Rubio begräbt den „Geist von Alaska“: Treffen mit Lawrow endet ohne neue Ukraine-Perspektive

Beim Treffen auf den Philippinen wird deutlich: Die Annäherung nach dem Trump-Putin-Gipfel in Alaska ist gescheitert. Russland und die USA driften in Ukraine-Fragen wieder auseinander.

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Rubio begräbt den „Geist von Alaska“: Treffen mit Lawrow endet ohne neue Ukraine-Perspektive

Das Treffen war kurz, das Ergebnis ernüchternd. US-Außenminister Marco Rubio und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow kamen am Donnerstag am Rande des Asean-Gipfels in Manila für gut eine halbe Stunde zusammen. Zwar wollten beide Seiten den Dialog fortsetzen, doch in der zentralen Frage des Ukraine-Krieges wurde vor allem eines deutlich. Die Annäherung, die nach dem Gipfel von Donald Trump und Wladimir Putin in Anchorage im vergangenen Sommer möglich schien, ist vorerst gescheitert.

Das vierte persönliche Treffen zwischen Rubio und Lawrow seit 2025 verlief nach Angaben beider Seiten sachlich. Das russische Außenministerium sprach von einem „umfassenden Meinungsaustausch über bilaterale und internationale Fragen“. Im Mittelpunkt habe erneut der Ukraine-Krieg gestanden. Lawrow habe seinem amerikanischen Kollegen die „tatsächliche Lage an der Front“ erläutert und betont, dass eine weitere Bewaffnung Kiews „inakzeptabel“ sei. Zugleich habe der russische Chefdiplomat die Bereitschaft Russlands zu einer „politisch-diplomatischen Lösung“ bekräftigt und auf jene Vorschläge verwiesen, die ursprünglich von amerikanischer Seite beim Gipfel in Alaska eingebracht worden seien.

Rubio räumt Scheitern von Anchorage ein

Entscheidend waren jedoch die Aussagen Rubios nach dem Gespräch. Der amerikanische Außenminister bezeichnete die Unterredung mit Lawrow als „gut und offen“, machte aber zugleich deutlich, dass die Erwartungen an den sogenannten Alaska-Prozess endgültig enttäuscht worden seien.

„Man kann keinen Friedensvertrag schließen, wenn nicht beide Seiten zustimmen. Die Ukrainer haben dem nicht zugestimmt, deshalb haben diese Versuche nicht funktioniert. Wir brauchen neue Vorschläge und neue Ideen“, sagte Rubio vor Journalisten in Manila.

Damit bestätigte Washington erstmals in dieser Deutlichkeit, dass die in Anchorage diskutierten Ansätze keine Grundlage mehr für Verhandlungen bilden. Rubio fügte hinzu, angesichts der militärischen Entwicklung der vergangenen Monate seien die damals diskutierten Bedingungen „wahrscheinlich noch weniger akzeptabel“ für die Ukraine geworden.

Bereits vor seinem Treffen mit Lawrow hatte Rubio erklärt, die amerikanischen Vermittlungsbemühungen seien „in den vergangenen Monaten etwas ins Stocken geraten“. Gleichwohl seien die Vereinigten Staaten weiterhin bereit, eine Rolle bei einer Friedenslösung zu spielen. „Ich glaube – und die Russen würden dem vermutlich zustimmen –, dass die Vereinigten Staaten wahrscheinlich das einzige Land der Welt sind, das eine solche Rolle übernehmen kann, wenn sich eine Gelegenheit ergibt“, sagte Rubio vor Beginn des Treffens mit Lawrow.

Moskau verschärft seine Position

Während Washington von „neuen Ideen“ im Ukraine-Kontext spricht, scheint man am Roten Platz einen entgegengesetzten Weg einzuschlagen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg betrachtet der Kreml territoriale Zugeständnisse inzwischen nicht mehr als Option. Präsident Putin wolle weder Teile der besetzten Gebiete in den Regionen Charkiw oder Sumy zurückgeben noch von seinem Ziel abrücken, die gesamte Region Donezk unter Kontrolle zu bringen. Zwei mit den Vorgängen vertraute Personen erklärten gegenüber Bloomberg, Moskau sei erst dann zu neuen Verhandlungen bereit, wenn die vollständige Einnahme des Donezker Gebiets erreicht sei.

Den Quellen zufolge sei diese Verschärfung der russischen Position eine direkte Folge der Einschätzung im Kreml, dass die informellen Verständigungen von Anchorage endgültig gescheitert seien. Hinzu kämen verstärkte ukrainische Angriffe auf russisches Territorium sowie die – wieder – verschärfte amerikanische Sanktionspolitik.

Seit dem Gipfel zwischen Trump und Putin im August 2025 hatte Moskau wiederholt auf den „Geist von Anchorage“ verwiesen. Russische Vertreter vermittelten den Eindruck, beide Präsidenten hätten sich grundsätzlich auf Eckpunkte einer Friedenslösung verständigt.

Washington widersprach dieser Darstellung jedoch in den vergangenen Wochen zunehmend. Rubio stellte bereits im Juni klar, in Alaska habe es „keine Vereinbarung gegeben, sondern lediglich Vorschläge“. Auch Putin selbst räumte später ein, dass „es keine Vereinbarungen gab“; gesprochen worden sei lediglich über mögliche Kompromisse und amerikanische Vorschläge.

Damit zerfiel die unterschiedliche Interpretation des Gipfels endgültig. Während Russland offenbar davon ausging, Washington habe Verständnis für zentrale russische Forderungen signalisiert, betrachteten die USA die Gespräche lediglich als unverbindliche Sondierungen.

Das Treffen in Manila brachte entsprechend keinen sichtbaren Fortschritt. Das russische Außenministerium erklärte lediglich, beide Seiten hätten sich dafür ausgesprochen, den Dialog fortzusetzen. Rubio wiederum betonte, Washington werde weiterhin versuchen, einen Kompromiss zu finden, der den Krieg beenden könne.

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