Lebensretter außer Gefecht: Bei Hunderttausenden Autos könnte der Airbag im Unfall versagen – Rückruf gestartet
tzVerbraucherRiesen-Rückruf bei Edel-Marke: Hunderttausende Autos müssen wegen Airbag-Mangel in WerkstattStand: 11.07.2026, 20:05 UhrKommentareUns auf Google folgenDas Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) warnt vor einer...
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Riesen-Rückruf bei Edel-Marke: Hunderttausende Autos müssen wegen Airbag-Mangel in Werkstatt
Stand: 11.07.2026, 20:05 Uhr
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Das Kraftfahrt-Bundesamt warnt: Bei Hunderttausenden Autos könnte der Airbag nicht auslösen. Allein in Deutschland sind über 31.000 Fahrzeuge betroffen.
Kassel – Der Airbag gilt als Lebensretter im Auto. Bei einem Unfall soll er in Sekundenbruchteilen aufgehen und den Fahrer vor dem harten Aufprall schützen. Doch was, wenn genau dieses Sicherheitssystem im entscheidenden Moment versagt? Korrosion an einer elektrischen Verbindung könnte dazu führen, dass der Fahrerairbag bei einem Unfall schlicht nicht auslöst. Für Hunderttausende Besitzer von Geländewagen einer britischen Premiummarke ist das kein theoretisches Szenario mehr – sondern Anlass für eine der größten Rückruf-Aktionen des Jahres. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) warnt in der eigenen Rückrufdatenbank.

Konkret betroffen sind drei Modelle von Land Rover: der Defender, der Discovery und der Range Rover. Weltweit müssen nach Angaben des KBA rund 629.118 Fahrzeuge in die Werkstatt, davon über 31.000 allein in Deutschland. Zurückgerufen werden Fahrzeuge, die zwischen dem 4. April 2019 und dem 5. Juni 2026 produziert wurden – im Einzelnen der Defender der Modelljahre 2020 bis 2026, der Discovery der Modelljahre 2021 bis 2026 sowie der Range Rover der Modelljahre 2022 bis 2026.
Mehrere Land-Rover-Modelle haben Airbag-Mangel – der Rückruf im Überblick
| Hersteller: | Land Rover |
|---|---|
| Modelle: | Defender, Discovery, Range Rover |
| Produktionszeitraum: | 4. April 2019 bis 5. Juni 2026 |
| KBA-Referenznummer: | 16762R |
Wer einen Land Rover Discovery, Defender oder Range Rover besitzt, sollte prüfen, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist. Entsprechende Kunden werden von Land Rover schriftlich benachrichtigt. Anschließend sollte umgehend ein Termin in einer autorisierten Land-Rover-Vertragswerkstatt vereinbart werden. Die Reparatur ist für die Fahrzeughalter kostenlos und dauert je nach Modell lediglich 25 bis 30 Minuten. Dort werden dann die Anschlussklemmen des Fahrerairbags mit einem speziellen Schutz- und Schmiermittel behandelt, um Korrosion zu verhindern und die elektrische Verbindung dauerhaft zu sichern.
Darum sind die Land-Rover-Modelle im Rückruf
Der Fahrerairbag ist ein zentrales passives Sicherheitssystem im Fahrzeug. Im Falle einer Kollision soll er sich innerhalb von Millisekunden entfalten und den Fahrer vor dem Aufprall auf Lenkrad oder Armaturenbrett schützen. Versagt der Airbag, steigt das Risiko schwerer Kopf- und Thoraxverletzungen erheblich. Laut bußgeldkatalog.de kommt es vor allem bei einem Frontalzusammenstoß zu schweren Kopfverletzungen, aber auch zu Brüchen und Verstauchungen in Beinen und Händen.
Im Fall von Land Rover ist die Ursache für den Airbag-Mangel eine Reibkorrosion (Fretting Corrosion): Durch winzige Vibrationen reiben die Metallkontakte der Airbag-Steckverbindung aneinander, was zu Oxidation an den Kontaktstiften führt. Dadurch erhöht sich der elektrische Widerstand im Airbag-Stromkreis – im Extremfall so stark, dass das Steuergerät den Airbag nicht mehr zuverlässig auslösen kann. Laut KBA sind bislang keine Unfälle oder Personenschäden bekannt, die auf diesen Defekt zurückzuführen wären. Der Rückruf erfolgt vorsorglich, nachdem der Fehler im Rahmen interner Prüfungen entdeckt wurde.
Checkliste für Produktrückrufe

Wird ein Produkt oder ein Lebensmittel zurückgerufen, haben Sie als Verbraucher verschiedene Ansprüche. Diese Checkliste hilft dabei, die richtigen Schritte zu unternehmen und gibt Tipps, wo Sie schnell die wichtigsten Informationen finden.
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Land-Rover-Sprecher bestätigt: Reparatur wird vom KBA überwacht
Ein Sprecher von Jaguar Land Rover (JLR) bestätigte den weltweiten Rückruf im Fachmagazin Fahrzeug + Karosserie und erklärte: „Analysen der Steckverbindungen des Fahrerairbags in der Lenksäule haben gezeigt, dass dort Korrosion auftreten könnte. Dies könnte im Laufe der Zeit dazu führen, dass der Airbag im Bedarfsfall nicht wie vorgesehen auslöst.“ Das Unternehmen führe den Rückruf freiwillig und vorsorglich durch. Laut dem Sprecher werde die Durchführung der Reparatur vom KBA überwacht. Kunden können danach also aufatmen. (Quellen: Kraftfahrt-Bundesamt, bußgeldkatalog.de, Fahrzeug + Karosserie) (cln)