Selenskyj will mehr Angriffe auf Russland – Ukraine könnte 300 Drohnen täglich bauen
StartseitePolitikStand: 25.08.2026, 14:30 UhrKommentareUns auf Google folgenSelenskyj sieht Kapazitäten für bis zu 300 Langstreckendrohnen pro Tag, doch es fehlt an Mitteln.Kiew – Die Ukraine will ihre Angriffe...
- 3 min read
Stand: 25.08.2026, 14:30 Uhr
Kommentare
Selenskyj sieht Kapazitäten für bis zu 300 Langstreckendrohnen pro Tag, doch es fehlt an Mitteln.
Kiew – Die Ukraine will ihre Angriffe auf militärische und wirtschaftlich wichtige Ziele tief in Russland deutlich ausweiten. Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht dafür bereits große Produktionskapazitäten: Sein Land könne täglich 200 bis 300 Langstreckendrohnen herstellen, die je nach Modell Ziele in bis zu 3.000 Kilometern Entfernung erreichen könnten.
Content-Partnerschaft
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Die Angaben machte Selenskyj am Montag bei einer Pressekonferenz nach dem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Kiew. Entscheidend für eine Ausweitung der Angriffe sei zusätzliches Geld aus dem Ausland.

Die Ukraine verfüge über genügend Möglichkeiten, ihre Produktion hochzufahren. „Wir werden mehr angreifen können“, sagte der Präsident bei der Pressekonferenz, wie Kyiv Post berichtet.
Selenskyj will Krieg stärker nach Russland tragen
Nach seinen Angaben produziert die Ukraine mehrere Typen von Langstreckendrohnen sowie Raketen und sogenannte Raketendrohnen. Ihre Reichweiten liegen demnach zwischen rund 350 und 3.000 Kilometern. Die Systeme seien bereits bei ukrainischen Angriffen eingesetzt worden.
Selenskyj verwies bei der Pressekonferenz zugleich auf die Zunahme der russischen Drohnenangriffe. Russland habe vor zwei Jahren täglich etwa 40 Drohnen iranischer Shahed-Bauart eingesetzt. Inzwischen seien es rund 500, bei großen Angriffswellen teilweise bis zu 1.000 Fluggeräte.
Die Ukraine müsse bei Angriffen weit hinter der Front mit Russland mithalten können. Selenskyj begründete dies mit dem Ziel, den Druck auf Moskau zu erhöhen. Wenn der Krieg für die russische Bevölkerung stärker spürbar werde, könne dies Präsident Wladimir Putin zu Verhandlungen bewegen. Das sei „eines der Mittel, um Putin an den Verhandlungstisch zu bringen“, erklärte Selenskyj laut Kyiv Post.
Schon zuvor hatte Selenskyj bei dem Treffen selbst auf die finanziellen Probleme der ukrainischen Verteidigung hingewiesen. In seiner Ansprache bezifferte er die Finanzierungslücke auf 27 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 23,2 Milliarden Euro. Als eine Möglichkeit nannte er, einen Teil der für das kommende Jahr vorgesehenen europäischen Kredite vorzuziehen.
Kiew fordert 300 Patriot-Raketen für den Winter
In derselben Ansprache forderte Selenskyj zusätzliche Flugabwehr für die kommenden Wintermonate. Die Ukraine benötige mindestens 300 Patriot-Abfangraketen. „Jede Rakete bedeutet gerettete Leben“, sagte der Präsident in seiner Ansprache.
Die Teilnehmer der Koalition sagten am Montag weitere militärische Unterstützung zu. Sie wollen die ukrainische Luftabwehr verstärken, enger mit der Rüstungsindustrie des Landes zusammenarbeiten und den wirtschaftlichen Druck auf Russland erhöhen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der an der Koalition Beteiligten.
Außerdem soll weiter eine multinationale Truppe vorbereitet werden, die nach einer glaubwürdigen Einstellung der Kampfhandlungen eingesetzt werden könnte. Die Verbündeten forderten Russland erneut zu einer vollständigen und bedingungslosen Waffenruhe entlang der aktuellen Frontlinie auf.
Quellen: GOV.UK, Kyiv Post, President of Ukraine, nif/red.