 43 Prozent im Vergleich zu 2024. An zweiter Stelle kommt Deutschland, gefolgt von Afghanistan.

Weniger junge Tatverdächtige

Eine positive Entwicklung sieht Daniel Lichtenegger, Leiter des Büros zur Suchtmittelbekämpfung im BK, beim Rückgang der jungen Tatverdächtigen. Die Zahl der 14- bis 17-Jährigen ging um 13,4 Prozent zurück, bei den 18- bis 20-Jährigen reduzierte sich der Wert um neun Prozent. Die einzige Altersgruppe, die zunahm, sind die über 40-jährigen Verdächtigen. „Es gibt auch unter 14-Jährige, die angezeigt werden, das ist aber ein geringer Anteil“, berichtete Lichtenegger.

Als größte Herausforderungen für die Zukunft sieht der Experte die anhaltend hohe Verfügbarkeit von Suchtmitteln, die Professionalisierung internationaler Netzwerke sowie die technologischen Entwicklungen, an welche die Maßnahmen zur Bekämpfung der Drogenkriminalität angepasst werden müssen.

kurier.at  |  16.07.2026, 17:56