Stadtverordnete lehnen eigenes Langener Kennzeichen „LGN“ ab

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Stadtverordnete lehnen eigenes Langener Kennzeichen „LGN“ ab

Stand: 17.07.2026, 06:00 Uhr

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So stellt sich die künstliche Intelligenz ein Auto mit Langen-Kennzeichen vor. Es bleibt vorerst eine Vision.

So stellt sich die künstliche Intelligenz ein Auto mit Langen-Kennzeichen vor. Es bleibt vorerst eine Vision. © ChatGPT

Die SPD versucht, ein eigenes Nummernschild für Langen in die Wege zu leiten – ohne Erfolg. Die Sozialdemokraten finden das „OF“-Kennzeichen „stigmatisierend“.

Langen – Fahren in Zukunft Autos mit dem Kennzeichen „LGN“ durch Langen? Wohl kaum. Denn während in Dreieich die Stadtverordneten kürzlich der Prüfung eines „DR“-Nummernschildes zugestimmt haben, herrschen im Langener Parlament Vorbehalte. Ein Antrag der SPD-Fraktion mit der Überschrift „Prüfung für ein eigenes Langener Kennzeichen“ wird in der jüngsten Sitzung mehrheitlich abgelehnt.

Ursprung der Idee ist ein Vorstoß des Heidelberger Touristik-Professors Ralf Bochert. Er hatte 2024 vorgeschlagen, dass 320 deutsche „Mittelstädte“ (mindestens 20.000 Einwohner) eigene Kfz-Ortskennungen bekommen, und gleich die verfügbaren Kennzeichen mitgeliefert – darunter auch „LGN“ für Langen. Ziel des Projekts ist es, die regionale Sichtbarkeit und die Identifikation der Bürger mit ihren Kommunen zu stärken.

SPD: „OF“ sorgt für Stigmatisierung

Damit die Buchstaben aber tatsächlich auf dem Nummernschild landen, müsste der Bund zunächst die Fahrzeugzulassungsverordnung ändern. Diese erlaubt eigene Kennzeichen aktuell nur für Verwaltungsbezirke – in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte. Seit der Liberalisierung 2012 können zudem ausrangierte Buchstabenkombinationen reaktiviert werden. Die Einführung neuer Kürzel ist eigentlich nur in Sonderfällen vorgesehen. So bekamen die Stadt München 2023 das Kennzeichen „MUC“ und der Landkreis München 2025 „MU“ hinzu, da die möglichen Kombinationen für neue Zulassungen mit dem bisherigen „M“ auszugehen drohten.

Die SPD ist Fan des Langen-Kennzeichens und möchte den Magistrat beauftragen, die notwendigen Schritte dafür zu prüfen sowie das „LGN“-Nummernschild zu beantragen, sobald dies rechtlich möglich ist. Der Verwaltungsaufwand halte sich im Rahmen, argumentieren die Sozialdemokraten in der Begründung ihres Antrags. Das Kennzeichen stärke die lokale Verbundenheit und zeige die eigene Identität. Außerdem sorge das „OF“ auf dem Auto für eine „nicht zu vernachlässigende Stigmatisierung“ in ganz Hessen. Die Zuweisung zur Stadt Offenbach sei aber häufig unzutreffend, da viel mehr Menschen im Kreis Offenbach als in der Stadt lebten. Vor allem Menschen im Westkreis hätten nur wenig mit der Stadt Offenbach zu tun. Das „LGN“-Kennzeichen sei „wunderbares Marketing für unsere Stadt“, verteidigt SPD-Ortsvorsitzender Niklas Berger in der Stadtverordnetenversammlung die Idee. „Es würde Langen ein bisschen berühmter machen und für etwas mehr Einigkeit in uneinigen Zeiten sorgen.“

Grüne: zu viel „Langen-Tümelei“

Die meisten anderen Fraktionen sind nicht überzeugt. „Das ist uns zu viel Langen-Tümelei“, sagt Jens Duffner, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „In Zeiten Europas sollten wir nicht zehn Schritte zurück machen. Wir haben größere Probleme.“ Auch die AfD kritisiert den Antrag als „sehr kurios“ und „nicht greifbar“. Der Marketingzweck werde „gleich null“ sein, glaubt Fraktionschefin Heike Schäfer. Sie wirft der SPD vor, nicht stolz auf Deutschland zu sein. „Warum will sie jetzt stolz auf Langen sein?“

Am Ende stimmen nur die SPD und die WiLa für den Antrag. Die Linke enthält sich, die restlichen fünf Fraktionen sind dagegen. Damit wird ein eigenes Kennzeichen für Langen vorerst nicht weiter verfolgt.