Schmerzmittel in der Schwangerschaft: Dänische Forscher entdecken alarmierende Folgen für Töchter

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Schmerzmittel in der Schwangerschaft: Dänische Forscher entdecken alarmierende Folgen für Töchter

Schmerzmittel in der Schwangerschaft: Studie stellt Fruchtbarkeit weiblicher Nachkommen infrage

Stand: 09.09.2026, 13:42 Uhr

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Elternwunsch: ein gesundes Baby.

Eine schwangere Frau mit einem Ultraschallbild von ihrem Ungeborenen (Symbolbild). © Julia Steinbrecht

Paracetamol gilt als sicherstes Schmerzmittel in der Schwangerschaft. Neue Daten aus Dänemark wecken nun Zweifel – und fordern Langzeitstudien.

Kopenhagen – Aktuelle Untersuchungen aus Dänemark haben eine Diskussion über mögliche Spätfolgen der Paracetamoleinnahme während der Schwangerschaft ausgelöst. Ein Forschungsteam unter Leitung von Margit Bistrup Fischer vom renommierten Rigshospitalet in Kopenhagen weist darauf hin, dass die Einnahme des Schmerzmittels durch die Mutter die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane weiblicher Nachkommen beeinträchtigen könnte, wie Reuters berichtet.

Wie das Team im Fachjournal Human Reproduction Open berichtet, zeigten betroffene Mädchen bereits im Alter von drei Monaten messbare Auffälligkeiten: Ihre Eierstöcke und Gebärmutter waren kleiner, sie verfügten über weniger Ovarialfollikel, und die Konzentrationen der Fortpflanzungshormone waren reduziert.

Kritischer Zeitraum vor der 17. Schwangerschaftswoche

Für die Studie wurden 302 neugeborene Mädchen untersucht und entsprechend dem Zeitpunkt ihres ersten Kontakts mit Paracetamol im Mutterleib kategorisiert – entweder vor oder nach der 17. Schwangerschaftswoche. Die Ergebnisse sind auffällig: Säuglinge, die vor der 17. Schwangerschaftswoche exponiert waren, wiesen im Durchschnitt ein um 40 Prozent geringeres Ovarialvolumen sowie 23 Prozent weniger Ovarialfollikel auf.

Diese Beobachtungen entsprechen den Ergebnissen früherer Tierversuche. Auch dort gab es Hinweise, dass eine fetale Paracetamol-Exposition die Eireserven der Eierstöcke sowie die spätere Fortpflanzungsfunktion langfristig beeinträchtigen könnte, wie das Wissenschaftsportal EurekAlert! berichtet.

Kausalität unklar

Trotz der beunruhigenden Messergebnisse betonen die Forschenden, dass die Studie keine kausale Ursache-Wirkungs-Beziehung nachweist. Welche konkreten Auswirkungen die festgestellten Entwicklungsabweichungen auf die spätere Fruchtbarkeit oder den Eintritt der Menopause haben, bleibt daher unklar. Studienleiterin Fischer betonte, dass viele Mütter trotz Paracetamoleinnahme Töchter zur Welt brachten, deren Werte völlig unauffällig waren.

An den offiziellen medizinischen Leitlinien ändert sich vorerst nichts: Paracetamol gilt weiterhin als das sicherste Schmerz- und Fiebermittel während der Schwangerschaft. Unbehandelte hohe Fieberschübe oder starke Schmerzen bergen nachweislich erhebliche Risiken für Mutter und Kind, wie auch die Welt berichtet.

Ruf nach Langzeitstudien

Dennoch mehren sich Stimmen, die eine Neubewertung der Empfehlungen verlangen. Dr. Christian De Geyter vom Universitätsspital Basel fordert umfassende Folgestudien, die betroffene Mädchen idealerweise bis zum Menopausenalter begleiten. Da die klinische Bedeutung der Kopenhagener Daten noch nicht abschließend beurteilt werden kann, appellieren Fachleute an Schwangere und medizinisches Fachpersonal, Schmerztherapien stets sorgfältig abzuwägen, um eine sichere und angemessene Versorgung zu gewährleisten, so EurekAlert!. (Redaktion)