Riesiges Drogen-Labor in Erfurt: Meth-Köche müssen ins Gefängnis
Ein professionell betriebenes Drogenlabor produzierte große Mengen Crystal Meth. Das Erfurter Landgricht hat die Betreiber nun zu langen Haftstrafen verurteilt und würdigte zugleich ihre Geständnisse.
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AUDIO: Hohe Haftstrafen nach Drogenlabor-Prozess in Erfurt (1 Min)
Urteil
Stand: 16.07.2026 20:25 Uhr
Ein professionell betriebenes Drogenlabor produzierte große Mengen Crystal Meth. Das Erfurter Landgricht hat die Betreiber nun zu langen Haftstrafen verurteilt und würdigte zugleich ihre Geständnisse.
von MDR THÜRINGEN
Etwas Hochprofessionelles hätten die Männer auf die Beine gestellt - nur leider in der falschen Branche, hieß es im Urteil des Erfurter Landgerichts. Zwei der drei Angeklagten hatten in Erfurt ein Drogenlabor aufgebaut und betrieben, in dem Crystal Meth in großen Mengen hergestellt wurde.
Zehn Kilo fanden die Ermittler bei der Durchsuchung im Februar 2022, mit den gefundenen Abfällen wurde beim Bundeskriminalamt hochgerechnet: Mindestens 50 Kilo wurden in einem Erfurter Gewerbegebiet hergestellt. Geknackte Kryptohandys führten die Ermittler zu Labor und Betreibern.
Zwei von ihnen verurteilte das Erfurter Landgericht am Donnerstag zu 13-einhalb und 14 Jahren Haft, ein Helfer bekam sechs Jahre. Alle zeigten sich geständig. Bei der Durchsuchung wurden neben dem Labor auch 100 Kilo Marihuana gefunden, auch dafür wurden die Männer verurteilt.
Hohe Haftstrafen für Betreiber von Erfurter Drogenlabor
Am Erfurter Landgericht ist der Prozess um das größte und professionellste Drogenlabor, das jemals in Thüringen ausgehoben wurde, zu Ende gegangen. Ein Helfer muss sechs Jahre in Haft, zwei Betreiber mehr als doppelt so lang.
Hohe Strafen für angeklagte
Dass ihre Strafen so hoch ausfielen, hat mit weiteren - großen - Drogengeschäften zu tun. Weil der Laborkomplex und diese anderen Drogengeschäfte separat angeklagt wurden, landeten sie bei zwei verschiedenen Erfurter Strafkammern.
Und so kam es, dass dieselben Männer vor zwei Jahren schon zu Haftstrafen zwischen vier und elf Jahren verurteilt wurden. Dass die Verfahren nicht zusammengeführt wurden, sei nicht in Ordnung gewesen, hieß es im aktuellen Urteil. Dass "erst der Schwanz und dann die Ratte verhandelt wurde", sei nicht schön.
Und dass es deshalb zwischen Taten und Urteil so viel Zeit verging, fand sich im Urteil wieder. Jeder der drei muss sechs Monate weniger absitzen als im Urteil vorgesehen. Wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung, so der Vorsitzende Richter.
Die Angeklagten wurden zu 13-einhalb und 14 Jahren Haft verurteilt.
Richter bedankt sich für kooperative Verhandlungsatmosphäre
Im ersten Prozess wurde noch viel gestritten, im zweiten bedankte sich der Vorsitzende Richter für die kooperative Verhandlungsatmosphäre. Er hoffe für die Angeklagten, dass sie ihr Organisationstalent künftig anderweitig einsetzen. Dass sie welche hätten, gehe aus den Akten hervor. Allerdings auch, dass sie das Labor mit hoher krimineller Energie betrieben.
Staatsanwaltschaft und Angeklagte haben jetzt eine Woche Zeit, zu überlegen, ob sie das Urteil akzeptieren.
MDR (cg/sar)